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Jack Ingram: This Is It

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Und wieder mal ein texanischer Künstler, den die Aussicht auf eine Karriere als Stammgast in den Charts dazu bewegt hat, seinen bisherigen Stil etwas zu rationalisieren und damit massentauglicher zu machen. Leute wie Pat Green oder die Randy Rogers Band haben es schon mehr oder weniger erfolgreich vorgemacht. Nun ist Jack Ingram dran, der rein optisch mit den halblangen Haaren ein wenig an Keith Urban erinnert und stimmlich wie ein Bryan Adams-Epigone daherkommt. Eine Kombination, mit der er zumindest schon mal die Mehrheit aller stereotypisch tickenden Frauenherzen auf seiner Seite haben dürfte. Und womit will er bitteschön die männliche Hörerschaft überzeugen? Nun, vielleicht mit einem ganzen Bündel an saftigen Cabriohymnen für den bevorstehenden Sommer, die allesamt gewagt halsbrecherisch auf der dünnen Grenze zwischen kantigem, mit Country-Elementen versetztem Rock und radiokompatiblem Hausfrauen-Sound balancieren.

Wer die bereits lange im Vorfeld veröffentlichte Singleauskopplung „Wherever You Are“ schon mal gehört hat, wird wissen, was ich meine. Erfreulicherweise hat das Album aber erheblich mehr zu bieten, wie zum Beispiel die zweite Auskopplung „Love You“ aus der Feder von Trent Summar, einem texanischen Songwriterkollegen, der diesen Song auch selbst erst kürzlich für sein Album „Horseshoes & Hand Grenades“ aufgenommen hat. Und genau dieser Song ist es dann auch, der so etwas wie einen Bruch im Verlauf des Albums darstellt. Von hier an befinden sich nämlich fast ausschließlich nur noch selbst geschriebene Songs vom guten Jack auf der CD.

Herausragend von diesen „Original-Ingrams“ ist ganz klar das ruhige, mit akustischer Gitarre begleitete „Ava Adele“, ein Song, den er für seine Tochter geschrieben hat, die doch tatsächlich diesen Namen trägt! Diese verrückten Texaner. Jedenfalls ist dieser Song hier in seiner Machart auf diesem Album einzigartig. Danach wird das Tempo wieder etwas angezogen und die fetten Gitarren wieder aus den Koffern geholt. Wobei „Make A Wish (Coming Home Again)“ im Grunde auch noch als Ballade durchgeht – aber eben als eine rockige. Anders ist es bei „Great Divide“, bei dem man zuerst auch wieder mit einer ruhigeren Nummer rechnet, bis sich dann plötzlich, pünktlich mit Ende der ersten Strophe, eine dieser anfangs erwähnten Cabriohymnen daraus entwickelt. Sagte ich was von Cabriohymnen? Gut, denn damit wären wir dann bei „Don’t Want To Hurt“ und „Maybe She’ll Get Lonely“ angekommen, zwei Verdeckrunterklapper wie aus dem Lehrbuch. Das absolute Highlight des Albums hat man – vermutlich absichtlich, weil der Song irgendwie so gar nicht ins Gesamtbild passen möchte – ganz ans Ende gesetzt: „All I Can Do“, eine schön relaxte, leicht melancholische und mit dezent geschmackvollen Bläsern untermauerte Midtemponummer.

Famous last words: Mit „This Is It“ ist Jack Ingram ein durchweg gut hörbares Album gelungen, das mit einigen echten Highlights aufwarten kann. Dank des geringen Balladenanteils ist das einer der heißesten CD-Tipps für die nächste Cabriofahrt. Oder, wenn grad kein Cabrio zur Hand, dann meinetwegen auch für die nächste Fahrt im Opel Corsa. Möglichkeiten und Verwendungszwecke finden sich sicherlich genügend …

   
This Is It
CD: „This Is It“
Erscheinungsdatum: 2007
Label: Big Maschine Records

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Trackliste:

01. Measure Of A Man
02. Hold On
03. Lips Of An Angel
04. Wherever You Are
05. Love You
06. Easy As 1, 2, 3, Pt. 2
07. Ava Adele
08. Make AWish (Coming Home Again)
09. Great Divide
10. Don’t Want To Hurt
11. Maybe She’ll Get Lonely
12. All I Can Do
13. Wherever You Are (Video)
14. Love You (Video)

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