Beiträge des Monats: März 2010
Untermeitingen, Four Corners, am 6. März 2010. Dieses Konzert hat es gebraucht! Wie einen Sturm, der die Atmosphäre endlich frei bläst von verfestigten Gewohnheiten und die Kanäle reinigt! Was wir in Deutschland an amerikanischer Country Music konsumieren, hat seinen Ursprung zum überwiegenden Teil in der Nashville-Maschinerie. Und wir lieben es, weil wir es eben kennen und es uns vertraut ist. Unter dem ganzen Material ist sicher ein großer Anteil an wirklich guter und ihren Wurzeln noch naher Country Music.
Doch uns wird auch jede Menge Schrott angeboten, auf dessen Verpackung zwar Country steht, das Produkt jedoch aus inhaltsleerem Pop-Rock-Schlager-was-auch-immer besteht. Und dann kommt da ein wilder Typ namens Jackson Taylor aus Austin, Texas, ignoriert sämtliche Regeln und schreibt einen Text darüber, dass er auf das alles sch …
Am Freitag, den 05. März 2010 gastierten auf Einladung der Country & Western Friends Kötz Laurie Lewis und Tom Rozum aus Kalifornien im Saal im Hotel zur Post in Leipheim. Die zahlreich erschienenen Besucher waren aus etlichen Teilen Süddeutschlands nach Leipheim gekommen, um dieses hochkarätige Duo aus dem Westcoast-Bluegrass live erleben zu können. Die virtuos vorgetragene Musik fand regen Zuspruch.
Der Bluegrass entstand 1946 in Kentucky, hat sich Dank Laurie Lewis vor Jahrzehnten bis Kalifornien ausgebreitet und findet offensichtlich auch in Europa mehr und mehr Beachtung. Er ist wesentlich jünger als der Jazz, kann mithin nicht auf eine so reichhaltige Geschichte in Deutschland zurückblicken wie jene amerikanische Musikform aus New Orleans, die schon in den 1920er bzw. 1930er Jahren Fuß fassen konnte.
Billy Yates ist seit rund 15 Jahren einer der besten Songschreiber in Nashville. Seit einigen Jahren bereist er regelmäßig Europa und beweist jeweils, dass mit echter Country Music, die Seele und Inhalte hat, das Publikum in Begeisterung versetzt werden kann. Mit seiner markanten Stimme, einem freundlichen, aber bestimmten Charisma und seinen Liedern, die von George Jones und anderen Größen aufgenommen werden, lässt er die Herzen höher schlagen.
Am Freitag, den 26. Februar 2010 war er wieder einmal im gut besuchten Four Corners in Untermeitingen aufgetreten, und lieferte dort seinen bisher besten Four-Corners-Auftritt ab.
Eröffnet wurde der Abend gegen 20:30 Uhr von Savannah aus Holland, die gewohnt zuverlässig, aber zunächst relativ lautstark aufspielten. Ihre Highlights waren mithin auch die leiseren Lieder wie “My Baby’s Gone” von den Louvin Brothers” oder Shawn Camp’s “K-I-S-S-I-N-G”. Dass sie aus der Feder von Billy Yates auch etwas spielten, z.B. “I Like My Music Country”, belegt schon, dass dieser ein riesiges Repertoire geschaffen hat, und nicht auf jedes seiner Lieder angewiesen ist. Sehr schön kam “When You Say Nothing At All” aus der Feder von Paul Overstreet herüber.
Das ist bitter für den Countrybarden Gunter Gabriel, denn der Sänger und Songschreiber ist vom Dach seines Hausbootes gefallen. Wie die Hamburger Morgenpost in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, wollte Gabriel am vergangenen Samstag das Dach seines Hausbootes vom Schnee befreien, da rutschte er aus und fiel vom Dach.
Die Diagnose fällt dementsprechend deprimierend aus – der Oberarm ist gebrochen. Bedeutet, dass der Sänger noch eine Woche das Krankenbett im AK Harburg hüten, und danach min. sechs Wochen pausieren muss. Gitarre spielen fällt ebenso aus, vorsorglich wurden sämtliche Live-Konzerte für die nächsten Wochen erst einmal abgesagt.
Jeff Bridges hat es geschafft, viermal wurde er bereits für einen Oscar nominiert – mit der fünften Nominierung gab’s endlich den begehrten Oscar. Vor wenigen Minuten wurde er von der Akademie für seine Rolle des Bad Blake in “Crazy Heart” als “Bester Schauspieler” ausgezeichnet. Die Musiker Ryan Bingham und T-Bone Burnett konnten sich ebenfalls über einen Oscar für den “Besten Song (The Weary Kind) freuen.
