John Slaughter: Meet In The Middle
Mit dem Onkel als Geigenbauer und Western-Swing-Player war John Slaughters musikalischer Werdegang frühzeitig vorgezeichnet. So war es naheliegend, dass der heute 33-jährige Multiinstrumentalist als Fiddle-Player begonnen hat und sich in der Begleitband von Szenestar Roger Creager langsam zur ersten Garde der Texas-Country-Interpreten entwickeln konnte. Mit der Leadsingle „Ghost Town“, einer geschmeidigen Break-Up-Ballade, ist ihm jüngst der Sprung an Spitze der Radiocharts gelungen. Auch der Follower, die Countryrocksatire „Horseshoes And Hand Grenades“, hat auf dem Weg nach oben bereits die Top 10 erreicht. Weitere Beispiele sind der melodische Titelsong oder das charismatisch vorgetragene „She Ain’t Got A Tear“, die den perfekten Zuschnitt auf die Geschmäcker des Texas-Countrypublikum in sich tragen.
Stilbrüche mit elektronischen Loops oder Autotunes sind dem Naturburschen gänzlich fremd. Da genügt ein Blick auf das Albumcover, an der sich Slaughters neotraditionelle Ausprägung unverkennbar ablesen lässt. Alleine sein Twang ist derart countrylike, dass sich ein Fremdgehen in andere Stilrichtungen von vornherein verbietet. Selbst die unvermeidlichen Drinking-Songs wie das herzerfrischende „I’ve Got Drinkin‘ To Do“ oder „Fix Another Drink“ präsentiert er in dem classic-style eines Haggard oder Jones und macht sich auf diese Weise immun gegen jegliche Bro-Country-Infekte.
Abschließend seien noch zwei Songperlen als Albumhighlights erwähnt. Auf „Memories For Burnin'“ duelliert sich Slaughter mit Josh Ward, einem der charismatischsten Sänger der Texas Countryszene, und liefert damit einen hinreissenden Honkytonk-Two-Stepper ab. „You Kiss Like Whiskey“ ist ein melodischer, produktions- und gesangstechnischer Leckerbissen, der sich durch das Gänsehautduett mit Presley Lewis zu einem der herausragenden Texas-Countrysongs der Jahres entwickelt. So klingt der Sound aus dem Hits und Karrieren gemacht werden.
Fazit: Das 10-teilige „Meet In The Middle“ entführt den Hörer in das Mikrokosmos der altehrwürdigen texanischen Honkytonks, die John Slaughter mit 150 Auftritten pro Jahr sein zweites Zuhause nennen darf. In dem Zusammenhang bleibt mir persönlich der Gig in dem legendären John T. Floore’s Country Store letzten Sommer in besonderer Erinnerung. Slaughter besitzt weder die Smartness eines Rich O’Toole oder Curtis Grimes noch die Rowdy-Attitude eines Roger Creager oder Kyle Park. Dafür hat er den untrüglichen classic-touch der Countryväter in sich und verbindet ihn mit einer zeitgemäßen Interpretation, die auch von der jüngeren Countrygeneration geliebt wird. In diesem Sinne ist dem Albumtitel „Meet In The Middle“ ist nichts hinzuzufügen.
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| Künstler / Albumtitel: John Slaughter – Meet In The Middle Format / Label / Veröffentlicht: Digital (Bigger Sky Music 2014) Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten |
| Trackliste:
01. Ghost Town |



