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Blackberry Smoke & Black Bottle Riot:
Die junge Generation des Südstaaten-Country-Rocks!

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Die Allman Brothers Band bestritt ihre vermutlich letzten legendären Gigs im Beacon Theatre in New York. Immer mehr Legenden verabschieden sich in den „Good Ole Heaven“, zuletzt Jack Bruce – R.I.P.! Muss man sich um die Kontinuität des Southern-Country-Rock Sorgen machen, da die „Lords“ das entsprechende Alter erreicht haben und sich in Pension, oder für immer terrestrisch verabschieden?

Nein, das zeigt imposant die aktuelle Europa-Tournee von Blackberry Smoke und an diesem Abend wurde das stilvolle Metropool im holländischen Hengelo in einen Südstaaten-Tempel erster Klasse verwandelt. Als besonderer „Southbound Guest“ traten auch noch Black Bottle Riot sowie als Opener die Band Massive auf.

Den Auftakt bestritten Massive aus Australien. Schlagzeuger Jarrod Medwin eröffnete das Set mit seinen Heavy-Drum-Beats bei „Hollywood“. Sänger Brad Marr stand genau so unter Strom, wie sein berühmter Landsmann Maestro Young, tobte und bangte über die Bühne, gröhlte wie ein „Torro Loco“ und spielte dazu gnadenlose Rhythmus-Gitarren-Licks. Bei „Dancefloor“ wurde das Metropool bei den groovenden Bass-Rhythmen von Aidan McGarrigle zum Tollhaus, es wurde wild gebangt. Auch für Country-Fans hatten die Mucker etwas im Gepäck mit der superben Halb-Ballade „Ghost“. Ben Laguda an der Lead-Gitarre entlockte seiner Gitarre zauberhafte Töne und elektrisierend dazu der melodiöse Gesang von Brad. Dies war eindeutig der High-Light-Live-Song. Mit dem Motto „Now Or Never“, wir wollen Spaß haben bei jeder kostbaren Sekunde unseres Lebens, verabschiedeten sich Massive mit ihrem kernigen Hard-Rock von den Fans und wurden exzessiv abgefeiert. Die sympathischen Mucker verausgabten sich bis zur Erschöpfung und als finale Kulmination wurde Mister Marr noch zum „Wild Roo“ und ließ seine Axt jaulen, bevor er diese mit seinen Füßen final zum Erbeben brachte. Eine geniale, halbstündige Massive Zelebration war „Ad Terminus“.

Black Bottle Riot

Den weiteren Beweis, dass Southern & Country-Rock auch Anno 2014 von der jungen Musiker-Generation superbe zelebriert wird lieferten Black Bottle Riot. Die Musiker klangen live gitarristisch und auch durch den gewaltigen, imposanten Gesang mit Südstaaten-Akzent von Simon Snel amerikanischer denn amerikanisch. Die Band-Mitglieder sind aber Bürger der ältesten Stadt Hollands – Nijmegen und rockten mit „Bright Light City“ vom ersten Ton an voll ab. Energiegeladener moderner Southern-Rock mit druckvollem Bass von Jaap van den Berg, Schlagzeug von Pieter Hendriks und elektrisierenden Gitarren-Soli von Mike Sedee und Simon. Die Fans im Metropool waren sofort aus dem Häuschen und bangten exzessiv zum folgenden Track „Backseat Boogie“ vom superben zweiten CD-Release „Soul In Exile“. Der groovende Rhythmus und der mittlere Jam-Part mit Axe-Duellen, das war schon großes musikalisches Kino und heißblütig. Bei „In The Balance“ entführten Black Bottle Riot die Freaks in die Mississippi-Sümpfe, oder besser bandspezifisch die der Ijssel. Mike ließ dazu seinen Bottleneck glühen und Simon finalisierte den Song mit seinem Blues-Harmonika-Solo. Die Fans waren aus dem Häuschen ob der Performance. Danach war ein kurzes Verschnaufpäuschen angesagt mit dem Interlude von „Ramblin‘ Fever“ von Merle Haggard. Die Herzen von Country-Puristen schlugen sofort rasant schneller zu den Nashville-Rhythmen. Zum „Grand-Final“ gab man dann auf dem Live-Highway nochmals Vollgas. Pieter malträtierte seine Sticks wie ein Swamp-Biest. Mike gitarristisch und Simon gesanglich beschwörten den Teufel und jammten grandios ab. Ein großartiger musikalischer Hurricane war zu Ende. Standing Ovations der Fans an Black Bottle Riot im Metropool der Dank für dieses Sternen-Erlebnis live.

