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John Prine zum Achtzigsten

Zu seinen Ehren ist jetzt die Archivzusammenstellung „Found Dogs“ erschienen.

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John Prine wäre am 10. Oktober 2026 80 Jahre alt geworden. Mit seinen außergewöhnlichen Geschichten und Liedern prägte er Generationen von Musikern. Thomas Waldherr erinnert an den großen amerikanischen Songwriter und stellt die neue Archivveröffentlichung „Found Dogs“ vor.

John Prine zum 80. Geburtstag: Sein musikalisches Erbe John Prine zum 80. Geburtstag: Sein musikalisches Erbe. Collage (Country.de) // Photo Credit © Oh Boy Records

Am 10. Oktober wäre John Prine 80 Jahre alt geworden. Er starb am 7. April 2020 an den Folgen einer Corona-Infektion, nachdem er zwei Krebserkrankungen und einer Reihe von Operationen getrotzt hatte und 2018 mit „Tree Of Forgiveness“ noch ein wunderbares Alterswerk veröffentlicht hatte.

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Anlässlich seines Achtzigsten ehrt ihn nun das von ihm 1981 mitbegründete Label „Oh Boy Records“ mit dem Album „Found Dogs“. Es ist eine neu zusammengestellte Archivveröffentlichung, das gleichzeitig auch das 30-jährige Jubiläum des Grammy-nominierten „Lost Dogs & Mixed Blessings“ feiert, das für viele eines der besten Alben Prines ist.

Basierend auf den ursprünglichen Aufnahmesessions und Demos jener Zeit versammelt „Found Dogs“ alternative Versionen, Akustik-Darbietungen sowie fünf bisher unveröffentlichte Titel und gewährt so einen seltenen Einblick in Prines Songwriting und seine Studioarbeit während einer entscheidenden Phase seiner Karriere. Zu den Höhepunkten zählen alternative Takes von „Ain’t Hurtin’ Nobody“ und „Quit Hollerin’ At Me“, eine Solo-Akustikversion von „Humidity Built the Snowman“, Demos wie „Lake Marie“ sowie unveröffentlichte Aufnahmen, darunter „Hey Ah Nothin’“, „World Without Love“ und „Dogs in Burlington“. Alle Titel wurden für die digitale Veröffentlichung und für Vinyl neu gemastert.

Viele sangen seine Songs

John Prine wurde am 10. Oktober 1946 in Maywood, Illinois, geboren und startete seine musikalische Laufbahn Ende der 1960er Jahre in der Musikszene von Chicago. 1971 vermittelten ihm Kris Kristofferson und Paul Anka einen Plattenvertrag bei Atlantic. Schon der frühe John Prine bestach durch seine klugen, beobachtenden und immer empathischen Texte, die voller Phantasie und oftmals auch voller Humor waren und deren Herz stets für die Schwachen schlug. Die Mächtigen aber, die für den Wahnsinn dieser Welt verantwortlich sind, kritisierte er oftmals in seinen Liedern, obwohl er nie Protestsongs schrieb. Er war einfach ein großer Storyteller. Viele Künstler begannen seine Songs schon zu singen, bevor er selber 1975 mit „Common Sense“ einen nennenswerten kommerziellen Erfolg verbuchen konnte.

So ist bis heute der bekannteste Song von John Prine natürlich „Angel From Montgomery“. Er hatte ihn selber auf seinen Albumerstling „John Prine“ genommen, doch in der Version von Bonnie Raitt 1974 wurde ein Hit daraus. Viele weitere Künstlerinnen wie Carly Simon, Emmylou Harris, Susan Tedeschi oder Gretchen Wilson coverten den Song. Heute ist er ein absoluter Americana-Klassiker und wird immer mit seinem Namen verbunden sein.

