We Believe In Happy Endings: Bob McDill
McDill schrieb diesen Song bereits Mitte der 1970er Jahre, Johnny Rodriguez nahm ihn auf und kletterte 1978 damit in die Top Ten der Singles Charts. Dann schlummerte der Song bis ihn Emmylou Harris neu entdeckte und erkannte, dass viel mehr Potenzial in dem Lied steckte. Für sie war es der ideale Song für ein Duett. Und den Gesangspartner hatte sie sich auch gleich ausgewählt: Earl Thomas Conley. Das rief bei manchem Beteiligten zunächst Erstaunen hervor, denn die Stimmen der Beiden sind nicht nur unterschiedlich sondern fast schon gegensätzlich.
Hier die glockenreine der Emmylou Harris, dort das urwüchsige, raue Organ des Mr. Conley. Der Sänger selbst hatte große Bedenken, denn für ihn war Emmylou Harris ein Idol, unerreichbar, in einer anderen Liga singend. Der Sängerin blieb es vorbehalten, die Bedenken Conleys zu zerstreuen und hatte dabei die Unterstützung von Co-Produzent Emory Gordy. Ihre Philosophie lautete: Gegensätze ziehen sich an und können gut miteinander harmonieren. Warum müssen zwei Stimmen ähnlich klingen, um zueinander zu passen? Gerade ganz unterschiedliche Stimmen können ein aufregendes Duett ergeben, wenn man den richtigen Song dazu hat. Und den, so war sich Harris sicher, hatte sie mitgebracht. Denn der passte inhaltlich zu der bestehenden Situation. Ging es doch auch da um Unterschiede, die sogar zum Streit führen, um dann doch in Harmonie, in einem Happy End zu resultieren.
Welche Spürnase Emmylou Harris hier wieder einmal bei der Auswahl eines Liedes bewies! „We Believe In Happy Endings“ mit Emmylou Harris und Earl Thomas Conley übertraf den Erfolg der Johnny Rodriguez-Version deutlich und eroberte Anfang Oktober 1988 den Spitzenplatz der Billboard Country Charts.


