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Jerry Byrd

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Er gilt nach wie vor als der Gentleman unter den Top Steel-Gitarristen, ein Musiker mit besonderem Feingefühl sowohl im Umgang mit seinem Instrument als auch mit Menschen. Sein Spiel war stark von der Hawaii-Gitarre eingefärbt. Er hat Generationen jüngerer Musiker durch sein Spiel beeinflusst. Jerry Byrd war ein ganz Großer seiner Zunft.

Die Wiege des Gerald Lester Byrd stand in Lima, Ohio, wo er am 9. März 1920 geboren wurde. Mit 12 Jahren machte er bei einer so genannten „Tent Show“ Bekanntschaft mit einer Hawaii-Gitarre, das Erlebnis veränderte sein Leben. Bald hatte er selbst eine Steel Guitar, übte damit fast jede freie Minute mit der Konsequenz, dass er mit 15 bereits in Clubs und Bars auftrat. Die Hawaii Music zieht sich wie ein roter Faden durch seine Leben und seine Karriere. Bekannt aber wurde Jerry Byrd durch sein Mitwirken bei zahlreichen Country-Produktionen, den Hawaii-Touch hört man aber auch da gut heraus.

Jerry ByrdDen ersten wichtigen Schritt vollzog Jerry Byrd 1935 als er von einem lokalen Radiosender engagiert wurde. Rasch sprach sich sein Können herum. Kurzzeitig gehörte er dann zum Midwestern Jamboree in Cincinnati, Ohio und wechselte 1941 zum berühmten Renfro Valley Barn Dance. Von 1942 bis 1944 arbeitete er in Detroit, Michigan, es folgten zwei Jahre bei den Pleasant Valley Boys, 1946 gründete er sein „Jay-Byrd Trio“ und ging nach Nashville.

Jerry Byrd wurde Mitglied der Grand Ole Opry und arbeitete etliche Jahre im Studio mit den damaligen Stars Ernest Tubb, Patsy Cline, Hank Snow, Burl Ives, Red Foley, Marty Robbins, Chet Atkins und vielen anderen. Auch für die Sessions von Hank Williams wollte man ihn haben, Byrd ist bei „I’m So Lonesome I Could Cry“ ebenso zu hören wie beim „Lovesick Blues“.

So richtig mit Nashville anfreunden konnte sich Jerry Byrd eigentlich nie. 1948 ging er für eine Weile zum Midwestern Jamboree zurück, ehe er 1951 wieder in Nashville war. Unterdessen hatte er erste eigene Singles für Mercury aufgenommen. In Nashville war Byrd reichlich mit Studioarbeit beschäftigt, für Schallplatten aber vor allem auch für diverse Fernseh-Shows. So gehörte er vier Jahre lang zur Crew der Bobby Lord Show.

Von der Entwicklung der Country Music ziemlich enttäuscht, wollte er sich dem immer stärkeren Druck der kommerziellen Produktion nicht mehr aussetzen und zog die Konsequenzen. Anfang der 70er Jahre siedelte Jerry Byrd um nach Hawaii. Nur noch selten ging er in ein Aufnahmestudio oder anderswo auf die Bühne. Allerdings bei Steel Guitar Meetings und Event konnte man ihn doch noch regelmäßig an seinem Instrument oder als Gesprächspartner erleben.

Auf Hawaii arbeitete Jerry Byrd in erster Linie als Musiklehrer, er gab sein enormes Wissen und Können gerne weiter. Natürlich war er in seiner geliebten Wahl-Heimat auch immer wieder live zu erleben. Hier konnte er seine Liebe zur traditionellen Hawaii Music so richtig ausleben. Jerry Byrd veröffentlichte im Laufe seiner langen Karriere nicht nur eine ganze Reihe ausgezeichneter Instrumental-Alben sondern auch immer wieder Instruktions-Material. Besonders hervorheben möchte ich die Doppel-LP „Burning Sands, Pearly Shells & Steel Guitar“. Beim Titelsong „Burning Sand“ handelt es sich um Byrds Version des deutschen Schlagerhits „Heißer Sand“, damals gesungen von der Italienerin Mina. Niemand würde auf die Idee kommen, dass dieses Lied aus Deutschland kam, wenn man Jerry Byrd spielen hört.

Jerry Byrd starb am 11. April 2005 in Honululu im Alter von 85 Jahren an den Folgen des Parkinson Syndroms. Wer sich mehr mit diesem Künstler befassen möchte, dem sei der von Ray Montee (ebenfalls Steeler) betreute Jerry Byrd Fan Club empfohlen – www.jerrybyrd-fanclub.com

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