Die Dankesrede von Jeff Bridges:
“Thank you, mom and dad, for turning me on to such a groovy profession.
They loved show biz so much and I feel an extension of them. This is honoring them as much as it is me. I want to thank Scott Cooper, our wonderful director, for his knowledge of film and country music and for his ability to instill self-confidence in his actors. And thank you for assembling such a wonderful cast. I want to thank Barry Markowitz, our wonderful DP, he did such a brilliant job. Judy Cairo, our producer, and Fox Searchlight, our wonderful distributor. Thank you guys for keeping us all together and for making it all happen.
T-Bone Burnett and Stephen Bruton for bringing all of that great music and those wonderful musicians to the party. My wonderful team that’s kept me together – Jean Sievers, David Schiff, Rick Kurtzman, CAA, Bob Wallerstein, Loyd Catlett, Tarra Day and Roger Love. Thank you, guys. And I especially want to thank my gorgeous wife, Sue, we’ve been married 33 years. We have a beautiful family. Three girls, Isabelle,Jessie and Hayley. Thank you, guys. I wouldn’t be up here without you. Thank you so much.”
Crazy Heart startete in Deutschland am 4. März 2010 im Verleih der Twentieth Century Fox. In den Hauptrollen: Jeff Bridges, Maggie Gyllenhaal und Robert Duvall. Für’s Drehbuch und die Regie war Scott Cooper verantwortlich. Der Film ist frei nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Cobb. Die Musik schrieben Stephen Bruton, T-Bone Burnett und Ryan Bingham.
Crazy Heart ist ein Country Music-Film vom Allerfeinsten, den man sich mittlerweile auch online bei der virtuellen Videothek Videoload.de ansehen / ausleihen kann.
Crazy Heart – das Country.de-Special zum Film: Hier klicken!
Ryan Bingham – das Country.de-Special zum Künstler: Hier klicken!
Eigentlich ist es ganz einfach – in der Praxis aber so schwer. Man suche nach einer Nische, habe eine Idee, wie man diese ausfüllen kann und setze das Ganze in die Tat um. Tut man dies zum richtigen Zeitpunkt mit dem nötigen Glück, ist der Erfolg garantiert. Ein Beispiel dafür ist The Twang.
Vor inzwischen schon reichlich einem Jahrzehnt wagten sie erste Veröffentlichungen, bei denen man spontan die Ohren ganz weit öffnete. Die Songs kannte man, nicht aber die “Bearbeitung”. Pop Songs gekleidet in einen Country Sound. So attraktiv arrangiert und vorgetragen, dass man mehr davon hören wollte. Anfangs vielleicht noch belächelt, strickte “The Twang” weiter an den neuartigen musikalischen Kleidern, in denen man die Songs auf den Laufsteg schickte. Sehr zum Gefallen des Publikums. Prompt fanden sich bald Nachahmer, die teilweise sogar größere kommerzielle Erfolge feiern konnten – aber nur vorübergehend.
Als The Twang vor mittlerweile 11 Jahren ihre erste E.P mit countryfizierten Popsongs im Eigenverlag herausbrachte, ahnte die Band nicht, dass sie gerade die erste Platte einer neuen Stilwelle veröffentlichten. The Twang, die “Pioneers of Countryfication”!
Auch mit ihrem ersten regulären Album “Countryfication” (2003) waren sie zunächst allein auf weiter Flur. Kühn nahmen sie Rock-, Pop-, Disco- und Hiphopsongs ins Visier ihrer Winchester, um waschechte Country & Westernsongs daraus zu schnitzen. Das Unternehmen glückte! “Countryfication” wurde ein vielbeachteter Hit mit Lobeshymnen vom Rolling Stone, Musikexpress, Spex oder auch der Süddeutschen Zeitung.
Man könnte ihn durchaus als “Wunderkind” bezeichnen. Nach seinen beiden erfolgreichen Alben “Mescalito” und Roadhouse Sun” ist dem 28-jährigen Ryan Bingham nun mit dem Ocscar-nominierten Filmsong “The Weary Kind” und der Mitwirkung am Soundtrack zu “Crazy Heart” endgültig der Durchbruch gelungen.
Vom Rodeo-Zirkus zum Musikbusiness
Eigentlich könnte auch seine Lebensgeschichte als Vorlage für einen Film dienen. Bingham streunte als Jugendlicher alleine durch das Grenzgebiet des US-amerikanischen Südwestens. Lebte mal hier mal dort, fand hin und wieder Zuflucht bei Verwandten. Über Wasser hielt er sich dabei durch die Mitwirkung bei Rodeo-Shows. Er ritt auf Bullen und übernachtete in seinem Truck. Zur Musik kam er durch die Jukebox in der Raststätte eines Onkels. Dort hörte er Bob Dylan, Marshall Tucker und Bob Wills. Ein Mariachi-Musiker aus der Nachbarschaft brachte ihm das Gitarrespielen bei und bald hatte er kleine Auftritte in Bars.
