Vier Tage Countrymusik an der Nordsee: Das Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel
Von Celtic Cowboys & Bufallo Drive über Martha Fields bis zu den Watt’n Country Allstars: Vier Tage lang wurde die Jaderennbahn in Hooksiel zum Treffpunkt für Countryfans aus Deutschland und dem europäischen Ausland.
Watt’n Country Festival 2026 auf der Jaderennbahn in Hooksiel. Collage (Country.de) // Photo Credit: © (Michael Förschges) Logo: © Wat’n Country
Country.de präsentierte das Watt’n Country Festival 2026 und war an allen vier Festivaltagen mit unserem Reporter und Fotografen Michael Förschges vor Ort.
Vier Tage Countrymusik, zahlreiche Bands und Musiker aus mehreren Ländern und eine Jaderennbahn, auf der Gitarren, Fiddle, Pedal Steel und Line Dance den Ton angaben: Vom 3. bis 6. September 2026 fand in Hooksiel zum dritten Mal das Watt’n Country Musikfestival statt.
Bereits am Donnerstagnachmittag begann das umfangreiche Liveprogramm – und erst am Sonntagabend erklangen die letzten Töne. Dazwischen lagen vier Tage, die eindrucksvoll zeigten, wie breit das musikalische Spektrum der Countrymusik auch auf deutschen Festivalbühnen inzwischen geworden ist.
Celtic Cowboys eröffnen das Festival
Den musikalischen Auftakt übernahmen am Donnerstag um 15 Uhr die Celtic Cowboys. Die fünf Musiker verbanden Country mit Folk’n’Roll und präsentierten während ihrer drei Sets sowohl deutsch- als auch englischsprachige Songs.
Dabei zeigte die Band gleich zu Beginn, dass ihre Musik nicht auf ein einziges Schema festgelegt ist. Mal zart und zurückhaltend, mal laut und temperamentvoll erzählen die Songs von Wünschen und Sehnsüchten, Sorgen, Heimat und den unterschiedlichsten Geschichten des Lebens.

Martha Fields beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Mit Christian am Bass, Barney an der Fiddle, Hartmut an der Rhythmusgitarre, Robby am Schlagzeug sowie Sänger und Gitarrist Dirk präsentierte sich eine eingespielte Formation, die auf eine umfangreiche Diskografie mit mehreren Alben und Singles zurückblicken kann.
Buffalo Drive verbinden Country Rock mit klassischen Wurzeln
Nach der offiziellen Eröffnung des Festivals gehörte die Bühne am Abend Buffalo Drive. Die 2025 gegründete Formation aus Niedersachsen zählt zu den jüngeren Bands der deutschen New-Country-Szene und verbindet moderne, rockige Einflüsse mit den traditionellen Wurzeln des Genres.
Hinter Buffalo Drive stehen unter anderem zwei Musiker mit reichlich Erfahrung: Lutz Lagemann, Gründungsmitglied der Slow Horses, sowie Martin Connell, bekannt als Sänger und Gründer von The True Dramatics.

Bufallo Drive beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Das Repertoire machte deutlich, wohin die Reise gehen soll. Songs von Chris Stapleton, Shane Smith und Tyler Childers treffen bei Buffalo Drive auf Titel von Marty Stuart und Brad Paisley. Moderne Countrymusik, ohne dabei ihre Herkunft zu vergessen – damit setzte die Band einen passenden Schlusspunkt unter den ersten Festivaltag.
Gone Country bringen Nashville-Feeling nach Hooksiel
Am Freitag ging es bereits um 15 Uhr weiter. Gone Country aus Bielefeld hatten dabei schon einige Kilometer hinter sich: Noch am Vortag war die Band in Dänemark aufgetreten. Buddy Blake an Gesang und Gitarre, Ed Blue an der zweiten Gitarre, Al Cinema am Bass und Hendrix am Schlagzeug stehen für das, was die Band selbst als „Vollgas New Country Music“ bezeichnet.
Ganz unbekannt sind Gone Country längst nicht mehr. Unter anderem wurden sie in Pullman City Bayern mit dem Country Music Award in der Kategorie Country Rock ausgezeichnet, erhielten den WDR-Radiopreis „Die Besten im Westen“ und wurden bei den International Red Carpet Awards zur „Band of the Year“ gekürt.

