Big & Rich: Between Raising Hell & Amazing Grace
Richten wir unsere Augen und vor allem Ohren auf die zweite, von Big Kenny mit „Side B“ angekündigte Hälfte des Albums. Und da hätten wir sie dann wieder, die gewohnten Big & Rich, die es mit der Devise halten „Crank it up tonight, when you hear us on your radio“, wie sie im Song „Radio“ fordern. Einfach mal so richtig laut aufdrehen, wenn Big & Rich im Radio laufen. Wie gern würde man das tun, würden sie hierzulande denn mal im Radio gespielt werden. Aber das ist ein anderes Thema. Der Song ist jedenfalls Country-Stadionrock vom Allerfeinsten mit einem Mitgröhlfaktor von mindestens 110. Oder wie wär’s mal mit einer Portion Honkytonk-Reggae? Kein Problem. Mit Ex-Fugees-Rapper Wyclef Jean geht auch das! Ein netter Einfall, dieses „Please Man“. Nur leider wirken die Rap-Einlagen von Herrn Wyclef stellenweise etwas holprig und aufgesetzt. Eine wirkliche Gesamtheit will das beim besten Willen nicht ergeben – Schade. Ganz anders wirkt da der AC/DC-Klassiker „You Shook Me All Night Long“, dem das Countrykostüm richtig gut passt. Aber das ist leider auch alles andere als eine neue Erkenntnis. Bands wie The Twang und Hayseed Dixie haben das bereits vor einigen Jahren vorgemacht und bewiesen, dass es funktioniert.
Werfen wir zum Schluss noch einen Blick auf den letzten Song des Albums, „Loud“. Tja, eine wirklich mehr als typische Big & Rich-Nummer. Das sollte man zumindest meinen. Umso erstaunter ist man dann, wenn man einen Blick ins Booklet wirft und feststellen muss, dass der Song von drei bis dato absoluten No-Names geschrieben wurde. „We love our Country and we like it loud“, heißt es in der letzten Refrain-Zeile, und irgendwie hat man das Gefühl, als sei damit das Lebensmotto der jungen und wilden Countrygeneration auf den Punkt gebracht.
Famous last words: Ein Album, das im wahrsten Sinne des Titels „Between“, also zwischen den Stühlen sitzt. Wie immer bei Big & Rich werden die einen die CD lieben, die anderen hassen. Ein Duo, das polarisiert. Fans kommen garantiert auf ihre Kosten, alle anderen sollten den beiden Jungs wenigstens mal eine Chance geben.
| Trackliste:
01. Intro |




