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Ryan Bingham & The Texas Gentlemen: They Call Us The Lucky Ones

Mit „They Call Us The Lucky Ones“ veröffentlicht Ryan Bingham gemeinsam mit The Texas Gentlemen sein erstes Studioalbum mit neuen Songs seit sieben Jahren – ein raues, emotionales und politisch aufgeladenes Werk zwischen Wüstenstaub, Country-Rock und den Bruchstellen des modernen Amerika.

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Ryan Bingham & The Texas Gentlemen – They Call Us The Lucky Ones Ryan Bingham & The Texas Gentlemen – They Call Us The Lucky Ones. Collage (Country.de) // Cover: © (The Bingham Recording Co.)

Der Musiker und Schauspieler meldet sich eindrucksvoll mit einem neuen Album zurück.

Ein Album von ihm zu besprechen, ist wie nach Hause kommen. Seit 16 Jahren verfolgen wir an dieser Stelle die Karriere von Ryan Bingham. Von seinen ersten Alben wie „Roadhouse Sun“ über den Grammy-Erfolg 2010 mit „My Weary Heart“ aus dem Country Movie „Crazy Heart“ mit Jeff Bridges über gefeierte Live-Auftritte bis hin zu den persönlichen Veränderungen und dem ungebrochene musizieren auf hohem Niveau wie auf seinen letzten Veröffentlichungen wie die EP „Watch Out Fot The Wolf“ (2023) und dem Live-Mitschnitt „Live At Red Rocks“ von 2024.

Erster neuer Studio-Longplayer seit sieben Jahren

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Daneben reüssierte er als TV-Schauspieler in der Serie „Yellowstone“ und brachte ebenso wie auch ein gewisser Bob Dylan seine eigene Whiskeymarke mit dem naheliegenden Namen „Bingham’s Bourbon“ heraus. Nun also der erste Longplayer mit Originalsongs seit „American Love Song“ aus dem Jahr 2019, das eine Abrechnung mit dem Amerika der Trump-Ära darstellte.

Daran knüpft er auf seinem neuen Album „They Call Us The Lucky Ones“ mit dem Song „Americana“ nahtlos an. Es ist eine bitterböse Satire über das beschädigte Leben der in den USA sozial abgehängten im „Fly Over Country“, deren letzte Zuflucht in Patriotismus, Drogen, Countrymusik und Verschwörungstheorien liegt. Bingham spießt hier sowohl die Massenbasis der MAGA-Bewegung auf, als auch die Countryszene selbst, aus der doch einige mit einem falschen, ausgrenzenden und unhistorischen Patriotismusverständnis zu Herolden der unamerikanischsten Regierung, die es je gab, geworden sind.

Neuer Spaß beim gemeinsamen Musizieren

Doch Bingham geht es nicht nur um Sozialkritik, er hat auch hier wieder alle Bereiche des Lebens im Blick. Zum Beispiel sein eigenes Verständnis als Musiker. Denn dieses Album ist kein Ryan Bingham-Album, es firmiert al Album von Ryan Bingham & The Texas Gentlemen. So heißt denn auch die vorab veröffentlichte Single „Ballad of The Texas Gentlemen“. Über den Track sagt Bingham: „Nachdem ich jahrelang alleine unterwegs war und ab und zu mit The Texas Gentlemen auftrat, wurde mir irgendwann klar, dass ich wieder Teil einer Band war, ohne das wirklich geplant zu haben. ‚Ballad of The Texas Gentlemen‘ entstand genau in diesem Moment – einfach wieder mit Menschen unterwegs zu sein, denen man vertraut, und sich daran zu erinnern, warum man sich überhaupt in das Musizieren verliebt hat.“ The Texas Gentlemen sind Ryan Ake (Gitarren), Daniel Creamer (Klavier, Orgel), Paul Grass (Schlagzeug, Percussion) und Scott Lee (Bass).

Eine Verletzlichkeit und Kritik am Trump-Amerika

Es ist also dieses gemeinsame Musizieren mit „The Texas Gentlemen“, mit denen er schon auf „Live At Red Rocks“ zu hören war, das die Kreativität von Bingham neu beflügelt hat. Seine neuen Songs wie „Cocaine Charlie“, „Blue Skies“ oder „I’m A Goin‘ Nowhere“ atmen mit ihrem trockenen, rauen Country-Rock immer noch die staubige Wüstenluft der südwestlichen Grenzstaaten der USA. Die Weite des Himmels und die Freiheit, die aber oftmals schnell zur Verlorenheit wird, wenn die Rahmenbedingungen den amerikanischen Traum längst zerstört haben. Und sie führen immer wieder ins persönliche zurück. Ryan Bingham schafft es nach anderthalb Jahrzehnten im Geschäft immer noch, wirklich verletzlich zu wirken und gleichzeitig weiß er, wie die einfachen Menschen im Land ticken. Und er weiß, wer sie permanent belügt und ihnen garantiert nicht hilft. Es ist der „Big Dog“, den man in Ruhe essen lassen muss, weil man selber im täglichen Überlebenskampf steckt, wie er in einem Song singt. Ein schöner Vergleich für einen Präsidenten, der sich nur für seine eigenen Geschäfte und seinen Pomp interessiert.

Fazit

Ryan Bingham bleibt einer der wichtigsten Künstler des American-Genres. Und trotzt weiterhin allem Unbill in den gespaltenen Staaten von Amerika.

Ryan Bingham & The Texas Gentlemen – They Call Us The Lucky Ones: Das 2026er Album

Ryan Bingham & The Texas Gentlemen – They Call Us The Lucky Ones

Titel: They Call Us The Lucky Ones
Künstler: Ryan Bingham & The Texas Gentlemen
Veröffentlichungstermin: 15. Mai 2026
Label: The Bingham Recording Co.
Vertrieb: (Thirty Tigers)
Formate: CD, Stream & Download
Tracks: 10
Genre: Country, Singer & Songwriter

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Trackliste: (They Call Us The Lucky Ones)

01. The Lucky Ones
02. Let The Big Dog Eat
03. I Got A Feelin’
04. Twist The Knife
05. Americana
06. Cocaine Charlie
07. Blue Skies
08. Relevance
09. Ballad Of The Texas Gentlemen
10. I’m A Goin’ Nowhere

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Über Thomas Waldherr (923 Artikel)
Seit 17 Jahren Redakteur bei Country.de - Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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