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The Ballad Of High Noon (Do Not Forsake Me): Dimitri Tiomkin & Ned Washington

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Wir haben es mit einem wahrhaft kolossalen Song zu tun, einem Lied, das Zeichen gesetzt und Türen geöffnet hat. Der Titelsong zum vielleicht legendärsten Westernfilm überhaupt ist ebenso unsterblich geworden wie der Film und seine Hauptdarsteller. Als der Film 1952 Premiere feierte hatte es nicht viele Spielfilme mit einem Song gegeben, „High Noon“ änderte dies grundlegend. Danach gab es vor allem im Westerngenre kaum einen Streifen ohne einen Titelsong und auch die Soundtracks kamen zunehmend in Mode.

Sinn und Zweck eines solchen Titel-Songs war und ist es, Werbung für den Film zu machen. Das ist „High Noon“ in idealer Weise gelungen, denn auch thematisch wird der Inhalt des Films behandelt, wenn man so will, liefert er eine kleine Vorschau. Da hat es offenbar nicht geschadet, dass es nicht der Hauptdarsteller Gary Cooper war, der das Lied sang. Der Hörer konnte sich offenbar dennoch und dank der Stimme von Tex Ritter mit der Filmfigur identifizieren. Hinzu kommt die eingängige Melodie. Alles passt einfach zusammen.

Dimitri Tiomkin hatte den Auftrag erhalten, die Musik für den Film zu schreiben, einen typischen Western. Er sagte, ihm sei dabei spontan die dunkle, so unverkennbare Stimme von Tex Ritter eingefallen, der als „singender Cowboy“ schon genügend Erfahrung gesammelt hatte. Tiomkin kam eigentlich aus der Klassik, hatte aber auch ein Faible für „Hillbilly Music“. Es war dennoch ungewöhnlich, einen Sänger aus dem „Hillbilly Bereich“ auszuwählen, weil gewöhnlich Pop-Sänger für Film-Songs dieser Größenordnung den Zuspruch erhielten. Obwohl Ritter bereits in mehr als 50 Filmen mitgewirkt hatte, zählte er nicht zur ersten Garde möglicher Sänger für einen Film mit Gary Cooper und Grace Kelly und war deshalb zunächst misstrauisch. Als Tiomkin in zu sich nach Hause einlud. Der Film war bereits fertig abgedreht, die Zeit drängte also. Tex Ritter ließ sich nicht lange bitten. „High Noon“, das Ritter übrigens in England erstmals vor Publikum sang, wurde zum meist gefragten Song der weiteren Karriere des Künstlers. Und ein bis in die Gegenwart hinein immer wieder aufgenommenes Evergreen.

In der Version mit Tex Ritter tauchte „High Noon“ zwar nie in den Country Charts auf, wohl aber im Pop-Bereich. Da kletterte er bis auf Platz 12. Noch besser lief es für Frankie Laine, der sogar Platz 8 damit erreichte. Die Tex Ritter-Version hingegen blieb die dauerhaftere und klassische. Der Song war so erfolgreich, dass er das Filmgeschäft revolutionierte, was Filmmusik und Titelsongs betrifft. Danach war es nie wieder wie zuvor.

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