Johnny Reb: Merle Kilgore
In diesem im Marsch-Rhythmus gehaltenen Song geht es um einen tapferen Südstaaten-Soldaten im unglückseligen amerikanischen Bürgerkrieg. Nicht der Inhalt des Songs oder auch Hortons Gesang sind hier ungewöhnlich. Es ist die Entstehungsgeschichte des Liedes.
Wenn man sich mit Autoren unterhält, erfährt man bisweilen die abenteuerlichsten Hintergründe oder Anlässe, die zu einem erfolgreichen Lied führten. Horton selbst, der 1961 tödlich verunglückte, hat nie viel über den Song gesprochen aber er war ganz gewiss nach seinem Geschmack. Denn der begnadete Künstler war sehr abergläubisch und erschreckte sein Umfeld des öfteren damit, dass er sein eigenes Schicksal zumindest ahnte und im engen Freundeskreis auch darüber sprach.
Autor Merle Kilgore, inzwischen auch leider verstorben, erzählte, dieser Song sei im Anschluss an einen deftigen Poker-Abend entstanden. Er habe sich von allein geschrieben, denn er selbst konnte sich nicht mehr daran erinnern. Kilgore war überzeugt, nach dem Poker-Abend direkt ins Bett gegangen zu sein als er heim kam. Doch seine Frau bemerkte am anderen Morgen, es sei ein netter Song, an dem er am Vorabend gearbeitet hätte. Völlig ungläubig sei er dann ins Wohnzimmer gegangen, habe das Tape auf dem alten Tonbandgerät zurück gespult und zu seinem Erstaunen sich selbst gehört, wie er diesen Song gesungen habe. Er müsse ihn im Schlaf verfasst haben, denn er habe absolut keine Erinnerung daran. Möglicherweise aber war es auch der Alkoholrausch, der die Erinnerung verschüttete.
Johnny Horton, ohnehin für Spiritismus empfänglich, war so begeistert, dass er „Johnny Reb“ wortgetreu übernahm. 1959 stand er damit immerhin auf Platz 10 der Billboard-Charts.

