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The Avett Brothers: True Sadness

Ihr starkes neues Album bestätigt in bester Weise alte Erkenntnisse: Perfekter Neo-Folk-Pop-Sound mit Wissen um die eigenen Wurzeln und besonderer Spiritualität.

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The Avett Brothers - True Sadness The Avett Brothers, True Sadness - Bildrechte: Republic Records

Am kommenden Freitag (24. Juni) veröffentlicht neben den Felice Brothers auch die zweite bedeutende US-Americana-Brüder-Band ein neues Album. Und es könnte unterschiedlicher nicht sein. Sind die Felice-Brüder mit „Life In The Dark“ rumpelnde Folk-Rock-Country-Musikanten mit gesellschaftskritischen Texten, so stehen die The Avett Brothers mit True Sadness für perfekt produzierte Neo-Folk-Pop-Musik mit religiöser Überzeugung.

Wobei das angenehm unmissionarisch, persönlich und ehrlich rüberkommt und so dem Vergnügen, das man beim Hören der Platte hat, keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, denn dazu sind die Songs, die Themen und die Musik ihres erneut von Produzenten-Legende Rick Rubin betreuten neunten Studio-Albums (der Vorgänger „Magpie and the Dandelion“ datiert aus dem Jahre 2013) – einfach zu gut.

Nach dem ungewöhnlichen Auftakt mit „Ain’t No Man“ einem Stampf und Klatsch-Schaukler mit „We Will Rock You-Appeal“, führt der weitere Weg des Album sie zu den bekannten Breitwand-Mundharmonika-Banjo-Folk-Pop mit klarem Satzgesang. Überspitzt ausgedrückt verhalten sich die Avetts musikalisch zur Familie Felice wie die Everly Brothers zu Bob Dylan & The Band.

Und allesamt sind die Songs kompositorisch stark und voller Ideen- und Beziehungsreichtum. Einer der Schönsten des Albums ist „Smithsonian“. Der Sänger ruft das „Smithsonian“, die US-amerikanische Forschung- und Bildungseinrichtung, die u.a. auch die alten Folk-, Blues- und Country-Schätze aufbewahrt, an, um zu erfahren, dass das Leben auch aus Enttäuschungen und Verlusten besteht und endlich ist. Wunderschön.

Ein ganz anderer Song ist das vogelwilde „Satan Pulls The Strings“, in dem es um den Teufel und die Dämonen in uns selbst geht. Und woran erinnert uns das? An ein weiteres Brüderpaar der Countrymusik, den Louvin Brothers und ihrem „Satan Is Real“. Tja die Jungs kennen ihre popmusikalischen Roots.

Und bei all den vertrauten Tönen, zwischen schönem Gesang und wohlgesetzten Tönen, überraschen uns die Avetts dann mit einem Stück, der uns an einen alten Jimmie Rodgers Song erinnert. „Divorce Separation Blues“ ist ein kleines Meisterstück. Von der Melodie und der Haltung beim Gesang, inklusive Blue Yodel, könnte es ein alter Song des Vaters der Countrymusik sein, doch von der glatten Produktion und dem Wortreichtum, das mit vielen verschiedenen Begriffspaaren den Seelenzustand des Sängers skizziert, wird klar: Dies ist ein Song aus dem Jahre 2016 von den Avett Brothers. Wirklich ein Schmuckstück!

Und so bietet dieses Album allen Avett-Begeisterten viel neuen Stoff und mit dem Abschluss-Song „May It Last“ eine Bluegrass-Folk-Progressive-Pop-Walzer-Sinfonie-Miniatur wie es nur diese kunstfertigsten Brüder der derzeitigen Americana-Szene schaffen können.

Fazit: Ein ganz starkes Album, auch wenn man sich wünschen würde, Rick Rubin würde doch mal mehr mit Ecken und Kanten produzieren. Prädikat: Sattes Breitwand Neo-Folk-Pop-Erlebnis!

The Avett Brothers – True Sadness: Das Album

The Avett Brothers - True Sadness

Titel: True Sadness
Künstler: The Avett Brothers
Veröffentlichungstermin: 24. Juni 2016
Label: Republic Records
Vertrieb: Universal Music
Laufzeit: 50:54 Min.
Format: CD & Digital
Tracks: 12
Genre: Americana

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Trackliste:

01. Ain’t No Man
02. Mama I Don’t Believe
03. No Hard Feelings
04. Smithsonian
05. You Are Mine
06. Satan Pulls The Strings
07. True Sadness
08. I Wish I Was
09. Fisher Road To Hollywood
10. Victims Of Life
11. Divorce Separation Blues
12. May It Last

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Über Thomas Waldherr (582 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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