Charlie Starr, Blackberry Smoke

Mit süßlichen Duft-Stäbchen wurde als Eröffnungsritual die heilige Bühne wieder beweihräuchert und Manitu gnädig gestimmt. Als die fünf „Atlanta Boys“ von Blackberry Smoke die Bühne betraten brandeten ohrenbetäubende Jubel-Empfangs-Stürme auf und mit „Like I Am“ begannen zwei Götterstunden der Country- & Südstaaten Rock-Musik! Der charmante, kraftvolle Gesang von Mastermind Charlie Starr, die Gitarren-Duett-Soli zusammen mit seinem superben Bluts-Bruder Paul Jackson elektrisierten die Freaks im Metropool vom ersten Ton an. Das Lied-Finale bestritt Brandon Still mit seinem Honky Tonk Piano Solo virtuos und voller Boogie-Dynamik. Southern Genre-Puristen gerieten in Ekstase beim folgenden „Leave A Scar“, bei dem die druckvolle Bass & Drums-Fraktion von Richard Turner und Brit Turner gnadenlos powerten, die Herren Starr & Jackson sich exzessiv duellierten bei ihrer „Six-String-Therapy“ und damit spielerisch heavy dominierten. „Lucky Seven“ mit dem mehrstimmigen Gesang animierte die Fans als laustarker Background-Chor mitzusingen. Die anwesenden Freaks gehörten wirklich zu den „Lucky Seven“, da das Metropool rappelvoll und ausverkauft war. Die Gig-Stimmung war wieder grandios und es war wie jedes Mal ein Hooray-Erlebnis eine Show bei unseren liebenswerten Nachbarn zu erleben.

Blackberry Smoke sind auch Meister für grandiose, melodiöse Balladen mit Herz-Schmerz-Charakter, was sie mit „Pretty Little Lie“ manifestierten. Charlie ließ dazu seine Gitarre im besten Nashville-Slide-Country-Sound erklingen. „Shakin‘ Hands With The Holy Ghost“ knallte gnadenlos aus den Boxen und wurde zum Dynamit-Song-Juwel im Repertoire. Das Titelstück der aktuellen CD „The Whippoorwill“ wurde zur Highlight-Hymne der Soirée. Die laid-back Twin-Gitarren und der beschwörende Gesang gönnte den Fans eine Verschnaufpause zur meditativen Rekreation, bevor es mit „Restless“ im Stil der „Rollenden Steine“ kraftstrotzend weiterging. Charlie verzauberte dabei mit seinem Gitarren-Hoodoo. Dass Blackberry Smoke das Legat der Allman Brothers Band in aller Ehrfurcht antreten können bewiesen diese mit „Up In Smoke“. Hillbilly-Kentucky-Country-Stimmung kam beim Band-Klassiker „I Aint‘ Got The Blues Anymore auf“. Charlie spielte dabei feinste Fingerpickin‘ Soli auf seiner Akustik-Gitarre. Die Smokies waren super drauf, in überragender Spiellaune und bei bester Verfassung; nicht wie in Hamburg als in dem dampfenden, stickigen Logo die Band zu dehydrieren drohte; doch mit „Ain’t Much Left Of Me“ war bereits das reguläre Set-Ende gekommen. Phänomenaler Tornado-Jubel rief die Boys auf die Bühne zurück um mit gutem, alt-ehrwürdigen „Rock’n’Roll Again“ das Metropool endgültig in einen „Swamp-Palace“ zu verwandeln. Mit „Shake Your Magnolia“ zelebrierten Band und Fans nochmals final „Rock Till You Drop“. Die Konzert-Party hätte „Avec Plaisir“ bis zum Sonnenaufgang weitergehen können. Blackberry Smoke – The New Kings & Ambassadors of Southern & Country-Rock!

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