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Chuck Berry: Ein Rockstar und die Countrymusik!

Die Rock'n'Roll-Legende Chuck Berry verstarb am 18. März 2017 im Alter von 90 Jahren.

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Chuck Berry Chuck Berry - 1957. Bildrechte: Promo

Vor zwei Tagen ging es durch alle Nachrichten, sogar in der Tagesschau wurde an ihn erinnert: Chuck Berry ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Noch im vergangenen Jahr hatte er bei Live-Auftritten sein Publikum begeistert und eine neue LP angekündigt. Seine Musik hat in den kreativen 1960er Jahren so viele Musiker beeinflusst. Ohne ihn wären die Rolling Stones weniger erfolgreich gewesen, die auf ihren ersten LPs diverse Chuck Berry Songs aufnahmen, wie zum Beispiel „Little Queenie“, „Carol“ oder „Around And Around“. Auch die Beatles sangen seine Lieder. Wer kennt nicht ihre Versionen von „Roll Over Beethoven“ und „Rock’n’Roll Music“? Chuck Berry war stilbildend und blieb daher bis ins hohe Alter geachtet und erfolgreich.

Nun werden Sie, geneigter Leser, sich vielleicht fragen, was Chuck Berry denn nun auf einer Website wie Country.de zu suchen hat. Die Antwort ist: Chuck Berry war auch ein begnadeter Songschreiber. Viele seiner Lieder haben einiges mit Countrymusik gemeinsam, zumindest, was die Inhalte angeht: es geht stets um Liebe, um kleine Leute mit großen Sorgen, um Geschichten aus dem Leben, manchmal traurig, manchmal fröhlich. So finden sich dann an die Hundert Aufnahmen, die Country-Sänger von Liedern aus der Feder Chuck Berrys gemacht haben.

Dabei wird es nicht überraschen, dass sich Jerry Lee Lewis immer wieder beim Repertoire des schwarzen Co-Rockers bediente. Einige hat er immer wieder aufgenommen, so zum Beispiel „Memphis Tennessee“, das er auch live gerne zum Besten gab, zu hören auf Lewis‘ legendärer LP mit den „London Sessions“ aus dem Jahr 1986. In seiner Zeit bei Sun Records waren „Johnny B. Goode“ und „Sweet Little Sixteen“ seine Favoriten. Im Jahr 1970 nahm er mit seiner Schwester Gail „Roll Over Beethoven“ auf, und der Song schaffte es tatsächlich in die Country-Hitparade, wenn auch nur bis Platz 71. Jerry Lee Lewis hat dieses Lied auf der CD „Mean Old Man“ 2010 gesungen, im Duett mit Ringo Starr. „Roll Over Beethoven“ war nochmal in den Country-Charts: 1982 Platz 82 für Narvel Felts.

Den größten Country-Hit mit einem Chuck Berry-Song konnte Buck Owens verzeichnen. Er, der seine Lieder eigentlich selbst schrieb, coverte „Johnny B. Goode“ und stand damit am 26. Juli 1969 auf Platz 1. Im selben Jahr erreichte Waylon Jennings mit „Brown Eyed Handsome Man“ Platz 3, genau wie ein Jahr später Freddy Weller mit „Promised Land“, während die Version des großen Elvis 1974 eine klägliche 99 wurde. Freddy Weller hingegen schaffte mit auch mit Berrys „Too Much Monkey Business“ einen Top-10-Hit und ein dritter Song von Berry „Nadine“ wurde für ihn immerhin 1979 noch Platz 40. In der Top Ten war sein „Maybelline“ in zwei Versionen vertreten: 1955 war Marty Robbins eine Nummer 9 gelungen und im Duett kamen George Jones und Johnny Paycheck 23 Jahre später 1978 sogar einen Platz 7.

Gab es auch Frauen, die mit Chuck Berry Liedern in den Country-Charts Erfolg hatten? Ja, aber nur zwei: ein absoluter Klassiker ist dabei die herrliche Version von „C’est La Vie (You Never Can Tell)“, mit der Emmylou Harris 1977 auf Platz 6 zu finden war. Linda Ronstadt nahm zu ihrer besten Country-Zeit „Back In The U.S.A.“ auf, das ihr 1978 einen Platz 41 einbrachte.

Übrigens haben auch Bluegrass Virtuosen nicht vor Chuck Berry Musik zurückgeschreckt: Auf ihrer LP „Town And Country“ sangen Flatt & Scruggs 1966 „Memphis, Tennessee“ und Jim & Jesse versuchten sich 1980 an „Johnny B. Goode“. Insgesamt habe ich fast 100 Cover-Versionen von Berrys Hits gefunden, 18 davon konnten sich in den Country-Charts platzieren.

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Über Franz-Karl Opitz (571 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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