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Various Artists: Epilogue. A Tribute To John Duffey

Eine große und illustre Musikerschar ehrt John Duffey, den "Vater des modernen Bluegrass".

Joshville. Weitere Informationen
Epilogue. A Tribute To John Duffey Epilogue. A Tribute To John Duffey. Bildrechte: Smithsonian Folkways

Kaum ein Musikgenre der amerikanischen Roots Music steht so sehr für Amerika als Schmelztiegel der Nationen und Kulturen wie der Bluegrass. Sein Fundament liegt in der Volksmusik der Appalachen, wo sich die Musik der irischen, schottischen und englischen Einwanderer mit der Musik der Nachfahren der afrikanischen Sklaven mischte. Auch andere europäische Einflüsse sind zu notieren. In dem wunderbaren Film „The Broken Circle Breakdown“ erzählt eine der Hauptfiguren, dass der Bluegrass aus den Appalachen kommt. Dass dort Menschen unterschiedlichster Herkunft Zuflucht und Glück gesucht haben. Und hart gearbeitet und sich gegenseitig musikalisch befruchtet haben, bis dann am Ende mit der Gitarre des Spaniers, der Mandoline des Italieners, der Geige des Juden und dem Banjo des Schwarzen der Bluegrass entstand. Das ist sicher eine etwas romantische Sicht der Dinge, die aber keineswegs grundlegend falsch ist. In der traditionellen Musik der Appalachen mischten sich wirklich die Volksmusiken der Einwanderer. Bill Monroe hat aus dieser Old Time Musik mit anderen Musikern seiner Generation den Bluegrass geformt, indem er die Appalachen Mountain Music mit Gospel-, Blues- und Jazzelementen kombinierte und das Tempo kräftig erhöhte.

Folkrevival erschließt dem Bluegrass ein neues Publikum

Die Bluegrassmusiker aus den Südstaaten wie Bill Monroe, die Stanley Brothers, Flatt & Scruggs oder Jimmy Martin spielten vor allem für ihr regionales Publikum und waren auch kommerziell denkende Musiker. In den späten 1950er Jahren, als es zum großen Folk Revival in den Städten kam, da waren die Südstaatler mit ihrer Musik plötzlich für die Folkies von der Ostküste interessant. Das Zusammentreffen mit der von Alan Lomax oder Mike und Pete Seeger getragenen Musikszene, die voller Wertschätzung für die Musik der einfachen Leute war, veränderte den Bluegrass gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen war er nun kein regionales Phänomen mehr, sondern strahlte „from coast to coast“ aus, was sich in kommerzieller Hinsicht für die erste Bluegrass-Generation bemerkbar machte. Und es begeisterte jüngere Folkmusiker dazu, sich mit Bluegrass zu beschäftigen.

Vater des modernen Bluegrass

John Duffey aus Washington D.C. wurde zum „Vater des modernen Bluegrass“, weil er aus einer Region stammt, die wie keine andere einen Transmissionsriehmen für die Wanderungsbewegung des Bluegrass in den Nordosten und die der urbanen Folkies zur Musik des Südens darstellt. Im zweiten Weltkrieg waren viele Menschen aus den Südstaaten nach Washington D.C. gekommen, weil sie Arbeit suchten. Sie brachten natürlich auch ihre Musik mit. Also lag schon etwas in der Luft, das Duffey, dessen Vater Opernsänger war, wie Honig aufsog. Gemeinsam mit Charlie Waller gründete er 1957 die „Country Gentlemen“, die bald Einflüsse der Folk- und Countrymusik in ihren modernen Bluegrass aufnahmen und unter anderem auch Songmaterial wie die Protestsongs von Bob Dylan adaptierten. John Duffeys markantes Banjospiel und sein Gesang, der vom Tenor bis zum Falsett reichte, wurde prägend für die Country Gentlemen und den progressiven Bluegrass. 1971 verließ er die Country Gentleman und stieg bei „The Seldom Scene“ ein. Auch hier wurde er stilprägend. Die Band wurde dann in den 1970ern richtig populär, als sie Bluegrass-Versionen von Folk-, Country, Rock- und Popsongs spielten. Dabei spielten sie jedoch stets mit dem Image der „Hidden Persona“ und dem Wortspiel, dass sich „Seldom Seen“ genauso anhört wie „Seldom Scene“. Sprich sie gingen nicht auf Tour – dafür spielten sie von 1972 bis 1977 wöchentliche Konzerte in „The Birchmere Music Hall“ in Alexandria, Virginia – und ließen sich auf ihren Alben nur mit den Rücken oder den Füßen auf der Bühne abbilden. Und sie arbeiteten vor allem im Studio.

Ein Tribute für John Duffey

25 Jahre war John Duffey ein absoluter Leuchtturm innerhalb der Bluegrass-Szene und leistete Großartiges. Er prägte und beeinflusste „Seldom Scene“, den modernen und den progressiven Bluegrass sowie Musiker der zweiten und dritten Generation wie Sam Bush, Bela Fleck, Tim O’Brien oder Chris Thile. 1996 kurz nach seiner Aufnahme in die „International Bluegrass Music Hall of Honor“ starb Duffey im Alter von 62 Jahren an einem Herzinfarkt.

Auf Epilogue. A Tribute To John Duffey kommt nun die Bluegrass-Musik-Gemeinschaft zusammen, um eine wunderbar passende Hommage an den „Vater des modernen Bluegrass“ zu schaffen. Sam Bush, John Cowan, Bela Fleck, Bruce Molsky, Tim O’Brien, Don Rigsby und viele mehr formen eine fantastische All-Star-Besetzung. Ihr Engagement und ihre Leidenschaft, ein solches Album aufzunehmen, zeugen davon, wie tief Duffey sie und unzählige andere Musiker bis heute beeinflusst. Das Spektrum der Songs reicht von Bluegrass-Klassikern wie „Lonesome River“ bis hin zu Bob Dylan-Adaptionen wie „Girl From The North Country“ und „He Was A Friend Of Mine“.

Fazit: Eine hörenswerte und würdige Hommage an einen großen Bluegrass-Künstler. Mit vielen Informationen und lesenswerten Artikeln in den Liner Notes.

Epilogue. A Tribute To John Duffey: Das Album

Epilogue. A Tribute To John Duffey

Titel: Epilogue. A Tribute To John Duffey
Künstler: Various Artists
Veröffentlichungstermin: 20. Juli 2018
Label: Smithsonian Folkways
Vertrieb: Galileo Music Communication
Formate: CD & Digital
Laufzeit: 46:47 Min.
Tracks: 17
Genre: Bluegrass

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Trackliste: (Epilogue. A Tribute To John Duffey)

01. Sad And Lonesome Day – Randy Waller, Lou Reid
02. If That’s The Way You Feel – Amanda Smith
03. If I Were A Carpenter – Jonathan Edwards
04. Lonesome River – Dudley Connell
05. Sunrise – Sam Bush, Bela Fleck
06. Going To The Races – James King
07. Some Old Day – John Cowan
08. Girl From The North Country – Steve Gulley
09. He Was A Friend Of Mine – Dusley Connell, John Cowan
10. Poor Ellen Smith – Tim O’Brien
11. Reason For Being – Fred Travers
12. Ain’t Gonna Work Tomorrow – Don Rigsby
13. Chim-Chim-Cher-Ee – Bruce Molsky
14. Cold Wind a Blowin‘ – Ronnie Bowman, Lou Reid
15. Christmas Time Back Home – John Duffey Tribute All Stars
16. Bringing Mary Home – John Starling
17. First Tear – Akira Otsuka

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