Mitte der 1990er der Karriere-Höhepunkt, dann folgten gesundheitliche Schicksalsschläge

Nachdem ihm Atlantic 1981 den Plattenvertrag kündigte, gründete Prine gemeinsam mit seinem Manager Al Bunetta und Dan Einstein das unabhängige Plattenlabel Oh Boy Records. Hier erschien dann auch 1991 sein bis dato erfolgreichstes Werk, „The Missing Years“, das 500.000 Mal verkauft wurde und ihm einen Grammy einbrachte. 1995 schließlich erschien „Lost Dogs & Mixed Blessings“. Beide Alben wurden von Howie Epstein produziert, dem Bassisten von „Tom Petty & The Heartbreakers“. Endlich gebührte ihm der Erfolg und viele prominente Musiker, die ihn wegen seiner Songs schätzten, beteiligten sich am Entstehen dieser beiden Alben. Mit von der Partie waren u.a. Bruce Springsteen, Bonnie Raitt, Phil Everly und Albert Lee. Prine war auf dem Höhepunkt seines Erfolges.

Doch dann trafen ihn die gesundheitlichen Schicksalsschläge. Ende 1997 wurde bei Prine ein bösartiger Tumor im rechten Halsbereich diagnostiziert. Im Januar 1998 wurden der Tumor und ein Teil des Halses chirurgisch entfernt. Anschließend musste er sich noch einer sechswöchigen Strahlentherapie unterziehen. Im November 2013 gab Prine bekannt, dass bei ihm ein bösartiger Hauttumor diagnostiziert wurde. Doch Prine war ein Kämpfer. Von den Krankheiten gezeichnet nahm er weiter in regelmäßigen Abständen Alben auf und gab Konzerte.

Sein Ansehen unter seinen Musikerkollegen wuchs indes mehr und mehr. Er wurde nicht nur als Songwriter geschätzt, sondern weil er ein sehr umgänglicher, freundlicher, kluger Freund und Ratgeber war. So versammelten sich 2010 und 2021 die Creme de la Creme der Americana-Szene für zwei Tribute-Alben unter dem Titel „Broken Hearts & Dirty Windows: Songs of John Prine“. Mit dabei u.a. Justin Vernon (Bon Iver), Conor Oberst, The Avett Brothers, die Old Crow Medicine Show, Justin Townes Earle, Jason Isbell, Brandi Carlile, Amanda Shires, Valerie June, Sturgill Simpson, Emmylou Harris und natürlich Bonnie Raitt.

Tribute-Alben von Americana-Stars und Lob von Bob Dylan

Und der große Bob Dylan, Songwriterpapst und Literatur-Nobelpreisträger adelte ihn, indem er 2009 gegenüber der Huffington Post erklärte, dass John Prine zu seinen Lieblingsautoren zähle. Er sagte: „Prines Werke sind reiner Existenzialismus à la Proust. Geistige Reisen durch den Mittleren Westen in höchster Potenz. Und er schreibt wunderschöne Lieder. Ich erinnere mich noch daran, wie Kris Kristofferson ihn seinerzeit ins Rampenlicht holte. ‚Sam Stone‘ – mit dieser wunderbar eindringlichen Zeile: ‚There’s a hole in daddy’s arm where all the money goes, and Jesus Christ died for nothing I suppose.‘ All diese Geschichten über ‚Sam Stone‘, den drogensüchtigen Soldatenvater, und ‚Donald and Lydia‘, wo Menschen aus zehn Meilen Entfernung miteinander Liebe machen – niemand außer Prine könnte so etwas schreiben.“

Nun sorgt die Neuveröffentlichung „Found Dogs“ für eine Rückbesinnung auf Prines Werk. Aber auch unabhängig davon: John Prine wird unvergessen bleiben!

Das 2026er Album „Found Dogs“

John Prine – Found Dogs: Das 2026er Album

John Prine – Found Dogs

Titel: Found Dogs
Künstler: John Prine
Veröffentlichungstermin: 9. Oktober 2026
Label & Vertrieb: Oh Boy Records (Cargo)
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 10
Genre: Americana, Country

Trackliste: „Found Dogs“

01. Ain’t Hurtin Nobody (Alternative Version)
02. All the Way With You (Acoustic Version)
03. Lake Marie (Demo)
04. Humidity Built the Snowman (Solo Acoustic Version)
05. Quit Hollerin At Me (Alternate Version)
06. Hey Ah Nothin’
07. World Without Love
08. All for the Love of A Girl (Johnny-Horton-Cover)
09. Dogs in Burlington
10. My God Thank You John

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Über Thomas Waldherr (940 Artikel)
Seit 17 Jahren Redakteur bei Country.de - Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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