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Jeff Bridges: Jeff Bridges

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Mit dem selbstbetitelten Album Jeff Bridges gibt der Schauspieler seinen Einstand beim Label Blue Note. Zwar hat er schon früher Musik veröffentlicht, doch mit diesem Album folgt er wie noch nie seiner Liebe zur Musik. Ein Album, das ohne den Film „Crazy Heart“ und Bridges‘ Freundschaften zu Stephen Bruton, T-Bone Burnett und Ryan Bingham wahrscheinlich nie entstanden wäre.

Kevin Bacon, Tim Robbins, Billy Bob Thornton, Kevin Costner – die Reihe der singenden Schauspieler ist lang. Nun gesellt sich auch Jeff Bridges dazu. Während sich bei Costner immer das Gefühl des berechnenden Mainstreams einstellt, ist Bridges‘ Musik authentisch und macht es dem Hörer dadurch nicht immer einfach.

Vorneweg: Die zehn Songs sind allesamt Songwriting-Pretiosen. Starke, tiefgehende, aufwühlende Texte, gesungen von einem Bridges, dem es nichts ausmacht, auch einmal verletzlich und nackt dazustehen. Getextet haben neben Stephen Bruton (seine letzten Songs), John Goodwin und Greg Brown auch Bridges selbst. Es sind sehr selbstreflexive, meditative Texte geworden. Dazu wurde ein Musikwerk geschaffen, das durchaus eingängiges Material enthält, aber hier und da dann doch ziemlich artifiziell wirkt, so als ob man dem Jazzlabel Blue Note in dieser Weise verpflichtet sein wollte.

Doch da weder Bridges noch Produzent T-Bone Burnett im artifiziellen Elfenbeinturm wohnen, sondern ein traditionelles Verständnis der amerikanischen Populärmusik haben, wird dieser Trend auf der Platte immer wieder gebrochen, so dass ein Album entstanden ist, für das man sich Zeit nehmen muss: dann entdeckt man die Schön- und Feinheiten des Albums, dann packt es einen letztendlich.

Den Auftakt macht Stephen Brutons flotter lebensfroher Feger „What a Little Bit Of Love Can Do“. Danach die erste Innensicht von Bridges: „Falling Short“ ist nach des Sängers Aussage bereits 40 Jahre alt, aber die hier beschriebenen Selbstzweifel scheinen immer noch da zu sein. „Everything But Love“ aus der Feder John Goodwins atmet das Patina eines alten Country-Klassikers aus: „Egal, was Du anhäufst im Leben, es ist nichts wert, wenn Du keine Liebe erfährst“. Da wimmert und greint die Pedal Steel, das es eine wahre Freude ist. „Tumbling Vine“ folgt dann wieder Bridges Sinn zur Selbstverständigung. Diesmal geht es um die Sinnsuche und seine buddhistische Gelassenheit und wieder scheint die Musik nicht vom Fleck zu kommen und begleitet die Worte in ihrer Schwere. Mit „Nothing Yet“ erweist Bridges dem von zwei Jahren verstorbenen Stephen Bruton die letzte Ehre, es bleibt langsam und nachdenklich. Doch dann zieht das Tempo wieder an und das funkige Bluesstück „Blue Car“ handelt von der Liebe zu den Frauen und dem blauen Auto. Mit „Maybe I Missed The Point“, wieder geschrieben von John Goodwin, einem Freund von Jeff seit Kindheitstagen, wird es wieder melodischer. Mit „Slow Boat“ folgt ein Song, der von Bridges‘ Film „Crazy Heart“ inspiriert ist und in dem es um Lebenskrisen zwischen Ausweglosigkeit und Hoffnung geht. Der Titel des Abschlusstracks „The Quest“ könnte schließlich als Motto des gesamten Albums stehen: Jeff Bridges, der ewige Sucher nach Sinn, nach sich selbst, nach dem was Leben ausmacht, der geboren ist, um los zu gehen.

Musikalisch unterstützt wird Jeff Bridges auf dem Album u.a. von T-Bone Burnett, der nicht nur produziert, sondern auch Gitarre spielt, Jay Bellerose an den Drums, Dennis Crouch am Bass, Russ Pahl an der Pedal Steel sowie Jackson Smith an der Electric Guitar. Im Backgroundchor tummeln sich mit Roseanne Cash und Ryan Bingham zwei große Stars der Americana-Szene.

Fazit: Ein Album, das hörenswert ist, welches aber an einigen Stellen den Zugang durch zuviel artifizielle Musikarrangements unnötig erschwert. Denn Mr. Bridges kann rocken und singen – wie er ebenfalls auf dieser Platte beweist. Und er hat den Country-Groove. Er sollte sich halt nur trauen, das alles auch mal öfters raus zulassen.

   
Jeff Bridges
CD: “Jeff Bridges”
Veröffentlicht: 2011
Label: Blue Note (EMI)

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Trackliste:

01. What A Little Bit Of Love Can Do
02. Falling Short
03. Everything But Love
04. Tumbling Vine
05. Nothing Yet
06. Blue Car
07. Maybe I Missed The Point
08. Slow Boat
09. Either Way
10. The Quest

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Über Thomas Waldherr (582 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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