Special Consensus: Signs
Dann ereignete sich im Jahre 2003 eine für die Gruppe folgenschwere Zäsur. Wir erinnern uns an den 11. September 2001 mit den darauf folgenden politischen Verwerfungen und Ängsten. „Special Consensus“ war für das 1. Internationale Bühler Bluegrass Festival am 12. April 2003 als einzige U.S. Band und als Highlight engagiert worden und mit Spannung hatte man diesem Ereignis entgegen gesehen. Da erreichte mich im März 2003 in Nashville die Hiobsbotschaft, dass ausser Greg Cahill kein Bandmitglied ein Flugzeug nach Europa besteigen wolle. Die Angst vor möglichen Attentaten auf Amerikaner war zu gross. Der Ausfall von „Special Consensus“ wäre natürlich eine Katastrophe gewesen. Wie sollte man so kurzfristig eine Ersatzband bekommen? Ausserdem lief die Werbung schon seit Monaten. Rasch war der Telefonkontakt zu Greg Cahill in Chicago hergestellt und innerhalb einer halben Stunde hatte er ehemalige Bandmitglieder aktiviert, die mit ihm nach Europa kommen wollten. So trat „Special Consensus“ in Bühl mit einer „Notbesetzung“ auf, die sich sogar als Glücksfall entpuppte, denn diese Band spielte ausser Bluegrass auch herrlichen Western Swing und das Bühler Festival war gerettet. Diese neue Besetzung tourte dann noch einige Zeit mit Erfolg unter dem Namen „The Chow Gogs“, doch Greg Cahill musste sich wohl oder übel irgendwann eine neue Formation aufbauen und so erschien 2005 ein neues Special Consensus Album mit neuer Besetzung. Ausser Greg Cahill am Banjo waren mit dabei Ron Spears, Mandoline, Justin Carbone, Gitarre und Tres Nugent, Bass. Pikanterweise waren als Gastmusiker bei dieser Produktion auch 2 jener Musiker mit dabei, die 2003 die Reise nach Europa verweigert hatten.
2007 erschien dann eine weitere beachtenswerte CD von Special Consensus und nun, 2009, präsentiert diese Traditionsband ihr 14. Album unter dem Titel „Signs“, allerdings ohne den Mandolinenspieler Ron Spears, für den der Sänger und Mandolinenvirtuose Ashby Frank dazu kam. Die aktuelle Besetzung: Greg Cahill, Gesang, Banjo; Justin Carbone, Gesang, Gitarre; Ashby Frank, Gesang, Mandoline und David Thomas, Gesang, Bass. Als Gäste sind mit dabei Randy Kohrs, Dobro; Tim Crouch, Fiddle und Sonya Isaacs, Gesang.
Die Konzeption dieses neuen, grossartigen Albums setzt die Tradition von „Special Consensus“ fort mit einer Mischung aus neuen und alten Songs. Der Titelsong „Signs“ stammt aus der Feder von Ashby Frank, der dabei auch den Leadgesang übernommen hat mit einer herrlichen Stimme von hohem Wiedererkennungswert, ausdrucksstark und packend. Die obligatorische rasante Instrumentalnummer heisst „Snowball Breakdown“, „I’ll Go To My Grave Lovin‘ You“ kennt man von den Statler Brothers und auch eine flotte Swingnummer ist wieder mit dabei, sie heisst „Talkin‘ Bout It Just Don’t Get It Done“.
Fazit: Das Markenzeichen von „Special Consensus“, die Abwechslung, ist damit wieder gewährleistet und keiner soll behaupten, Bluegrass Music sei auf Dauer langweilig, schliesslich kommt es auf die Mischung an und dafür hatte Bandchef Greg Cahill schon immer ein gutes Händchen.
| Trackliste:
01. Signs |