Gone Country beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
In Hooksiel präsentierten sie über mehrere Stunden eine Mischung aus New Country und Klassikern – und sorgten damit für reichlich Bewegung vor der Bühne. Während der Umbaupausen übernahm an allen Festivaltagen DJ Richard aus den Niederlanden die musikalische Unterhaltung. So gab es auch zwischen den Liveauftritten kaum Leerlauf.
Siiri & Band setzen auf eigene Songs
Am Freitagabend folgte mit Siiri & Band ein deutlich anderer musikalischer Akzent. Im Mittelpunkt stand Sängerin und Gitarristin Siiri, unterstützt von Leonie an Gesang und Keyboard, Jan am Schlagzeug sowie den beiden Franks an Bass beziehungsweise Gitarre und Gesang.
Bemerkenswert war vor allem der hohe Anteil eigener Musik. Siiri präsentierte nicht einfach nur ihre Songs, sondern erzählte dem Publikum immer wieder etwas über deren Hintergründe und Texte. Dadurch entwickelte der rund zweistündige Auftritt einen sehr persönlichen Charakter.

Siiri & Band beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Zu hören waren unter anderem „Independence“, „What You Do“, „Kids From The Valley“ und „Life Or Death“. Nach „Roll And Rock“ sollte eigentlich Schluss sein – doch das Publikum hatte andere Vorstellungen. Die geforderte Zugabe fiel schließlich gleich dreifach aus: „Song For Women“, „Something To Change“ und „Let Life’s River Flow“ beendeten den zweiten Festivaltag gegen 22.30 Uhr.
Internationaler Samstag auf der Jaderennbahn
Für lange Nächte blieb während des Watt’n Country Festivals ohnehin wenig Zeit. Fotos sichern, ein paar Stunden schlafen – und am Samstagmorgen wartete bereits das nächste Programm.

Shirley Ann & Band beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Den Auftakt machten Shirley Ann & The Country Wings aus den Niederlanden. Sängerin Shirley Ann wurde dabei von fünf Musikern begleitet und brachte am Vormittag erneut internationales Flair auf die Jaderennbahn. Ab 15 Uhr wurde es dann bayerisch – zumindest was die Herkunft der nächsten Band betraf.
Boots ’n’ Pickups waren aus der Region Regensburg angereist und präsentierten ein Programm, das praktisch mehrere Generationen der Countrymusik miteinander verband. Klassiker von Hank Williams und Johnny Cash standen ebenso für die musikalische Ausrichtung wie Alan Jackson, Keith Urban, Sheryl Crow oder Drake Milligan. Hinzu kamen eigene Songs, die sich problemlos in das Programm einfügten.

Boots’n’ Pickups beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Eine Besonderheit der sechsköpfigen Formation ist der mehrstimmige Gesang: Bei Boots ’n’ Pickups greifen praktisch alle Musiker auch zum Mikrofon. Gleich mehrere Leadstimmen sorgen dabei für unterschiedliche Klangfarben. Ray Langmantl, Alex Blabl, Patricia Hahn, Sabine Kellermann, Janina Dobler und Scott Strain brachten neben Gitarren, Bass und Schlagzeug auch Piano, Keyboard, Ukulele und Percussion ins Spiel – entsprechend abwechslungsreich fiel der mehrstündige Auftritt aus.
Martha Fields bringt amerikanische Roots nach Hooksiel
Am Samstagabend wartete schließlich einer der internationalsten Auftritte des Festivals. Martha Fields & Band brachten amerikanische Roots-Musik auf die Bühne in Hooksiel. Die aus den USA stammende Sängerin und Songwriterin ist musikalisch sowohl mit Appalachia als auch mit Texas verbunden und wuchs mit Country- und Bluegrass-Musik auf. Diese Herkunft ist ihrer Musik anzuhören. Fields steht für einen authentischen, emotionalen Stil, der Country, Bluegrass und amerikanische Roots-Musik miteinander verbindet.

