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TakeRoot Festival 2014 in Groningen

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September, TakeRoot Festival–Monat in Groningen, Niederlande. Das Festival fand auch in 2014 im stilvollen Ambiente des De Oosterpoort in Groningen – unter dem Motto „Festival For Past Present And Upcoming American Music“ statt. Ein Wehrmutstropen war die kurzfristige Absage durch die „Queen of Rockabilly“ – Wanda Jackson durch Krankheit. Die Lady ist halt kein Teenie mehr! Es wurde kein weiterer Künstler verpflichtet.

Mit mehreren Bars und einem Spezial „TakeRoot“–Foodbereich mit amerikanischen Köstlichkeiten und Drinks, war auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt. So konnte eine exzellente Party-Nacht starten …

Hellshovel eröffneten mit ihrer Mischung aus Psychedelik-Country-Rock die Soirée. Die Band aus Quebec, Kanada, lud wie zu einem musikalischen Ritt auf einem Apalachian Horse durch die Rocky Mountains ein. Die Yee-Haw-Country-Solo der beiden Gitarristen Jeff Clarke und Dale McDonald bei „Pixie Dust“ und „Summer’s Over“ elektrisierten und so wurde sofort ausgelassen zu den Beats getanzt. Bassist Simon Letourneau und Omri Gondor am Schlagzeug sorgten für wummernden, mächtigen Groove passend dazu. Die süßlichen Lead-Stimmen von Jeff und Simon hypnotisierten und versetzen die Freaks in eine Zeitreise zurück in die Flower-Power-Ära. Ein exzellenter Auftakt des Festivals durch Hellshovel.

Hellshovel

Israel Nash Gripka dürfte das De Oosterpoort eigentlich mittlerweile als sein Wohnzimmer bezeichnen, so oft war er schon gern gesehener Künstler bis einen Auftritten. Durch die Absage von Lady Jackson durfte der hypersympathische Hüne im Großen Saal auftreten. Mit seinen beiden Mitstreitern Eric Swanson an der Pedal Steel und Josh Fleischmann am Schlagzeug eröffnete Israel seine Show mit „Woman At The Well“. Seine magische Stimme, von zart bis rau und hart verzauberte sofort die Country-Fans. Josh ließ bei seinem Spiel auch öfter arabische Perkussions-Klänge mit einfließen. Traumhafte Melodien, wie „Myer Canyon“, oder „Mansion“ wurden von Mister Gripka alle an der Akustik-Gitarre intoniert. Hier hätte vielleicht mal sein Spiel an der elektrischen Six-String zusammen mit Eric für rauhere, energiegeladenere Töne gesorgt. Die Zeit verflog im Eiltempo und der traumhafte Auftritt ging mit „Baltimore“ leider schon zu Ende. Sollte „Good Ole“ Neil Young einmal seine musikalische Karriere beenden, so zählt Israel Nash Gripka zu den legitimen Nachfolgern mit extrem viel Charisma.

Israel Nash Gripka

Joan Baez folgte als nächstes im „Grote Zaal“. Die Grand-Lady des Folks eröffnete ihren Set mit dem Steve Earle-Cover „God Is God“. Mt ihrer Elfen-Stimme, die nichts an Magie und Sanges-Kraft verloren hat, zog Joan die Fans sofort in ihren Bann. Sie war extrem gut gelaunt, voller Charme und witzelte öfters bei ihren Ansagen zur Freude ihrer Anhänger. Natürlich durften Kompositionen ihres langjährigen musikalischen Weggefährten Bob Dylan, wie „It’s All Over Now“ oder „Farewell Angelina“ im Repertoire nicht fehlen. Die Refrains wurden dabei lautstark von den Fans mitgesungen. Ihre Bühnenbegleiter waren die exzellenten Instrumentalisten Dirk Powell am Akustik-Bass, Akkordion & Banjo und Gabriel Harris an den Bongos und Cajon. Joan Baez liebt die südamerikanischen Rhytmen und so entführte sie ihre Fans auf eine musikalische Reise dorthin mit „Mi Venganza Personal“ & „La Llorona“, die sie auch in Spanisch sang. Imposant ihre Virtuosität dabei an der akustischen 6-String. Bei „Just The Way You Are“ sang sie auch im Duett mit Grace Stumberg. Mit dem Klassiker „Gracias A La Vida“ beendete Joan Baez bei Hurricane-Jubel das Konzert. Sie kehrte auf Grund des nicht endend wollenden Jubels nochmals kurz auf die Bühne zurück um sich nochmals zu bedanken und zum Abschied zu winken. Leider kein weiterer Titel mit ihrer Begründung des begrenzten Festival-Zeitplanes. Naja, eine Zugabe hätte schon möglich sein müssen, der Gig war leider viel zu kurz. Ein Highlight-Auftritt von Joan Baez war es trotzdem!

