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Tex Ritter

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Seine erfolgreiche Zeit liegt schon einige Jahrzehnte zurück, doch auch heute, mehr als 25 Jahre nach seinem Tod, spricht man noch voller Hochachtung von ihm. Ich habe ihn immer als eine Art Vaterfigur des Genres der Western-Songs angesehen. Ein überaus liebenswerter, freundlicher Mensch, der nahezu alles konnte, was man braucht, um ein Superstar zu werden.

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Als Woodward Maurice Ritter am 12. Januar 1905 in Murvaul, Texas geboren schwang er sich neben Gene Autry und Roy Rogers zu den beliebtesten singenden Cowboys ins Blickfeld. Aber er erwies sich auch in anderen „Sätteln“ des Show-Business als talentiert und erfolgreich, um in der Cowboy-Sprache zu bleiben. Tex Ritter wuchs auf der kleinen elterlichen Farm im Panola County auf (aus der Gegend kam einige Jahre später auch Jim Reeves), schloss die Schulausbildung ab und studierte Politik-Wissenschaften und Wirtschaft.

Tex RitterDie Ausbildung war ihm wichtiger als die Musik, der er sich von Kindesbeinen an zugetan zeigte. Western Songs erregten sein besonderes Interesse. Das Studium finanzierte er sich schon teilweise mit Musik, an der Schule erkannte man aber auch sein Talent als Schauspieler. 1928 ging er nach New York, um am Broadway im Musical „The New Moon“ mitzuwirken. Danach beendete er sein Studium und ging wieder nach New York, wo er u.a. in den Broadway Stücken „Green Grow The Lilacs“ und „The Round Up“ mitwirkte. Ab den 30er Jahren trat Ritter auch als Sänger und Hörspielsprecher im Radio in Erscheinung.

Seine ersten Schallplatten machte Tex Ritter 1933 für Columbia, er debütierte mit dem Titel „Goodbye Ole Paint“. 1935 wechselte er zu Decca und nahm mit „Sam Hall“ und „Get Along Little Dogies“ erste eigene Songs auf. Der Erfolg stellte sich für ihn zunächst als Schauspieler ein. 1936 begann er seine Karriere als Western-Darsteller im Streifen „Song Of The Gringo“. Danach sollten dutzende so genannter B-Western folgen, es war die Glanzzeit der „Singing Cowboys“ und Tex Ritter mittendrin.

Davon profitierte Tex Ritter auch als Sänger. 1942 nahm das neue Label Capitol Records ihn als ersten Künstler unter Vertrag. Nach einigen weniger gelungenen Platten, startete er 1944 durch. „I’m Wastin’My Tears On You“, „There’s A New Moon Over My Shoulder“, „Jealous Heart“, „You Two Timed Me One Time Too Often“, „You Will Have To Pay“ und „Christmas Carols By The Old Corral“ wurden allesamt große Hits. Bis Ende der 40er Jahre sammelte er auch mit „Rye Whiskey“, „Pecos Bill“, „Deck Of Cards“ und „Daddy’s Last Letter“ weiter viele Pluspunkte.

1952 besuchte Ritter nicht nur erstmals Europa, er nahm auch einen Song auf, der auf ewig mit ihm verbunden bleiben wird „Do Not Forsake Me Oh My Darlin'“, Titelsong des Films „High Noon“ („12 Uhr mittags“). Erstaunlicherweise tauchte „High Noon“ mit Ritter nicht in den Country Charts auf, war allerdings weltweit ein Hit. Der Song wurde sogar mit einem „Oscar“ ausgezeichnet.

Ab 1953 arbeitete er gemeinsam mit seinem Freund Johnny Bond als Gastgeber der beliebten Radio- und bald auch TV-Show Town Hall Party, die in Los Angeles produziert wurde. Die ganzen 50er Jahre über blieb er vollbeschäftigt bei Radio und Fernsehen, dafür trat er auf Schallplatte kaum in Erscheinung. Das änderte sich 1961 als er mit „I Dreamed Of A Hillbilly Heaven“ noch einmal einen Top Ten Hit feierte. Gerade dieser Aufnahme lebte von Ritters unnachahmlicher stimmlicher Ausstrahlung, die ihn so unverwechselbar machte. Bis 1974 brachte er noch zehn weitere Singles in die Charts, ein echter Knaller war aber nicht mehr dabei.

Weniger im Blickfeld stand sein Engagement für die Country Music hinter den Kulissen. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Country Music Association in Nashville und der Country Music Hall of Fame. In diese wurde er 1964 als 5. Mitglied gewählt. 1965 siedelte er von Kalifornien um nach Nashville und wurde Mitglied der Grand Ole Opry. Einige Jahre machte Ritter Sendungen für den Sender WSM, oft mit dem legendären Ralph Emery gemeinsam.

Tex Ritter war zeitlebens ein an Politik interessierter Bürger, wohl deshalb ließ er sich 1970 von den Republikanern für eine Kandidatur als Senator überreden. Schlimm genug wohl die Erfahrung, gegen die Konkurrenz chancenlos zu sein, schlimmer allerdings dürften die Schulden gewesen sein, die er sich dabei einhandelte und die ihn noch lange verfolgten.

Kurz vor seinem 69. Geburtstag erlitt Tex Ritter einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er am 2. Januar 1974 starb. Verheiratet war Tex Ritter seit 1941 mit Dorothy Fay, einer ehemaligen Schauspielerin. Sie führte das Werk ihres Mannes nach dessen Tod so lange fort wie sie gesundheitlich dazu in der Lage war. Ich habe Dorothy Ritter als eine engagierte, sachliche und liebenswürdige Kämpferin für die Sache kennengelernt.

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