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ACM Honors 2026: Nashville feiert seine Legenden, Songwriter und Wegbereiter

Dolly Parton, The Carter Family und Brett James erhalten den Poet's Award – Kacey Musgraves, Eric Church und C2C gehören ebenfalls zu den Geehrten.

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Ein Abend für die Menschen hinter der Countrymusik: Bei den ACM Honors 2026 wurden Dolly Parton, The Carter Family, Kacey Musgraves, Eric Church und zahlreiche weitere Künstler und Wegbereiter geehrt. Dazu gab es persönliche Botschaften und besondere musikalische Tributes.

ACM Honors 2026 ACM Honors 2026. Collage (Country.de) // Logo: © (Academy Of Country Music)

Bei den 19th ACM Honors stand am Mittwochabend nicht der übliche Wettbewerb um die großen ACM Awards im Mittelpunkt. Im The Pinnacle in Nashville ehrte die Academy of Country Music vielmehr Künstler, Songwriter und Persönlichkeiten, die das Genre geprägt, weiterentwickelt oder sich in besonderer Weise um die Countrymusik verdient gemacht haben.

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Durch den Abend führten Carly Pearce und Parker McCollum. Auf der Bühne trafen dabei unterschiedliche Generationen der Countrymusik aufeinander – von Brenda Lee und Bill Anderson über Dolly Parton und Eric Church bis zu Kacey Musgraves, Ella Langley und Megan Moroney.

Dolly Parton: Songwriting bleibt das Herz ihrer Karriere

Eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Abends ging an Dolly Parton. Die Ikone der Countrymusik erhielt den ACM Poet’s Award, mit dem Künstler und Songwriter für ein außergewöhnliches und nachhaltiges Werk ausgezeichnet werden.

Parton war nicht persönlich in Nashville anwesend, meldete sich jedoch mit einer Videobotschaft an seine Fans. Darin machte sie deutlich, welchen Stellenwert das Schreiben von Songs auch nach Jahrzehnten im Musikgeschäft für sie besitzt. Für Parton ist Songwriting weit mehr als ein Teil ihres Berufs: Sie beschrieb es als eine Form von Therapie, Befreiung und Freude – und als ein Geschenk, für das sie dankbar sei.

Den Poet’s Award erhielten außerdem The Carter Family, deren Einfluss auf Country- und amerikanische Rootsmusik kaum zu überschätzen ist, sowie der im September 2025 verstorbene Songwriter Brett James.

Dierks Bentley erinnert an Brett James

Einer der emotionalsten Programmpunkte galt Brett James. Dierks Bentley erinnerte musikalisch an seinen langjährigen Freund und Songwriting-Partner und sang „I Hold On“. Bentley hatte den Song gemeinsam mit James geschrieben. Damit wurde aus der Preisverleihung zugleich eine persönliche Würdigung eines Songwriters, der hinter zahlreichen großen Country-Hits stand. Der Poet’s Award für James würdigt dessen bleibenden Einfluss auf die Countrymusik über seinen Tod hinaus.

Kacey Musgraves erhält den Spirit Award

Kacey Musgraves wurde mit dem ACM Spirit Award ausgezeichnet. Der nach dem musikalischen Geist von Merle Haggard ausgerichtete Preis würdigt Künstler, die ihren eigenen Weg gehen und dabei die Tradition der Countrymusik bewahren, ohne sich von ihr einengen zu lassen.

Musikalisch wurde Musgraves von Carter Faith geehrt. Sie interpretierte „Merry Go ’Round“ – jenen Song, mit dem Musgraves zu Beginn ihrer Karriere einem großen Publikum bekannt wurde und früh zeigte, dass sie Countrymusik aus einer ganz eigenen Perspektive erzählen wollte.

Sheryl Crow würdigt Eric Church

Bei Eric Church stand nicht allein die Musik im Mittelpunkt. Church erhielt den ACM Lifting Lives Award für sein gesellschaftliches und humanitäres Engagement. Besonders gewürdigt wurde dabei sein Einsatz nach den schweren Zerstörungen durch Hurricane Helene in seiner Heimatregion North Carolina. Für den musikalischen Tribut sorgte Sheryl Crow. Sie nahm sich Churchs „Drink In My Hand“ vor und würdigte damit einen Künstler, der sich seit vielen Jahren zwischen Country-Tradition, Rock und eigenem musikalischen Selbstverständnis bewegt.