Mit “Lost Bound Rails” und “Wishbone Saloon” brachte er quasi im Selbstverlag zwei Alben heraus, ehe er bei Lone Star Music das Album “Dead Horses” veröffentlichte. Lost Highway Records – die Nashville Adresse für Alternative Country – wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn unter Vertrag. Mit “Mescalito” gab er sein Major-Label-Debüt, produziert wurde es von “Black-Crows”-Gitarrist Marc Ford.
Der Country Freund, das Country Music Magazin für Berlin und Brandenburg, erstrahlt im neuen Layout und trumpft mit neuem Konzept auf. Da wird der ein oder andere Abonnent des Print-Magazines große Augen gemacht haben, als er die März-Ausgabe in den Händen hielt.
Klare Strukturen und gehaltvolle Artikel zeichnen den “neuen” Country Freund aus. Nichts blieb mehr vom alten Design – ja, es war doch schon in die Jahre gekommen. Schwamm drüber, Schnee von gestern. Mit dem neuen Konzept, mehr internationale Künstler mit ins Magazin zu nehmen, hat Herausgeber Felix Blümel vollkommen richtig gehandelt, so bleibt er am Ball und der Leser immer informiert. Trotzdem, und das ist auch gut so, hat er den Bezug zu Berlin und Brandenburg nicht vernachlässigt. Viele Artikel befassen sich noch immer mit regionalen Veranstaltungen und Künstlern.
Ja, die Mischung macht’s. Weiter so … und “Glückwunsch” zum “neuen” Countryfreund!
Mit der aktuellen Ausgabe (März 2010) feiert das Tanzmagazin Living Line Dance seinen ersten Geburtstag. Seit einem Jahr ist es Plattform für alle Linedancer – ganz gleich, ob sie im Social Dance zum Spaß oder bei Meisterschaften um Pokale tanzen. In dem etwa 70-seitigen Magazin findet der Leser vielfältige Reportagen, Tanz-Tipps sowie Hintergrundinfos zu Choreografen und Clubs, Artikel zu Tanzreisen, aber auch über amerikanischen Lifestyle, Bands und Musiker. Ebenfalls enthalten sind Tanzbeschreibungen und ein internationaler Eventkalender.
Auf seiner Website bietet das Magazin weiterführende und multimediale Inhalte an. Mit dem dortigen Eventkalender steht ein zentraler Informationspunkt zu Line Dance- und Countryevents zur Verfügung. Registrierte Clubs können kostenfrei eigene Veranstaltungen einpflegen und so größeren Kreisen als über die lokalen Websites bekannt machen.
Infos zum Magazin, sowie Bestellmöglichkeiten (Probe-Abo etc.) gibt’s hier: Living Line Dance
Wie das Büro von Larry Schuba & Western Union mitteilt, wird die Berliner Band zum 1. November 2010 aufgelöst. Ja, nach über 40 Jahren ist Schluß. Es ist der Gruppe, rund um Bandleader Larry Schuba, nicht leichtgefallen, aber nach langem Überlegen hat man sich zu diesem Schritt entschlossen.
“Die Zeiten haben sich einfach geändert”, so Larry Schuba, “Es darf ja alles nichts mehr kosten. Für das Können und die Leidenschaft dieser Band, unsere Gagen waren immer überaus fair. Die Veranstalter setzen heute lieber auf billig, billig und nochmals billig. Viele Agenturen verteuern nur noch die Kosten. Aber Kosten hat diese Band auch immer gehabt – Reisekosten, LKW, Bandbus, Bürokosten usw. – dies Alles rechnet sich einfach nicht mehr.”
Wie geht’s weiter mit den einzelnen Musikern? Dominik Franke wird die musikalische Leitung einer großen Musik-Show übernehmen und Holger Bogen macht mittlerweile viele eigene Konzerte. Larry Schuba wird in Zukunft seine Solotätigkeiten weiter in den Vordergrund stellen.
Die Band will sich im Oktober 2010 (am 22. und 23.) von ihren Fans mit zwei Konzerten verabschieden. Nähere Infos dazu findet man hier: Abschiedskonzerte
Die zwei Events werden nochmals in einem würdigen Rahmen stattfinden. Sie wollen noch ein letztes Mal ihre ganze Leidenschaft und Liebe zu ihrer Musik zeigen. Also, bitte notieren: “Bunte Tränen” Abschiedskonzerte am 22. und 23. Oktober 2010 im Ernst-Reuter Saal (Reinickendorf).