Joan Baez

Country-Musik – „Back To The Roots“ wurde danach von Daniel Romano zelebriert. Daniel stammt zwar aus Ontario, Kanada, er entzückte aber vom ersten Ton von „That’s The Very Moment“ an mit seiner extrem Retro-Nashville-Country-Mucke immens. Er war übrigens mit dem Schiff nach Europa gereist und diese hatte ihn zu neuen, unbetitelten Songs motiviert. Cool … Daniel liebt allem Anschein nach Country-Ladies und so hatte sich für seine Europa-Tournee eine virtuose Gitarristin, Piano- und Akkordeon-Spielerin und Bassistin im Hippie-Look engagiert. Herausragender Musiker war aber Aaron Goldstein an der Pedal-Steel-Guitar. Ein Duett mit der blonden Akkordionistin in bester Manier à la Johnny Cash & June Carter Cash wurdeabgefeiert. „The Other Unexpected Face As Artist“ wurde von Daniel Romano mit dem Ramones-Cover „Swallow My Pride“ zelebriert. Der sympathische Junge kann also auch rocken, wenn er will. Für Nashville Country-Puristen war die Show von Daniel Romano eine Live-Sternstunde!

Daniel Romano

Die Smoke Fairies entführten die Zuhörer mit Ihrem feenhaften Gesang auf eine spannende Zeitreise nach Medieval-England mit modernen Elektronik-Musik-Sounds und kernigen Slide-Blues-Rock-Gitarren-Riffs. Katherine Blamire und Jessica Davies hatten sich in weißen, Engels-Minikleidern eingehüllt und Ihr „Wizard-Chant“ versetzte die Fans in trancehaftem Glücks-Zustand. Diese Mélange hatte schon seinen Charme vom ersten Lied „Shadow Inversions“ an. Viele Fans hätten dazu sicher gerne getanzt, aber das Auditorium war leider bestuhlt und hinderte daran. „We’ve Seen Birds“ mit dem traumhaften Duett-Gitarrenspiel wurde zum Höhepunkt im Repertoire. Die Smoke Fairies wurden zu einem für viele unerwarteten, umjubelten Musik-Highlight beim Take Root Festival 2014.

Smoke Fairies

Bei Slobberbone tanzten zu mitternächtlicher Stunde nochmals mächtig die weiblichen und männlichen Grizzlie-Bären zu dem Honk-Tonk-Texas-Country-Rock. Front-Rampensau Brent Best röhrte wie der brünftige Hirsch und duellierte sich gitarristisch mit Jess Bar. Für die druckvollen, wummernden Bass-Rhythmen sorgte Brian Lane. Die Holländer sind ja ein liebenswertes Party-Völkchen, die nach dem Motto „Je später, desto besser“ gerne exzessiv feiern und so galt nur ein Feten-Motto: „Lass uns Trinken & Singen die ganze Nacht lang“. Leider hatten die Bonies keinen Fiddler dabei, das hätte das Höllenfeuer noch zusätzlich geschürt. Slobberbone – Live: Finest Texas Country Rock – Hell Yeah!

Slobberbone

Ein grandioses TakeRoot Festival 2014 war zu Ende. CU next Year – Dutch-Country-Folks!

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