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Johnny Rodriguez

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Als richtiger Strahlemann mischte der am 10. Dezember 1951 in texanischen Sabinal geborene Johnny Rodriguez in den 1970er Jahren die Countryszene auf. Da brachte er sechs Singles auf die Spitzenposition. Auch in den 1980er Jahren blieb er präsent, was durch insgesamt 45 Singles dokumentiert wird, die er in den Charts unterbrachte.

Der Beginn seiner Karriere ist abenteuerlich und könnte als Vorlage für ein Drehbuch dienen. Juan Raul Davis Rodriguez, so sein voller Name, stammt aus einer kinderreichen Familie mexikanischer Herkunft und verbrachte seine Kindheit in ärmlichen Verhältnissen weniger als 200 Kilometer von der Grenze entfernt. Zwar war der lebhafte Junge für jeden Streich zu haben, doch wurde er nie sonderlich auffällig.

Johnny RodriguezDas änderte sich als sein Vater starb und einer seiner Brüder bei einem Verkehrsunfall sein Leben verlor. Er wurde als etwa 16-Jähriger aus der Bahn geworfen und kam mit dem Gesetz in Konflikt. Oft kolportiert worden ist die Geschichte, nach der er mit Freunden eine Ziege gestohlen, diese getötet und gegrillt zu haben. Wie dem auch sei, er landete jedenfalls hinter Gittern.

Dort vertrieb er sich die Zeit mit Singerei und hatte Glück, dass dies einem Texas Ranger gefiel. Der wiederum kannte Happy Shahan, dem Besitzer der nahe gelegenen Filmkulissenstadt Alamo Village. Dort traten gelegentlich Country Stars auf, um die Touristen zu unterhalten. Shahan heuerte Rodriguez als Sänger an und eines Tages hörten ihn dort Bobby Bare und Tom T. Hall. Von denen ermutigt machte sich Rodriguez auf nach Nashville, wo ihn Tom T. Hall für seine Band als Sänger und für seinen Musikverlag als Songschreiber unter Vertrag nahm.

Etliche Monate später stand Hall persönlich mit seinem Schützling bei Mercury Records auf der Matte, wo er selbst auch unter Vertrag stand. Gleich mit der ersten Single „Pass Me By“ gelang es, die Top Ten zu knacken. Gleich danach folgten drei Nr. 1 Singles: „You Always Come Back“, „Ridin‘ My Thumb To Mexico“, „That’s The Way Love Goes“. Damit war Johnny Rodriguez angekommen und mauserte sich zu einem Publikumsliebling, dem es auch gelang, große Teile der hispanischen Bevölkerung im Südwesten für Country Music zu begeistern. Zumal er eine Reihe seiner Hits auch selbst schrieb. 1975 belegte er mit allen drei Singles den Spitzenplatz: „I Just Can’t Get Her Out Of My Mind“, „Just Get Up And Close The Door“, „Love Put A Song In My Heart“.

Ende der 1970er Jahre begab sich Rodriguez in die Obhut des damals überaus erfolgreichen Produzenten Billy Sherrill und wechselte deshalb zu Epic Records. Der erhoffte neue Impuls blieb jedoch aus. Rodriguez war und blieb mit seiner Band eine gefragte Attraktion, doch die Top Ten schaffte er nur noch selten. Auch privat geriet sein Leben zeitweise aus den geordneten Bahnen, Grund dafür wie so oft Alkohol und Drogen. Ein Versuch, bei Capitol Records wieder Boden unter die Füße zu bekommen und an alte erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen, scheiterte schon nach zwei Jahren.

Nach deutlich mehr als 20 Alben und dutzenden von Hits verschwand Johnny Rodriguez 1990 aus den Charts. Nicht jedoch von der Bildfläche. Sporadisch sind seither noch einige Alben veröffentlicht worden, Rodriguez ging auch weiter auf Tournee und gab Konzerte – von den Medien blieben seine Aktivitäten weitgehend unbeachtet. In die Schlagzeilen geriet er 1998 als er unter Mordverdacht in Texas verhaftet wurde, weil er einen Mann tödlich angeschossen hatte, den er für einen Einbrecher und Dieb hielt.
Rodriguez wurde frei gesprochen, weil er nach Ansicht des Gerichtes aus Notwehr gehandelt hatte.

Seine musikalischen Tätigkeiten hat der Künstler, der für gleich drei Präsidenten (Jimmy Carter, George Bush (Vater) und George W. Bush (Sohn) Konzerte geben durfte, bis heute nicht aufgegeben. Vielleicht schafft der smarte Texaner ja noch einmal mein Comeback. Arbeiten daran tut er jedenfalls. Mit Johnny Bush war er gemeinsam im Aufnahme-Studio, um für Heart of Texas das Album „Texas Legends“ einzuspielen. Im texanischen Brady war er wiederholt als Headliner, zuletzt im September 2011 vor ausverkauftem Haus.

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