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Neu auf Country.de: Die Americana Charts

Neueste Entwicklungen, Auf & Abs, Newcomer, Dauerbrenner und Altmeister in unserer monatlichen Chart-Kolumne.

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Truck Stop 2019
Country Music Charts

Sicher, Hitparaden gehören zur populären Musik wie Tonträger und Abspielgerät. Und auch wenn sie die wirkliche Wirkung von Musik nur unzureichend erfassen – es gibt Hitparadenstürmer früherer Zeiten, die kennt heute keiner mehr, während der wirkliche musikalische Einfluss von Künstlern, die dort nur selten Gast waren, dagegen viel größer und tiefer sein kann – kommt man an ihnen nicht vorbei. Im besten Falle bieten sie einfach einen guten Einblick in den Musikmarkt, die Genres und die Künstlerszene.

Americana als Oberbegriff eines Musikgenres, das sich auf die Wurzeln der amerikanischen Populärmusik besinnt – Folk, Blues, Country, Gospel, Rock’n’Roll, und diese in sich vereint, entstand in den 1990er Jahren. Wegbereiter waren Gruppen wie Uncle Tupelo, Wilco oder Solo-Künstler wie Buddy Miller, Gilian Welch oder Emmylou Harris. Urväter waren Ende der 1960er niemand geringeres als Bob Dylan & The Band.

Parallel entwickelte sich auch das Radioformat „Americana“ als Reaktion auf den glatt gebügelten Sound der Country- und Rockwellen. 1999 gründete sich dann die „Americana Music Association“ (AMA). Mittlerweile ist das Americana-Genre laut dem Fachmagazin Billboard auch eines der kommerziell erfolgreichsten. Heutige Stars der Americana-Szene und mitentscheidend für diesen Erfolg sind u.a. Mumford And Sons, die Avett Brothers, The Felice Brothers oder Jason Isbell.

Grund genug auch hier auf Country.de – dem deutschen Online-Magazin für die country-orientierte Populärmusik – monatlich über die Entwicklungen in den mittlerweile drei relevanten Americana-Charts zu berichten: Den AMA Americana Airplay Charts, den Official Americana Album UK-Charts sowie den erst vor wenigen Wochen gelaunchten Billboard Americana/Folk-Album Charts.

Und hier die Wasserstandsmeldungen aus den aktuellen Charts:

1. Billboard Americana/Folk-Album-Charts. Die Charts basieren auf den Verkäufen, dem Airplay und dem Streaming. Hier heißt aktuell der große Gewinner Paul Simon. Der legendäre Singer-Songwriter (und die kreative Hälfte von Simon & Garfunkel) steigt mit seinem neuen Werk „Stranger To Stranger“ direkt auf auf der Nummer 1 ein und verdrängt damit Country-Neo-Outlaw Chris Stapletons Erfolgsalbum „Traveller“ auf die 2. Von diesem Platz fällt wiederum „Fallen Angels“ von Musik-Ikone und Sinatra-Crooner Bob Dylan auf den 4. Rang. Dazwischen stehen die „Lumineers“ unverändert stabil auf dem 3. Platz mit „Cleopatra“.

Die Official Americana Album UK-Charts versammeln die Americana-Alben mit den höchsten Verkaufszahlen im Vereinigten Königreich bei CDs, Vinyls und Downloads sowie anderen Formaten innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen. Auch hier sind – im Zeitraum vom 10. bis 16. Juni – die „Lumineers“ mit dem zweiten Platz oben dabei, gefolgt u.a. von Altmeisterin Bonnie Raitt. Gleich auf Nr. 3 eingestiegen ist Elle King mit „Love Stuff“ und sogar direkt von der Null auf die Pole-Position hat es Whitney mit „Light Upon The Lake“ geschafft.

Ganz anders dagegen das Bild auf den AMA Americana Airplay Charts: Auf der Nummer 1 haben sich Steve Earle und Shawn Colvin mit ihrem ersten gemeinsamen Album „Colvin & Earle“ platziert, gefolgt von „Mudcrutch 2“, der erneuten Reunion von Tom Pettys erster Band, den Americana-Altmeistern „Jayhawks“ mit „Paging Mr. Proust“, Sturgill Simpsons „A Sailors Guide To Earth“ und Hayes Carll Herz-Schmerz-Album „Lovers And Leavers“.

Und ehe jemand auf dumme Gedanken kommt, jawohl auch hier sind sie mit Position 9 ganz oben dabei – „The Lumineers“! Glückwunsch an das Folk-Rock-Trio aus Denver, Colorado. In allen drei Charts unter den ersten 10, sind sie die aktuellen Americana-Abräumer. Sagenhaft!

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Über Thomas Waldherr (513 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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