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Gary Morris

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Er war der Erste, der den später von Bette Midler zum Welthit gemachten Song „Wind Beneath My Wings“ aufgenommen hat. Damit belegte Gary Morris 1983 „nur“ Platz 4 der Country Charts, mit anderen Aufnahmen war er kommerziell weitaus erfolgreicher. Sein Weg zum Gesangsstar ist ungewöhnlich gewesen. Obwohl er für die stark pop-orientierte Richtung der Country Music steht, kommen seine frühen Einflüsse aus dem traditionellen Country-Bereich.

Gary Gwyn Morris stammt aus Texas, er wurde am 7. Dezember 1948 in der „Cowtown“ Fort Worth geboren. Mit seiner Zwillingsschwester Carey sang er schon als Kind gemeinsam, das setzte sich in der Schule fort. Als kräftiger Bursche brachte er ideale Voraussetzungen für den Sport mit und eine Weile schwankte er, welcher Seite er sich zuwenden sollte. Während seiner Zeit am Cisco Junior College gewann die Musik die Oberhand. So sehr sogar, dass er sich nach Colorado aufmachte, mit Freunden ein Trio gründete und, angespornt vom Publikumszuspruch, die Ausbildung abbrach, um Sänger zu bleiben. Er hat es nie bereut.

Gary MorrisDie frühen 1970er Jahre verbrachte Morris überwiegend in Denver, wo er in Nightclubs auftrat. Dann verpflichtete ihn der spätere Präsident Jimmy Carter für seinen Wahlkampf. Als Dank lud ihn Carter dann ins Weiße Haus für ein Konzert ein. Unter den Gästen war auch Produzent Norro Wilson aus Nashville, dem Morris ein Demo-Tape geben konnte. Ergebnis: ein Plattenvertrag bei Warner Brothers, wenn auch mit ein wenig Verspätung. Zuvor hatte er es ohne Erfolg bei MCA Records schon versucht. Als Gary Morris 1980 nach Nashville zog, erinnerte sich Norro Wilson an ihn. Noch tat das Publikum sich schwer mit dieser ausgesprochen guten und variablen Stimme, doch die dritte Single

„Headed For A Heartache“ brach den Bann und Knackte die Top Ten. Mit fast jeder weiteren Single landete er wieder in den Top Ten und machte sich einen Namen als hinreißender Balladensänger. 1984 war es dann so weit: „Baby Bye Bye“ erreichte Platz 1. Vier weitere Singles schafften das auch: „I’ll Never Stop Loving You“, „Makin‘ Up For Lost Time“, „100% Chance Of Rain“ und „Leave Me Lonely“.

Mit seinen Platten war Gary Morris erstaunlicherweise außerhalb der Country Music wenig erfolgreich, obwohl die meisten Aufnahmen starkes Pop-Potenzial hatten. Dennoch streckte er seine Fühler in andere Gefilde der Unterhaltung aus. 1984 übernahm er an der Seite von Linda Ronstadt eine Rolle in der Puccini Oper „La Boheme“, die im New Yorker Public Theater aufgeführt wurde. Danach spielte er die Hauptrolle in Jean Valjean’s Musical „Les Miserables“ am Broadway. Vor der Kamera machte Morris ebenfalls eine gute Figur. Fünf Jahre agierte er als Gastgeber der Show „North American Sportsman“ beim Sender TNN, in einer Reihe von Serien gab er Gastrollen, z.B. in „The Colbys“ und „Mike Hammer“. Vorwiegend in den 1990er Jahren beteiligte sich Morris an internationalen Projekten wie dem vom Sender PBS in Moskau produzierten Special „Gary Morris and the Art of Tretyakov“.

Für einige Jahre zog sich Gray Morris also aus der aktuellen Musik zurück, um sich anderen Zielen zuzuwenden. Dann kehrte er kurzzeitig in die Country Music zurück, die ihn aber weitgehend vergessen hatte. Dennoch ist der Vollblut-Entertainer weiter aktiv und gibt Konzerte. Im Jahre 2008 veröffentlichte er zwei Gospel Alben. 2010 sang er zwei Songs im Duett mit Juice Newton für deren Album „Duets: Friends & Memories“. Das aktuelle Album von Gary Morris aus dem Jahre 2011 trägt den Titel „Faith & Freedom“ und ist mehr oder weniger den amerikanischen Truppen gewidmet.

Der private Gary Morris hat ein wechselvolles Leben geführt, denn er ging vier Ehen ein, keine davon hat gehalten. Morris ist Vater von fünf Kindern, aus jeder Ehe eines sowie ein weiteres aus einer vorherigen Verbindung. Seine Zeit verbringt der inzwischen ergraute und seinem Kollegen Kenny Rogers zum Verwechseln ähnlich sehende Künstler entweder in Nashville oder in Mountain Spirit, Colorado, wo er auf dem dortigen Anwesen seinen Hobbies frönen kann, dem Fliegenfischen und der Jagd.

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