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Sara Evans: Copy That

Sara Evans hat sich mit "Copy That" einen musikalischen Traum erfüllt und interpretiert Songs, die sie besonders mag.

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Sara Evans - Copy That Sara Evans - Copy That. Bildrechte: Born To Fly Records

Sara Evans hatte ihren Hit vor 23 Jahren mit „True Lies“ und war im ersten Jahrzehnt 2000 äusserst erfolgreich, immerhin gelangen ihr fünf Tophits und vier ihrer Alben erreichten Platinstatus, also mehr als eine Million verkaufte Exemplare. Allerdings geriet die gutaussehende Dame in einen mitleidslos geführten Ehe, bzw. Scheidungskrieg mit ihrem ersten Mann, dem republikanischen Abgeordneten Craig Schelske. Sie musste insgesamt über eine Million Dollar bezahlen, bis die Ehe endlich geschieden war. Das warf sie auch musikalisch zurück, denn die Hits wurden rar und der Plattenvertrag nicht verlängert. Ihr letztes Album „Words“, das sehr poporientert klang, erschien im August 2017.

Nun ist Sara Evans wieder im Studio gewesen, um ihr 10. Studioalbum – Copy That, aufzunehmen. Sie hat sich bewusst für etwas Besonderes entscheiden: Sie hat 13 Lieder ausgesucht, die sie immer besonders gemocht hat und dabei war ihr völlig egal, aus welcher musikalischen Ecke diese stammen. Dabei hat sie selbst zusammen mit Jarrad K. die Produktion übernommen und seit jeher ist auch hörbar, dass Sara Evans über eine tolle Stimme verfügt.

Ihre Zuneigung gilt vor allem Pop und Rocksongs aus den 1970er und 80er Jahren. „If I Can’t Have You“ war 1978 ein Hit für Yvonne Elliman und 1978 sangen die Pretenders „Don’t Get Me Wrong“. Bei diesen Songs bleibt unser Aufmerksamkeitslevel eher unten, doch nun folgt ihre sehr gelungene Version von „Come On Eilleen“, aus dem Jahr 1983 und damals ein Hit für die Dexys Midnight Runners. Ein erstes richtiges Highlight ist ihr Duett mit Philip Sweet, das die Ballade von Kenny Loggins und Stevie Nicks „Whenever I Call You Friend“ (1978) perfekt darbietet. Ebenfalls sehr gelungen ihr Evans‘ Remake von Carole King „It’s Too Late“, mit dem die berühmte Sänger & Songschreiberin 1971 eine Nummer 1 hatte, übrigens im Geburtsjahr von Sara.

Den Supergruppen der 1970er Jahre, Fleetwood Mac und Chicago erweist sie mit deren Songs „Monday Morning“ und „Hard To Say I’m Sorry“ ihre Referenz, wobei vor allem letzterer sehr gelungen ist. Sara Evans ist auch für eine weitere Überraschung gut: Eine der eingängigsten Rocknummern von The Knack und eine Nummer 1 für die Rocker war 1979 „My Sharona“. Diesen Titel hat sie aufgenommen, wobei es irgendwie merkwürdig klingt, wenn Sara nun „My Sharona“ ansingt und so tut, als wäre sie eine Rockgöre. Hier bleibe ich gerne beim Original. John Mayers Ballade „All We Do Is Say Goodbye“ ist Sara Evans schon eher wieder in ihrem Element.

Zwei Titel habe ich aufgehoben für das Ende. Es sind natürlich ihre beiden ausgewählten Country-Nummern. Es ist natürlich der wunderbare Song aus der Feder von Hank Cochran, mit dem einst Patsy Cline ihre Fans weltweit begeisterte: „She’s Got You“ zeigt, wie überzeugend Sara Evans bei diesem musikalischen Heimspiel klingen kann. Für das Lied hat sie sich fast fünf Minuten Zeit genommen und ebenso lang ist ihre Version des Hank Williams-Klassikers „I’m So Lonesome I Could Cry“. Zudem hat sie sich hier der Unterstützung von Old Crow Medicine Show versichert, die mit Banjo, Fiddle, Gitarre und Harmoniegesang vom Feinsten die intensive Interpretation der Sara untermalen. Irgendwie erinnert sie mich hier an die große Patty Loveless. Eine wunderschöne Version dieses so oft schon gesungenen Titels.

Womit ich beim Fazit wäre. Ja, wie bekannt, sie hat eine wunderbare Stimme und ihre Titelauswahl kann gefallen, mit genannten Einschränkungen und im Bewusstsein, dass die jüngeren Jahrgänge unter den Musikfans die Originale vielleicht nicht mehr so gut kennen. Am Besten ist Sara Evans halt, wenn es nach Country klingt, das heißt aber nicht, dass das Album nicht doch seine Fans finden wird, auch wenn ich nicht unbedingt dabei bin.

Sara Evans – Copy That: Das Album

Sara Evans - Copy That

Titel: Copy That
Künstler: Sara Evans
Veröffentlichungstermin: 15. Mai 2020
Label: Born To Fly Records
Formate: CD, Vinyl & Digital (Deutschland nur Download)
Laufzeit: 53:25 Min.
Tracks: 13
Genre: Country, Pop

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Trackliste: (Copy That)

01. If I Can’t Have You
02. Don’t Get Me Wrong
03. Come On Eileen
04. Crazy Love
05. Whenever I Call You „Friend“ – mit Phillip Sweet
06. It’s Too Late
07. Monday Morning
08. All We Ever Do Is Say Goodbye
09. I’m So Lonesome I Could Cry – mit Old Crow Medicine Show
10. 6th Avenue Heartache
11. My Sharona
12. She’s Got You
13. Hard To Say I’m Sorry

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Über Franz-Karl Opitz (679 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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