Review: Ringo Starr – „Long Long Road“
Ein Beatle, ein Lebensweg – und ein überraschend tiefes Country-Album: Mit „Long Long Road“ zeigt Ringo Starr, dass große Musik keine Lautstärke braucht. Sondern Gefühl.
Ringo Starr – Long Long Road. Bildrechte: Collage (Country.de) // Cover © (Universal Music)
Ein Album wie ein Blick zurück – und nach vorn
Es gibt Alben, die wollen beeindrucken. Und es gibt Alben wie „Long Long Road“. Ringo Starr entscheidet sich bewusst gegen den großen Knall – und für etwas, das viel schwerer zu erreichen ist: Echtheit. Dieses Album fühlt sich an wie eine lange Fahrt durch die Abendsonne. Ruhig, reflektiert und getragen von der Erfahrung eines Künstlers, der nichts mehr beweisen muss.
Nashville im Herzen – produziert von T Bone Burnett
Dass T Bone Burnett hinter dem Album steht, hört man vom ersten Ton an. Der Sound ist: warm, organisch und bewusst reduziert. Kein überladener Studioglanz, sondern echte Instrumente, echte Räume, echte Emotionen. Und der Produzent hat sogar an „It’s Been Too Long“ mitgeschrieben.
Hier trifft klassisches Country & Americana auf eine fast intime Produktionsweise – ein Ansatz, der perfekt zu Ringos ruhiger Erzählweise passt. Er nimmt einen mit, fesselt sofort – man ist ganz und gar bei ihm!
Stimme statt Show – warum genau das funktioniert
Ringos Stimme ist kein technisches Wunder, aber sie ist glaubwürdig. Und genau das macht „Long Long Road“ so stark: kein Druck, perfekt zu klingen. Kein Versuch, modern zu sein. Kein Kalkül. Stattdessen: ein Erzähler, der Geschichten teilt!
Die stärksten Momente des Albums
Ein Album wie „Long Long Road“ lebt von Atmosphäre – doch einige Songs geben dem Ganzen klare Konturen:
„It’s Been Too Long“ (feat. Molly Tuttle & Sarah Jarosz)
Der vielleicht rundeste Track des Albums. Warme Harmonien, klassische Americana-Vibes und eine Leichtigkeit, die sofort trägt. Hier zeigt sich, wie gut Ringo im modernen Country-Kontext funktioniert.
„Choose Love“ (feat. St. Vincent)
Überraschend anders – und genau deshalb spannend. Die Zusammenarbeit bringt eine dezente moderne Note ins Spiel, ohne den organischen Kern zu verlieren.
„I Don’t See Me In Your Eyes Anymore“
Eine Hommage an die Wurzeln: Mit dieser Neuinterpretation eines Klassikers schlägt das Album eine direkte Brücke zur Country-Tradition.
„You And I (Wave Of Love)“
Leicht, fast schwebend – ein Song, der sich wie ein warmer Sommermoment anfühlt.
„Long Long Road“ (Titelsong)
Der emotionale Schlusspunkt. Ruhig, reflektiert und fast schon meditativ. Ein Song wie ein Fazit – nicht nur dieses Albums, sondern eines ganzen Lebens.
Zwischen Legende und Gegenwart
Natürlich bleibt da immer dieser Schatten von den Beatles. Und ja – man hört ihn ein wenig. Aber „Long Long Road“ funktioniert gerade deshalb, weil es nicht versucht, daran anzuknüpfen. Stattdessen entsteht etwas Eigenes: weniger Pop, mehr Gefühl, mehr Countrymusik, als man vielleicht erwartet hätte!
Fazit – Die leise Stärke eines großen Namens
„Long Long Road“ ist kein Album für schnelles Vorspulen oder Weiterzappen. Es ist ein Album für Menschen, die zuhören.
Ringo Starr liefert hier kein Comeback – sondern ein Statement:
• Musik darf leise sein
• Musik darf ehrlich sein
• Musik darf einfach wirken
Und genau deshalb bleibt dieses Album hängen. Großartig!
Ringo Starr – Long Long Road: Das 2026er Album

Titel: Long Long Road
Künstler: Ringo Starr
Veröffentlichungstermin: 24. April 2026
Label & Vertrieb: Universal Music
Formate: CD, Vinyl, Stream & Download
Tracks: 10
Genre: Country
Trackliste: (Long Long Road)
01. Returning Without Tears
02. Baby Don’t Go
03. I Don’t See Me In Your Eyes Anymore
04. It’s Been Too Long
05. Why
06. You and I (Wave of Love)
07. My Baby Don’t Want Nothing
08. Choose Love
09. She’s Gone
10. Long Long Road