Bill Anderson und Mike Curb sind ACM Icons

Zwei weitere große Namen der amerikanischen Musikgeschichte erhielten den ACM Icon Award: Bill Anderson und Mike Curb. Anderson gehört seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Songwritern der Countrymusik und ist als Sänger, Autor und Grand-Ole-Opry-Mitglied selbst Teil ihrer Geschichte. Mike Curb wiederum hat als Produzent, Labelgründer und Musikunternehmer zahlreiche Karrieren begleitet und die amerikanische Musikindustrie über Jahrzehnte mitgeprägt.

Auch C2C: Country to Country ausgezeichnet

Aus europäischer Sicht besonders interessant ist, dass das C2C: Country to Country den ACM International Award erhielt. Damit würdigt die Academy den Beitrag des Festivals zur internationalen Verbreitung der Countrymusik. C2C entwickelte sich seit seinem Start in Großbritannien zu einem der wichtigsten Country-Events außerhalb Nordamerikas und findet inzwischen an mehreren europäischen Standorten statt.

Auch Berlin gehört zum C2C-Netzwerk. Die Auszeichnung gilt allerdings dem Festival C2C: Country to Country insgesamt und nicht speziell der deutschen Ausgabe.

Ella Langley und Jessie Jo Dillon gewürdigt

Auch zwei der derzeit erfolgreichsten Songwriterinnen Nashvilles standen bei den ACM Honors im Mittelpunkt. Ella Langley wurde als ACM Artist-Songwriter of the Year gefeiert, Jessie Jo Dillon als ACM Songwriter of the Year. Diese Auszeichnungen waren bereits im Rahmen des 61. ACM-Awards-Zyklus bekanntgegeben worden und wurden bei den ACM Honors noch einmal auf der Bühne gewürdigt.

Bei den Studio Recording Awards ging der Titel Producer of the Year an Dann Huff, während Justin Niebank als Audio Engineer of the Year ausgezeichnet wurde.

Weitere besondere Ehrungen

Mit dem ACM Lift Every Voice Award wurde Leslie Fram für ihren Einsatz für mehr Vielfalt und neue Stimmen innerhalb der Countrymusik ausgezeichnet. Die Serie „Landman“ (Paramount+) erhielt den ACM Film Award, während Scott Zolke mit dem ACM Service Award geehrt wurde.

Damit machten die ACM Honors einmal mehr deutlich, dass Countrymusik nicht allein aus den Künstlern besteht, die im Rampenlicht stehen. Songwriter, Produzenten, Toningenieure, Veranstalter und Menschen hinter den Kulissen sind ebenso Teil dieser Geschichte.

Ein anderer Blick auf die Countrymusik

Genau darin unterscheiden sich die ACM Honors von einer klassischen Awardshow. Hier geht es weniger darum, wer im vergangenen Jahr die meisten Streams, Nummer-1-Hits oder ausverkaufte Arenen vorweisen konnte. Stattdessen stehen Lebenswerke, Songwriting, Engagement und der Einfluss einzelner Persönlichkeiten auf die Entwicklung der Countrymusik im Mittelpunkt.

Mit Dolly Parton und der Carter Family reicht der Blick tief in die Geschichte des Genres. Kacey Musgraves und Eric Church stehen für Künstler, die ihren eigenen musikalischen Weg eingeschlagen haben. Ella Langley und Jessie Jo Dillon repräsentieren eine neue Generation – und die Auszeichnung für C2C: Country to Country zeigt zugleich, wie weit Countrymusik längst über Nashville und den USA hinausgewachsen ist.

So wurden die 19th ACM Honors zu einem Abend, an dem weniger der Wettbewerb als vielmehr die Menschen und Geschichten hinter der Countrymusik gefeiert wurden.

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Über Dirk Neuhaus (1951 Artikel)
Seit 26 Jahren Redakteur bei Country.de - Fachgebiet: Traditional Country, Bluegrass. Rezensionen, News, Specials.