Shania Twain – „Little Miss Twain“: Ein Album voller Spielfreude, Country und Blues
Mehr als nur ein „neues“ Album. Country, Pop, Rock und Blues vom Feinsten!
Shania Twain – Little Miss Twain. Collage (Country.de) // Cover: © (Republic Nashville - UMG)
Es gibt Alben, die man gerne auch mal nebenbei hört. Dann gibt es wiederum Alben, für die man sich ganz bewusst Zeit nimmt; „Little Miss Twain“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Shania Twains neues Album lädt dazu ein, den den doch meist tristen Alltag für eine Weile auszublenden, es sich gemütlich auf der Couch zu machen und einfach zuzuhören. Vielleicht bei einem guten Glas Wein, vielleicht auch bei einem frisch gezapften Bier. Entscheidend ist nur: Diese Musik möchte genossen werden.
Dabei klingt „Little Miss Twain“ keineswegs ruhig oder zurückhaltend. Das Album lebt von seiner großen stilistischen Bandbreite, seiner Spielfreude und vor allem von einer Shania Twain, die hörbar bester Laune ist. Sie wirkt gelöst, selbstbewusst und musikalisch so vielseitig wie lange nicht mehr.
Erstaunlich viel Country
Besonders erfreulich ist, wie viel Countrymusik tatsächlich in diesem Silberling steckt. Songs wie „Stranger Things“, „Right Time“, „Little Miss Twain“, „Dirty Rosie“, „Faded Blue Jeans“, „Northern Town“, „Down The Middle“ und „New Love“ zeigen Shania Twain von einer Seite, die viele ihrer langjährigen Fans begeistern dürfte.
Die Songs wirken nicht wie ein halbherziger Blick zurück auf frühere Zeiten. Sie stehen vielmehr fest im Hier und Jetzt, greifen aber zugleich jene musikalischen Elemente auf, mit denen Shania Twain einst ihre Karriere begann. Gitarren, Melodien und Arrangements besitzen Bodenhaftung, ohne altmodisch zu klingen. Gerade darin liegt eine der großen Stärken des Albums: Es erinnert an ihre Wurzeln, ohne sich in Nostalgie zu verlieren.
Blues, Soul und ein Hauch Prince
Doch „Little Miss Twain“ ist weit mehr als ein Countryalbum. Shania Twain erlaubt sich musikalische Ausflüge, die überraschend gut funktionieren.
„Problematic“ klingt stellenweise, als hätte Prince im Studio seine Finger im Spiel gehabt. Der Song ist cool, lässig und ungewöhnlich, fügt sich aber dennoch erstaunlich selbstverständlich in das Gesamtbild ein. Mit „Scary Little Thing“ und „I’d Be Loving Me“ liefert Twain zwei echte Bluesknaller. Ihre Stimme passt hervorragend zu dieser raueren, erdigeren Klangwelt. Noch eindrucksvoller fällt „That’s The Money“ aus. Der Song ist ein Country-Blues-Gigant, kraftvoll, mitreißend und einer der Titel, die sofort im Gedächtnis bleiben. „Take It To The River“ zeigt dagegen die gefühlvolle Seite des Albums. Die großartige Ballade besitzt Ruhe, Tiefe und genau das richtige Maß an Dramatik, ohne jemals überladen zu wirken.
Ein Ohrwurm mit Langzeitwirkung
Auch „Rockstars“ gehört zu den Höhepunkten. Der Midtempo-Song lebt von einer richtig guten Melodie, die sich unaufhörlich in den Gehörgang bohrt. Es ist einer jener Titel, die schon beim ersten Hören vertraut wirken und dennoch mit jedem weiteren Durchlauf an Wirkung gewinnen.
