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Charlie Rich

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Daran, dass er einmal ein Superstar in der Country Music werden würde, hat lange Zeit niemand gedacht – er selbst vor allem auch nicht. Musiker schon – aber Country? Charlie Rich kam am 14. Dezember 1932 als Spross eines dem Alkohol zugetanen Baumwollfarmers in Benton, Arkansas, zur Welt.

Ihm erging es wie vielen seiner Altersgenossen, die Musik brachte Ablenkung und Abwechslung in den Alltag. Für Charles Rich sogar in besonderem Maße, so dass sie zu einem wichtigen Faktor in den Jahren des Heranwachsens wurde. In die Musik führte sein Weg schon in der Schule, er studierte Musik an der University of Arkansas. Während des Wehrdienstes bei der Air Force festigte sich sein Entschluss, die Musik zum Beruf zu machen.

Charlie RichStark beeinflusst vom Jazz und Blues startete er mit The Velvetones eine erste eigene Band, zu der auch seine Verlobte und spätere Ehefrau Margaret Ann als Sängerin gehörte. Rich spielte Klavier und sang. Doch leben konnte man noch nicht von der Musik. Rich versuchte es mit einer kleinen Farm in der Gegend von Memphis, doch jetzt Mitte der 1950er Jahre brodelte es in der Musik und Rich wollte dabei sein.

Er trat in kleinen Clubs und Bars auf, beobachtete, was bei SUN Records passierte und begann, eigene Songs zu schreiben. Die davon gemachten Demos fielen aber bei Sam Phillips durch. Dem Vernehmen nach soll er Rich in etwa Folgendes gesagt haben: „Das Zeug ist zu jazzig. Hier sind einige Aufnahmen von Jerry Lee Lewis, komm wieder, wenn du so schlecht bist wie er!“

Davon ließ Rich sich nicht entmutigen sondern machte beharrlich weiter. 1958 wurde er Studiomusiker bei SUN, Rich spielte nicht nur bei den Aufnahmen der Jerry Lee Lewis, Roy Orbison, Carl Mann, Johnny Cash, Warren Smith, Bill Justis und anderer mit, sie nahmen auch seine Songs auf. Schließlich gab man ihm einen Vertrag als Sänger. Mit „Lonely Weekends“ landete Rich einen Rockabilly-Hit. Dabei blieb es zunächst, denn 1959 ging SUN in andere Hände über, Rich war wieder ohne Vertrag bis Bill Justis ihn bei Groove Records unterbrachte.

Das Szenario wiederholte sich, denn „Big Boss Man“ lief richtig gut, danach blieben die Erfolge wieder aus. Es folgte der Wechsel zu Smash Records und Produzent Jerry Kennedy. Der riet Charlie Rich, sich mehr in Richtung Country Music zu orientieren. Rich, der sich als reinen Jazz-Pianisten sah, hatte nie einen Gedanken daran verschwendet und sich mit Country Music nicht befasst. Also zögerte er. Er blieb bei seiner Linie und erlebte ein „deja-vu“. Die Single „Mohair Sam“ brachte ihn in die Top 30 der Pop Charts, danach folgte erneut Erfolglosigkeit.

Nächste Station wurde Hi Records, wo Rich erstmals auch Country Music versuchte – vergeblich. Alles änderte sich drastisch als Charlie Rich an Billy Sherrill geriet. Der sah in ihm Potenzial genug, es erneut zu versuchen. Epic Records verpflichtete den bis dahin wenig erfolgreichen Rich und überließ ihn der Obhut von Sherrill. Der erwies sich erst einmal nicht als der erhoffte Heilsbringer. Vier Jahre experimentierte man, in denen immerhin kleinere Hits in den Country Charts gelangen. Vorbote des unmittelbar bevorstehenden Durchbruches war „I Take It On Home“, mit dem sich Rich in die Top Ten schob. Wenig später brachte ihn „Behind Closed Doors“ ganz nach oben. Direkt danach gelang mit „Most Beautiful Girl“ der nächste Knaller, der ihn auch an die Spitze der Pop Charts brachte. Charlie Rich erhielt die CMA Awards für den besten Sänger, das beste Album und die beste Single des Jahres 1973. Bis Ende 1974 standen weitere 5 Nr. 1 Hits für Rich zu Buche: „There Won’t Be Anymore“, „A Very Special Love Song“, „I Don’t See Me In Your Eyes Anymore“, „I Love My Friend“ und „She Called Me Baby“. Die CMA bedachte ihn mit dem Award des besten Entertainers 1974.

Auf dem Höhepunkt seines musikalischen Erfolges brachte sich Rich nun aus anderen, wenig erfreulichen Gründen in die Schlagzeilen. Immer wieder fiel er alkoholisiert aus der Rolle und machte sich auch sonst wenig Freunde. Das schlug sich in den Verkaufszahlen nieder. Rich musste sich mit vergleichsweise kleineren Hits begnügen, ehe ihm 1977 mit „Rollin‘ With The Flow“ und 1978 mit „On My Knees“ (Duett mit Janie Fricke“) seine letzten beiden Nr. 1-Hits gelangen. Noch im gleichen Jahr verabschiedete sich Rich mit „I’ll Wake Up When I Get Home“ auf Platz 3 aus den Top Ten.

Die Wechsel zu United Artists und Elektra konnten seinen Abstieg nicht aufhalten. Jahre lang wurde es ziemlich ruhig um ihn. Mit seinem 1992 von Sire veröffentlichten letzten Album „Pictures And Paintings“ konnte Rich zwar seinen Ruf als Musiker wiederherstellen, nicht aber den kommerziellen Erfolg. Er hatte sich ohnehin bereits weitgehend aus dem Business zurückgezogen und lebte ebenso zurückgezogen gemeinsam mit Ehefrau Margaret und seinen Kindern mehr oder weniger von seinen Ersparnissen. Nur gelegentlich konnte man ihn noch auf einer Bühne erleben.

Auf dem Rückweg von Natchez, Mississippi, wo er seinen Sohn bei einem Auftritt mit Freddy Fender gesehen hatte, starb Charlie Rich am 25. Juli 1995 in einem Hotel in Hammond, Louisiana an einer Lungenembolie im Alter von nur 62 Jahren. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Memorial Park Friedhof in Memphis.

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