Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I
Der Sänger übertrifft sich auf seiner neuen EP selbst.
Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I. Bildrechte: Boxer Boy Records
Wow! Lange nicht mehr haben wir Pokey LaFarge auf einem Album so kraftvoll und dynamisch spielen und singen gehört wie auf seiner neuen EP Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I. Kein Wunder, denn die Aufnahmen der sechs Songs sind im besten Sinne roh und archaisch. Nur Stimmen und Gitarre. Sie klingen und hören sich dadurch an, als wären sie schon hundert Jahre alt. Aufgenommen im The Great Northern Sound Society-Studio in Parsonsfield, Maine.
Archaisch und schön
Und genauso archaisch will das der Traditionalist aus Illinois, der jetzt in Maine lebt, auch. Seine Musik war seit jeher an der Schnittstelle von frühem Country, Blues und Ragtime im Stil der 1930er Jahre angesiedelt. Nach seinem 2024er Ausflug ins „Rumba Country“ kehrt er nun wieder zu seinen Wurzeln zurück. Im Pressetext zur EP heißt es „Pokey LaFarge ist Musiker, Songwriter, Bandleader, Entertainer, Innovator und Bewahrer traditioneller Musik. Sein vielseitiges Talent hat ihn an die Spitze der amerikanischen Musikszene katapultiert. Seine Musik sprengt Genregrenzen und widerlegt immer wieder die Annahme, dass Traditionsträger keine musikalischen Grenzen überschreiten.“
Diesmal überschreitet er die Grenzen der Zeit. Als wären sie irgendwo im Nowhere aufgenommen, so wie im Amerika in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts, als es kleinste Studios gab, in denen Interessierte eine Platte aufnehmen konnten. So wie die Soggy Bottom Boys im fiktiven „O Brother Where Art Thou“ oder Elvis Presley und Johnny Cash beim realen Memphis Recording Service von Sam Phillips.
Zeitlose Musik
Auch von der Handlung her sind die Songs je nach Perspektive uralt oder zeitlos. „Ain’t No Grave“ ist ein dynamischer Gospel, gesungen von Pokey und seiner Ehefrau Addie Hamilton. Überirdisch schön! Auch der „Pickup Truck“, das feine alte amerikanische Automobil, das den Sänger gut nach Hause zu seinem Baby bringen soll, wird ihn dann schließlich auch in den Himmel bringen. „Arkansas“ ist ein Song über einen Mann der immer auf dem Weg ist. Zur Arbeit, zur Frau, zu Gott und doch immer in Arkansas landet.
Der vielleicht faszinierendste Song ist auf jeden Fall „Josephine“. Das könnte auch Blind Lemon Jefferson sein, ein alter Bluesman, der sich da in höchste gesangliche Höhen schraubt und von seiner großen Liebe und dem sich zum Sterben bereit machen singt. Gänsehaut-Feeling. In „Walk Your Way Out Of This Town“ singt dann der Erzähler davon, wie man bei einer Trennung letztlich der Glücklichere bleibt und bei „Keep A Knockin’“ scheint der Sänger ein viel umschwärmter Liebhaber zu sein.
Fazit: Pokey LaFarge legt ein geniales Stück Musik vor. Nur Stimme und Gitarre, das was man eben auf der Reise mitnehmen kann. Macht Lust, mal wieder ein Konzert des alten Knaben zu besuchen. Hoffentlich kommt er bald mal wieder!
Pokey LaFarge – Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I: Die 2026er EP

Künstler: Pokey LaFarge
Album: Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I
Veröffentlichung: 23. Januar 2026 (Vinyl)
Veröffentlichung: 13. Februar (Stream & Download)
Label: Boxer Boy Records
Vertrieb: Diggers Factory
Formate: Vinyl, Stream & Download
Tracks: 6
Genre: Americana
Trackliste: (Travelin’ With Pokey LaFarge: Voice And Guitar Vol. I)
01. Ain’t No Grave
02. Pickup Truck
03. Arkansas
04. Josephine
05. Walk Your Way Out Of This Town
06. Keep A Knockin’







