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Pee Wee King

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Mit dem Namen dieses Bandleaders verbunden bleiben wird auf ewige Zeiten der „Tennessee Waltz“. Dieser von ihm und Redd Stewart geschriebene Song gehört zu den bekanntesten Evergreens der Country Music. Gleich zweimal taucht der Song mit Pee Wee King als Interpret in den US-Country-Charts auf, auf Platz 1 hat der „Tennessee Waltz“ in den Charts aber nie gestanden, auch nicht mit einem anderen Interpreten.

Julius Frank Kuczynski wurde am 18. Februar 1914 in Abrams, Wisconsin geboren. Schon sein aus Polen eingewanderter Vater frönte der Musik, er leitete eine Polka-Band. Das Musik-Gen hatte Sohnemann Frank, wie er gerufen wurde, geerbt. Emsig lernte er Fiddle spielen und vor allem Akkordeon. In Daddys Band konnte er sich austoben, was er auch reichlich tat. Den Annalen entsprechend feierte Frank mit 14 Jahren sein Radio-Debüt als Berufsmusiker.

Pee Wee KingBis zur eigenen Band war es nun nicht mehr weit, mit ihr trat er als „Frank King“ bei Sendern in Wisconsin auf. Der Ruf eines höchst talentierten Bandleaders eilte ihm voraus zu Gene Autry, der ihn in seiner Band mit auf Tournee nahm und danach fest unter Vertrag nahm. Da bereits mehrere Bandmitglieder Frank mit Vornamen hießen, nannte ihn Autry wegen seiner Körpergröße „Pee Wee“. Der Name blieb, wurde legalisiert und zum Markenzeichen.

Von Dauer war die Zusammenarbeit nicht, denn Autry zog es zum Film und damit nach Hollywood, King blieb in Louisville und schloss sich den „Log Cabin Boys“ an, die er später umbenannte in „The Golden West Cowboys“.

Pee Wee King erwies sich nun nicht nur als erstklassiger Musiker und fähiger Bandleader, sondern auch als Jemand mit Weitsicht. Zu seiner musikalischen Mischung aus Western Swing, Country und Pop passte das Experimentieren mit damals für Country Music exotischen Instrumenten wie Trompete, E-Gitarre, Drums und Akkordeon. Damit lag er in der richtigen Spur. Und die führte geradewegs nach Nashville. Pee Wee King wurde Mitglied der Grand Ole Opry. Mit einer Unterbrechung von zwei Jahren blieb er dort von 1937 bis 1947.

In seiner Band hinterließen eine Reihe späterer Gesangsstars ihre Spuren, Ikonen wie Ernest Tubb, Cowboy Copas und Eddy Arnold. Wichtiger aber wurde die Verpflichtung des Fiddlers Redd Stewart, mit dem King von 1937 an über Jahrzehnte sehr erfolgreich gemeinsame Sache machte. Nicht nur den „Tennessee Waltz“ schrieben sie gemeinsam. Dieser Song setzte Pee Wee King, der einen Plattenvertrag bei RCA unterschrieben hatte, endgültig auf die Landkarte. 1948 schaffte er damit Platz 3. Mit „Tennessee Tears“ (Nr. 12), „Tennessee Polka“ (Nr. 3) und „Bonaparte’s Retreat“ (Nr. 10) folgten weitere Hits, ehe er 1951 die wiederveröffentlichte Version des „Tennessee Waltz“ noch einmal auf Platz 6 brachte. Im gleichen Jahr stand King dann zum ersten und einzigen Mal ganz oben in den Charts mit „Slow Poke“. Gute drei Monate setzte sich die Single oben fest und stürmte auch in den Pop Charts an die Spitze.

Als King 1947 die Opry verließ, ging er zurück nach Louisville, Kentucky, wo er 10 Jahre Gastgeber der eigenen TV-Show wurde. Mitte der 1950er Jahre war die große und kommerziell erfolgreichste Zeit des Pee Wee King vorbei. Die Musikszene hatte sich grundlegend geändert, die von ihm vertretene Musikrichtung spielte kaum noch eine Rolle. Pee Wee King aber blieb dennoch gut im Geschäft. Er wirkte in Filmen in Hollywood mit und er war viel live unterwegs, vor allem mit Minnie Pearl. 1968 löste er die Golden West Cowboys auf und zog sich ganz allmählich aus dem aktiven Geschehen eines Musikers zurück. Dafür übernahm er Aufgaben in der Administration. Pee Wee King fungierte eine ganze Weile als einer der Direktoren der Country Music Foundation. Für seine Verdienste erhielt er 1974 die höchste zu vergebende Auszeichnung, er wurde in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.

Pee Wee King starb am 7. März 2000 in Louisville an den Folgen seines dritten Herzinfarktes.

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