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Billy Walker

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William Marvin Walker, geboren am 14. Januar 1929 in Ralls, Texas, war ein ungemein sympathischer Künstler, ein Entertainer, der immer für seine Fans da gewesen ist. Wann und wo immer wir uns begegnet sind, egal ob in Wembley oder in Schönberg an der Ostsee, ob sonstwo in Deutschland, in einem Studio in Nashville oder in der Grand Ole Opry, Billy Walker zeigte sich gut gelaunt und immer zu einem Scherz aufgelegt.

Umso schmerzlicher berührte mich die Nachricht von seinem Unfalltod im Mai 2006. Billy Walker, der aus schwierigen Verhältnissen stammte, hat zeitlebens nie vergessen, woher er gekommen war. Er blieb ein Kumpel, ein Mensch, den man einfach gern haben musste.

Billy WalkerZunächst auf einer Farm zu Hause, wuchs er in einem Waisenhaus auf, nachdem seine allein erziehende Mutter gestorben war. Als sein Vater wieder heiratete, holte er seinen Sohn nach Hause zurück und entfachte in ihm ein Feuer namens Country Music.

Als Walker dann Gene Autry Filme sah, weitete sich das Feuer zum Flächenbrand aus, jetzt wollte er mit aller Macht Sänger werden. Mit 15 gewann er einen Talentwettbewerb. Das allein ermutigte schon aber damit verbunden war eine 15-minütige Radioshow samstags bei KICA in Clovis, New Mexico. Kenner wissen, dies ist eine musik-historische Stadt, mit der Namen wie Buddy Holly, Norman Petty, The Crickets, Waylon Jennings verbunden sind.

Die Sache ließ sich so gut dann, dass Billy Walker im Jahr 1947 Berufssänger wurde. Hank Thompson, mit dem er befreundet war, vermittelte ihm 1949 einen Vertrag bei Capitol Records. Walker gehörte nun zum Ensemble des „Big D Jamboree“ in Dallas und wurde von seinem Manager als „The Masked Singer of Country Songs“ verkauft.

Bei Capitol Records kam Walker nicht weiter, 1951 wechselte er zu Columbia, zunächst ebenfalls ohne Erfolg. 1952 der nächste Schritt, Billy Walker wurde Mitglied des Louisiana Hayride. 1954 dann endlich sein erster Hit: „Thank You For Calling“. Zu der Zeit nahm er seine Platten noch in Dallas auf, im Studio des legendären Jim Beck, wo auch Aufnahmen von Lefty Frizzell, Ray Price und Marty Robbins entstanden. Mitte der 1950er Jahre tourte Walker kurzzeitig auch mit Elvis Presley, der beim Louisiana Hayride für Furore sorgte. Es war auch die Zeit des Rock’n’Roll, einem neuen Metier, in dem sich Walker kurzzeitig, halbherzig und erfolglos versuchte. Weiter brachte ihn sein Mitwirken beim „Ozark Jubilee“ von Red Foley. Er war jetzt in der richtigen Spur, die führte ihn 1959 natürlich nach Nashville. Im Jahr danach wurde er Mitglied der Grand Ole Opry, er blieb es bis zum Schluss.

Waren seine Platten bis dahin allenfalls mittelprächtig verkauft worden, fand er nun ein Paar Schuhe, die ihn mit Riesenschritten zum Star machten. Dass es nicht seine eigenen sondern die eines gewissen Charlie waren, spielt dabei keine Rolle. „Charlie’s Shoes“ verhalf Billy Walker 1962 zur ersten aber auch einzigen #1. Jetzt wurden für seine weiche, angenehm warme Tenorstimme die richtigen Songs gefunden. Auch wenn Walker die Charts nicht unbedingt aufmischte, blieben viele seiner Aufnahmen über Jahre hinweg gefragt. Man denke an „Cross The Brazos At Waco“, „Matamoros“, „A Million And One“, „Bear With Me A Little Longer“, „Anything Your Heart Desires“, „Ramona“ oder „Smokey Places“.

Auch die 70er Jahre über blieb er Dauergast in den Charts. Bei MGM u.a. mit „Darling Days“, „When A Man Loves A Woman“, „She Goes Walking Through My Mind“ oder „Sing Me A Love Song To Baby“. Ab 1975 zwei Jahre bei RCA mit Songs wie „Word Games“ und danach bei Independent Labels bis in die 1980er. Da blieben seine Erfolge eher bescheiden, 1988 wird Walker mit „Wild Texas Rose“ letztmalig bei Billboard notiert. Der Sänger hatte kein Problem damit. Er zeigte sich dankbar für die schönen Zeiten, die er ganz oben hatte und übte nun auf kleinerer Flamme, seinem Alter angemessen, wie er es selbst ausdrückte, seinen Beruf weiter aus. Dabei kam er immer wieder auch mal nach Deutschland, wo er auf eine treue Fangemeinde bauen durfte. Bei ihm konnte der Fan sicher sein, gradlinige, unterhaltsame Country Music zu bekommen, von einem Künstler, der leidenschaftlich Musik machte und dem Publikum genau das gab, was dieses von ihm erwartete. Nie habe ich den wegen seiner Körpergröße gern „Tall Texan“ genannten Sänger unzufrieden oder schlecht gelaunt erlebt.

Am 21. Mai 2006 starb Billy Walker – wie so viele Musiker – sozusagen „im Dienst“. Er befand sich auf dem Interstate 65 auf der Rückfahrt nach Nashville von einem Auftritt in Alabama, als sein Auto bei Fort Deposit von der Fahrbahn abkam. Mit ihm verloren seine Frau Bettie, Gitarrist Daniel Patton und Bassist Charles Lilly (Sohn von Everett Lilly von den Lilly Brothers) ihr Leben.

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