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Happy Birthday, Glen Campbell!

Das Porträt des legendären Sängers und Schauspielers Glen Campbell zum 80. Geburtstag.

Truck Stop 2018
Glen Campbell Glen Campbell: Bildrechte, Glen Campbell

Glen Campbell, der bereits mit sechs Jahren Gitarre spielen konnte, erlangte nicht nur als Countrysänger Weltruhm, grosse Erfolge verbuchte er auch neben John Wayne in dem Kinofilm „True Grit (Der Marshall)“. Als Teenager sang er schon im lokalen Radiosender, sowie im Kirchenchor. Eigentlich hätte Glen Travis Campbell, der am 22. April 1936 in Delight, Arkansas, das Licht der Welt erblickte, mit seinen vielen Geschwistern, immerhin 11 an der Zahl, einen eigenen Chor gründen können. Seine ersten Auftritte als Gitarrist und Sänger absolvierte er mit der Dick Bills Band. Eine Band die sein Onkel ins Leben rief.

Mit 18 Lenzen gründete Glen seine erste eigene Band, die Western Wranglers. Mit ihnen tourte er durch den Süden, bzw. Süd-Westen der USA. Nachdem er als Backroundsänger u.a. bei den Rocklegenden Elvis Presley, Bobby Darin und Ricky Nelson in Los Angeles seine ersten „Big-Dollars“ verdiente, fing er an sich auf seine Solokarriere vorzubereiten. Sein erstes Highlight war eine 18-monatige Tournee mit den Beach Boys. Dort sprang er seinerzeit für den erkrankten Brian Wilson ein. Die Tour mit den Beach Boys machte ihn schlagartig berühmt. Das folgende Angebot, doch der Band beizutreten, lehnte er ab, er wolle sich mehr auf seine Karriere als Studiomusiker konzentrieren. Das sahen aber einige Scouts der Label anders, wenig später folgte ein Plattenvertrag bei Capitol Records.

Seine markante Stimme und seine Verschmelzung von Country & Pop verhalfen ihm in den frühen 1960ern und späten 1970ern zu Weltruhm. Während dieser Zeit platzierte er einige Songs in den Top 10 der amerikanischen Charts. Seine grössten Erfolge aus dieser Zeit waren (manche sind zu Welthits geworden): „By The Time I Get to Phoenix“, „Wichita Lineman“, „Galveston“, „Rhinestone Cowboy“, „Gentle on My Mind“ und „Southern Nights“. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere bekam er im US-Fernsehen sogar eine eigene wöchentliche Sendung – „The Glen Campbell Goodtime Hour“. Sie war sehr erfolgreich und lief knapp vier Jahre von 1969 bis 1972.

In den folgenden Jahren gab er wieder Konzerte und nahm kleine Rollen im TV und Film an. Anfang der 1980er Jahre ließ der Erfolg nach, umgehen konnte Glen mit der Situation nicht. Resultat waren massive Drogenprobleme! Viele Jahre hatte er damit zu kämpfen, doch in den 1990er Jahren, nachdem er sein Drogen- und Alkoholproblem im Griff hatte, stellte sich auch der Erfolg wieder ein. Mit „She’s Gone, Gone, Gone“ war er wieder in den Country-Charts vertreten. Im Jahr 1994 veröffentlichte er seine Autobiographie „Rhinestone Cowboy“, die sich sehr gut verkaufte.

Glen Gampbell war in jeder Hinsicht fleißig, was sechs Kinder von vier Frauen mehr als eindrucksvoll beweisen. Allein die Unterhaltszahlungen, mit denen er so manches Mal im Rückstand war, ihm aller Wahrscheinlichkeit nach, an den Rande des Ruins trieben. Im Jahr 2006 zog sich Glen, nach über 40 Jahren Showbiz, etwas aus dem Business zurück und lebte mit seiner Frau Kim in Malibu. Hin und wieder produzierte er noch für andere Künstler, oder ging auf Tournee, die ihn auch nach Europa und Australien führte. Doch vor einigen Jahren erkrankte Glen Campbell an Alzheimer. Sein Leben veränderte sich drastisch. Zwar nahm er noch CDs auf (u.a. im Jahr 2011 „Ghost On The Canvas“) und es wurde eine von Kritikern gelobte Dokumentation über ihn gedreht – doch die fürchterliche Krankheit, die so unaufhaltsam ist, forderte ihren Tribut. Campbell kann heute nicht mehr auf der Bühne stehen, auch seine geliebte Gitarre nicht mehr spielen. Auch wird er vielleicht gar nicht mehr mitbekommen, dass er seinen 80. Geburtstag feiert – ein sehr trauriges Schicksal.

In unser aller Gedanken werden wir ihn immer als den großen, aufrechten Sänger und Schauspieler in Erinnerung halten. Er, der uns großartige Songs und tolle Filme offerierte. Happy Birthday, Glen Campbell!

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