Martha Fields beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Im Laufe ihrer Karriere stand sie unter anderem mit Ricky Skaggs und Merle Travis auf der Bühne. Inzwischen verbringt sie einen Teil des Jahres im französischen Bordeaux und ist regelmäßig auch in Europa unterwegs. Unterstützt wurde sie in Hooksiel von Manu Bertrand, der unter anderem Dobro, Mandoline, Banjo, Pedal Steel, Lap Steel und Gitarre beherrscht, Gitarrist Urbain Lambert, Serge Samyn am Bass sowie Geiger Olivier Leclerc. Gerade durch diese Instrumentierung bekam der Samstagabend noch einmal einen ganz eigenen musikalischen Charakter und führte das Publikum sehr unmittelbar zu den amerikanischen Wurzeln der Countrymusik.
Mit Gottesdienst und Allstars in den letzten Festivaltag
Auch am Sonntag begann der Tag früh. Um 11 Uhr stand zunächst Glad(e)makers auf dem Programm. Dahinter verbarg sich eine besondere Kombination aus einem Pastor, den GladeMakers und der Band Seldom Sober. Musik und Worte gehörten beim Gottesdienst gleichermaßen zum Programm, bevor es gegen Mittag mit den Watt’n Country Allstars musikalisch weiterging.
Matt Walker Smith, George Meier, George B. Miller, Heiner Kuhlmann, Stephan Hübler und Hermann Lammers Meyer bildeten das Fundament der Allstars. Als Gäste kamen Michael Müller, Mike Jenkins, David Melone und Andre Ahrens hinzu. Bis 15 Uhr gehörte ihnen die Bühne – doch damit war das Watt’n Country Festival 2026 noch immer nicht beendet.
33 Songs zum Abschluss
Die letzte Band des viertägigen Festivals kam aus den Niederlanden und Großbritannien. Annet & The Lucky Ones übernahmen um 15.30 Uhr und bekamen die Aufgabe, vier intensive Tage Countrymusik zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Dafür hatten sie einiges vorbereitet: Insgesamt 33 Songs standen auf dem Programm. Mit Titeln wie „Girl Crush“, „Somebody Like You“, „Still“, „It’s All Over Now“ oder „Footloose“ wurde noch einmal ein weiter musikalischer Bogen gespannt.

Annet & The Lucky Ones beim Watt’n Country Festival 2026 in Hooksiel. Photo Credit: Michael Förschges (Country.de)
Dann war tatsächlich Schluss: Vier Tage, zahlreiche Bands, Musiker aus Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Frankreich und den USA und unzählige Songs später endete gegen 20 Uhr das Watt’n Country Musikfestival 2026.
Vier Tage, die die Vielfalt der Countrymusik zeigten
Das Watt’n Country Festival hat bei seiner dritten Ausgabe einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich Countrymusik klingen kann. Traditioneller Country und Bluegrass trafen auf New Country, Country Rock, Folk und amerikanische Roots-Musik. Nachwuchsbands standen neben Musikern, die bereits seit Jahrzehnten in der Szene unterwegs sind. Gerade diese Mischung machte die vier Tage in Hooksiel interessant.
Und während nach dem letzten Auftritt Instrumente, Kameras und Equipment wieder verstaut wurden, stand eines bereits fest: Auch 2027 soll es auf dem Gelände der Jaderennbahn an der Nordseeküste wieder ein Watt’n Country Festival geben. Nach vier Tagen Livemusik in Hooksiel dürfte es genügend Countryfans geben, die sich diesen Termin schon jetzt vormerken werden.