Überhaupt ist „Little Miss Twain“ ein Album ohne spürbare Langeweile. Die Songs unterscheiden sich deutlich voneinander, wirken aber nicht zusammengewürfelt. Country, Blues, Rock, Pop und Soul stehen hier nicht gegeneinander, sondern ergänzen sich. Und, Shania Twain versucht dabei nicht, aktuellen Trends hinterherzulaufen oder ihre Vergangenheit künstlich nachzubauen. Sie macht einfach Musik, die ihr hörbar Freude bereitet. Genau diese Freude überträgt sich auf den Hörer und fesselt ihn nahezu jede Sekunde.
Shania Twain hat nichts mehr zu beweisen
Vielleicht ist das auch die größte Stärke des Albums: Shania Twain muss niemandem mehr etwas beweisen, denn sie kann sich musikalisch frei bewegen, verschiedene Stile ausprobieren und dabei ganz sie selbst bleiben.
„Little Miss Twain“ klingt nicht nach einem kalkulierten Comeback, nicht nach einem Pflichtprogramm und auch nicht nach einem Versuch, frühere Erfolge zu wiederholen. Es klingt nach einer Künstlerin, die genau weiß, wer sie ist und welche Musik sie machen möchte. Und siehe da, das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches, warmes und erstaunlich starkes Album, das mehr als nur unterhält.
Fazit
Mit „Little Miss Twain“ hat sich Shania Twain zu ihrem 60. Geburtstag vermutlich selbst das schönste Geschenk gemacht. Das Album ist persönlich, vielseitig und voller musikalischer Ideen. Es bietet starken Country, packenden Blues, große Melodien, eine wunderbare Ballade und einige echte Überraschungen. Vor allem aber ist es ein Album, das Freude macht. Man kann es entspannt hören, bewusst genießen und direkt danach noch einmal von vorne beginnen.
Shania Twain präsentiert sich hier in bester Verfassung und mit einer Spielfreude, die über die gesamte Laufzeit trägt. „Little Miss Twain“ ist nicht nur ein starkes Alterswerk, wenn man das mit 60 Jahren überhaupt schreiben darf, sondern es ist eines ihrer überzeugendsten Alben ihrer langen Karriere.
Shania Twain – Little Miss Twain: Das 2026er Album

Künstlerin: Shania Twain
Album: Little Miss Twain
Label: Republic Records (Universal Music)
Veröffentlichung: 24. Juli 2026
Formate: CD, Vinyl, Stream & Download
Genre: Country, Country-Pop, Blues, Rock und Soul
Tracks: 15 (CD & Streaming)
Tracks: 12 (Vinyl)
Laufzeit: ca. 50 Minuten
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5 von 5 Sternen)
„Little Miss Twain“ – Trackliste
01. Stranger Things
02. Right Time
03. Little Miss Twain (feat. Tanya Tucker)
04. Dirty Rosie
05. Quit My Life
06. Problematic
07. Scary Little Thing
08. I’d Be Loving Me
09. Faded Blue Jeans (feat. Josh Homme)
10. Northern Town
11. That’s The Money
12. Down The Middle
13. Take It To The River (feat. The War and Treaty)
14. New Love
15. Rockstars
Das Wichtigste in Kürze
Highlights: „Stranger Things“, „Right Time“, „Little Miss Twain“, „Dirty Rosie“, „Faded Blue Jeans“, „Northern Town“, „Down The Middle“, „New Love“, „That’s The Money“ und „Rockstars“
Besonderheit: Shania Twain verbindet ihre Country-Wurzeln mit Blues-, Rock- und Soul-Einflüssen und wirkt dabei so spielfreudig wie seit Jahren nicht mehr.
Stärke des Albums: Große stilistische Vielfalt, starke Melodien und kein einziger Moment der Langeweile.
Country.de meint: „Little Miss Twain“ ist ein Album zum Genießen – abwechslungsreich, authentisch und voller musikalischer Leidenschaft. Ein Werk, das zeigt, dass Shania Twain auch mit 60 Jahren noch überraschen und begeistern kann.







