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Carolina Chocolate Drops: Leaving Eden

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Wie man gleichzeitig Musiktradition bewahren und erneuern kann, beweisen die Carolina Chocolate Drops. Die schwarze Neo-Folk-Gruppe geht zurück bis in die Zeit, bevor die amerikanische Volksmusik in schwarzen Blues und weißem Country aufgeteilt wurde. Auf Leaving Eden (Veröffentlichung 27. Juli) paaren sie traditionelle Old Time-String-Music mit hartem Rockanschlag und fetzendem Beat. Das Ergebnis ist eine der besten Country & Folkplatten der letzten Jahre.

Die „Carolina Chocolate Drops“ sind Dom Flemons, Rhiannon Giddens, Hubby Jenkins und Leyla McCally. Mit ihrem 2010er Nonesuch-Label-Debüt „Genuine Negro Jig” erreichten sie auf Anhieb in den Billboard Bluegrass Charts den 1., sowie in den Billboard Heatseekers and Folk-Charts den 2. Platz.

Unter der Regie von Produzent Buddy Miller (Emmylou Harris, Paty Griffin, Robert Plant) entstanden in Nashville für die Nachfolgeplatte 15 starke Aufnahmen: Teils Traditionals, teils Eigenkompositionen, die von der Gruppe in faszinierender Weise traditionell und modern zugleich interpretiert werden. Sie nehmen einen mit auf die Zeitreise in den ländlichen Süden der USA, ohne dass es angestaubt klingt. Im Gegenteil: Selten klang Volksmusik mit Geige, Banjo, Mandoline und Gitarre so frisch, modern und dynamisch wie auf dieser CD.

Die Traditionals und Coverversionen stammen von schwarzen und weißen Old-Time-Musikern: Die weißen Banjospieler Cousin Emmy und J.E. Mainer sind genauso Paten der Musik der Carolina Chocolate Drops wie die schwarzen Sänger John Davies oder Ethel Waters. Der erste Song, „Riro’s House“ gibt die Richtung vor. Ein „Traditional meets Indie“-Stück voll treibender Kraft. Ein typisches Stück weiblicher Anklage gegen nichtsnutzige Männer ist „Baby, Are You Mad At Your Man?“. „Boodle-De-Bum-Bum“ ist dagegen der typisch männliche swingende Blues mit sexuellen Untertönen. Er stammt im Original vom Alabama-Songster Ben Curry, das Arrangement hier erinnert an die Mississippi Sheiks. „Country Girl“ dagegen ist eine Eigenkomposition von Rhiannon Giddens, die das Leben auf dem Lande preist. Passend dazu das Arrangement als Folk-Pop-Rock-Ballade. Giddens Fiddle gibt dem Song viel Appalachen-Flair.

Heimlicher Ohrwurm ist das Instrumental „Mahalla“, dass sie sich von dem südafrikanischen Gitarristen Hannes Coetzee ausgeliehen haben. Es fällt schwer einen Song nicht hervorzuheben zu wollen, aber hier seien nur noch zwei erwähnt. Der Titeltrack „Leaving Eden“ stammt aus der Feder von Laurelyn Dosset und zeichnet die Folgen der Globalisierung für die Bewohner einer Stadt nach, die von der Baumwollverarbeitung lebt. „Read ‚Em John“ ist ein grandioser A-capella-Gesang in der Form eines traditionellen „Negro Spirituals“, das von den Inseln vor der Küste Georgias stammt.

Fazit: Ein sensationelles Album, das wichtiges leistet, indem es die Wurzeln der Country Music, die von Schwarzen und Weißen stammen freilegt, und dem Hörer erstaunliche Pretiosen zum Hörgenuss liefert. Prädikat: Besonders Wertvoll.

   
Carolina Chocolate Drops: Leaving Eden
CD: „Leaving Eden“
Veröffentlicht: 2012
Label: Nonesuch (Warner)

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Trackliste:

01. Riro’s House
02. Kerr’s Negro Jig
03. Ruby, Are You Mad at Your Man?
04. Boodle-De-Bum-Bum
05. Country Girl
06. Run Mountain
07. Leaving Eden
08. Read ‚Em John
09. Mahalla
10. West End Blues
11. Po‘ Black Sheep
12. I Truly Understand That You Love Another Man
13. No Man’s Mama
14. Briggs‘ Corn Shucking Jig / Camptown Hornpipe
15. Pretty Bird

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Über Thomas Waldherr (513 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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