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Doug Supernaw

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Er gehört zu den tragischen Figuren, wie sie das Show-Business immer wieder hervorbringt. Doug Supernaw galt als einer der großen Hoffnungsträger, war drauf und dran in die erste Garde der Country-Entertainer aufzusteigen, als er ganz tief fiel.

Douglas Anderson Supernaw, geboren am 26. September 1960 im texanischen Bryan, machte in der Schule erst mal durch sein sportliches Talent von sich Reden. Als Golfer gehörte er dem erfolgreichen College-Team an, deshalb bekam er dafür auch ein Stipendium. Seine Mutter, ein eingefleischter Country-Fan, machte ihn nach und nach mit dieser Musik vertraut bis er schließlich davon infiziert war. So sehr, dass er sein Studium kurzerhand abbrach und sich in diversen Bands als Sänger versuchte.

Doug SupernawDer Zuspruch ermutigte ihn, sich 1987 nach Nashville zu orientieren, um dort als Songschreiber Fuß zu fassen. Sein Mut wurde nicht belohnt, mehrere Jahre strampelte er sich vergeblich ab. Deshalb folgte die Kehrtwende zurück nach Texas, wo er in der Ölindustrie einen Job fand und seine eigene Band „Texas Steel“ auf die Beine stellte. Irgendwie wurde das neue Label BNA Records auf ihn aufmerksam und gab ihm einen Vertrag als Sänger. Jetzt schlug die Stunde des Doug Supernaw. Sein erstes Album „Red And Rio Grande“ erhielt Gold. Die zweite Single „Reno“ schaffte die Top 5 und danach grüßte „I Don’t Call Him Daddy“ von ganz oben.

Seines Erfolges konnte sich Doug Supernaw nicht lange erfreuen, denn das Schicksal schlug unerbittlich zu. Man stelle sich vor, was der Bursche wegstecken musste. Bei einem Surf-Unfall brach er sich einen Nackenwirbel. Kaum davon genesen, geriet er in einen schweren Autounfall, dann klauten Diebe die gesamte technische Ausrüstung aus dem Tournee-Bus und schließlich erlitt er eine lebensbedrohliche Lebensmittelvergiftung.

Nachdem Supernaw all diese Rückschläge überwunden hatte, nahm er sein zweites Album „Deeper Thoughts From A Shallow Mind“ auf, doch nur noch die Single „What’ll You Do About Me“ schaffte die Top Twenty. Damit war das Kapitel BNA Records beendet, Supernaw unterschrieb bei Giant. Es ließ sich nicht schlecht an, die Single „Not Enough Hours In The Night“ vom Album „You Still Got Me“ mauserte sich 1995 bis auf Platz 3. Das war es dann auch bei Giant, die Top 50 hat Supernaw danach nie wieder erreicht. Zuletzt machte er noch einmal von sich Reden als er mit den Beach Boys den Song „Long Tall Texan“ aufnahm.

Sein letztes Album „Fadin‘ Renegade“ erschien 1999 auf dem winzigen Label Tack Records. Es blieb weitgehend unbeachtet und gab seiner Karriere keinerlei neue Impulse. Man muss es so hart ausdrücken, Doug Supernaw hatte sein Pulver verschossen und viel zu wenig aus seinem Talent gemacht. Die Country Music hatte ihn als einen der Hoffnungsträger angesehen, der der traditionellen Country Music wieder zu neuem Glanz verhelfen sollte. Die tieferen Gründe dafür sind ganz sicher in seiner Persönlichkeit zu suchen.

Ab der Jahrtausendwende machte Supernaw nur noch durch unsteten Lebenswandel auf sich aufmerksam. Alkohol, Drogen, ausgefallene Auftritte, immer wieder wurden gerichtliche Verfahren gegen ihn eingeleitet. Mitte 2007 wies ihn ein Gericht im Brazos County, Texas, in eine Einrichtung für psychisch Erkrankte ein, weil er im Verlauf eines Verfahrens völlig abstruse Behauptungen aufstellte. Aus dem einstigen Strahlemann mit der Figur eines Dressman’s war ein körperliches und geistiges Wrack geworden.
Seither hat man von dem bemitleidenswerten Doug Supernaw nichts mehr gehört.

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