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Kristian Bush: Southern Gravity

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Kristian Bush

Als das New-Country-Erfolgsduo Sugarland im Jahr 2012 seine vorübergehende Trennung bekanntgab, war man in der Szene unsicher, welchen Verlauf diese Reise nehmen würde. Zumindest hatte man der stimmgewaltigen Leadsängerin Jennifer Nettles zugetraut, dass sie die Hitserie des Duos, der nicht weniger als elf Top-10-Platzierungen entsprangen, würde fortsetzen können. Zur Überraschung vieler entschied sich die dynamische Frontfrau nach der Geburt ihres Sohnes Ende 2012 mit ihrem Album „That Girl“ für einen soulig-jazzigeren Ansatz, der ihr zwar wohlwollende Kritiken einbrachte, die Radio- und Chartambitionen jedoch mehr oder minder auf Eis legte.

Genau so überraschend war es im Gegenzug als Kristian Bush, der stille Duopartner im Hintergrund, Mitte 2014 mit seiner funkigen Single „Trailer Hitch“ für Aufmerksamkeit sorgte und die Top 20 der Billboard Airplay Charts streifte. Bush, der als musikalischer Kopf von Sugarland diverse Songwriter-Awards einstreichen konnte, hat auf der Grundlage dieses Achtungserfolges nun nachgelegt und sein erstes Album als Solokünstler veröffentlicht.

Wer den 45-jährigen Familienvater aus Knoxville in seiner ungewohnten Rolle als Frontman beobachtet, sollte auch der musikalischen Vorgeschichte Beachtung schenken. Bereits in den frühen 1990er Jahren konnte er als Mitbegründer des Folk-Duos Billy Pilgrim an der Seite von Andrew Hyra – einem Bruder der Schauspielerin Meg Ryan – musikalisch Fuß fassen und Bühnenerfahrung für den bevorstehenden Karriereaufbau erwerben. Southern Gravity heisst nun das Werk, mit dem Kristian Bush seiner Auffassung als Solist ohne die zwangsläufigen Duokompromisse freien Lauf lassen kann. Der nach Atlanta übergesiedelte Multiinstrumentalist beschreibt die Richtung wie folgt: „Es ist Southern-Roots-Rock. Wir sind Teil einer Generation, die nach vorne schaut und gleichzeitig zurückblickt. Du spürst den Einfluss der Stadt auf diesem Album. Es ist schwierig in Worten zu beschreiben, was eine Stadt wie Atlanta ausmacht. Mir fällt es wesentlich leichter, diese Stimmung in Form von Songs zu verpacken.“

Von den mehr als 300 Titeln, die Bush für das neue Album verfasst hat, haben es deren 12 auf den Longplayer geschafft. Schon bei den ersten Klängen des Eröffnungstracks wird die Ausrichtung klar. Der sympathische Mittvierziger aus den Smoky Mountains möchte einen stimmungsvoll-positiven Vibe verbreiten und ist weit davon entfernt, seine künstlerische Eigenständigkeit durch musikalische Experimente zu untermauern. Der Sound ist frisch und breezy, die Stimmfarbe new-countrylike und mit Anteilen von Thomas Rhett und Kip Moore absolut am Puls der Zeit. „Make Another Memory“ ist das perfekte Entree mit einem packenden Rhythmus, einer starken Melodie und präsentiert durch das Nebeneinander von Rock- und Steelguitar Modern-Country „at its best“. Noch einen Tick radiofreundlicher zeigt sich das folgende „Light Me Up“, mit dem Kristian Bush als perfekte Folgesingle beste Chancen haben dürfte, die erste Solo-Top 10-Platzierung zu erreichen. Ein starker Gitarrendrive mit kraftvoll vorgetragener Message könnte für den Durchbruch sorgen, der der netten Leadsingle von der „Anhängerkupplung“ noch versagt geblieben ist.

Der Titelsong „Southern Gravity“ startet mit einem Akustik-String-Intro eher traditionell und mündet im Refrain in einen ansprechenden Sing-Along, der dem Lebensgefühl des Southern Guys titelgetreu entspricht. Das folgende „Flip Flops“ ist ein waschechter, steelgetriebender Countrysong, dem der Summer-Vibe eines Jack Johnson originell beigemischt wurde. Eine Stilmixtur, die ein Kenny Chesney oder Billy Currington vor Jahren bereits erfolgreich zur Marke entwickelt haben. Auch das etwas reduzierte „Giving It Up“ folgt der musikalischen Leichtbauweise durchaus ansprechend, während „Feeling Fine California“ mit seinem entspannten Flow als Ode den Golden-State länger im Ohr haften bleibt. Nach dem etwas belanglos wirkenden Filler „Waiting On An Angel“ folgt der einzige Song des Albums, der so etwas wie Tiefgang repräsentiert. Angelehnt an die Arenadramatik von Dierks Bentleys „Riser“-Album kann Kristian Bush hier ein gelungenes melancholisches Statement setzen. Auch „Sending You A Sunset“ wirkt mit seinen kurzen String-Riffs eher getragen bevor „Sweet Love“ wieder ein wenig Tempo aufnimmt, ohne jedoch den melodischen Grip der ersten Albumhälfte zu erreichen. Auf dem abschließenden „House On The Beach“ hat mit Canaan Smith einer der Rising-Stars mit Hand angelegt und verabschiedet ein Album, mit dem Kristian Bush seine Überlebensfähigkeit als Solist frei von musikalischen Wagnissen unter Beweis gestellt hat.

Fazit: Kristian Bush hält sich mit dem unterhaltsamen Soloprojekt „Southern Gravity“ karrieremäßig alle Türen offen. Mit diesem leicht beschwingten Summerbreezer ist eine Rückkehr zu den Sugarland-Wurzeln ebenso denkbar wie eine Fortsetzung des eingeschlagenen New-Country-Solo-Pfades. Bushs bislang verkannte Stimmfarbe ist die große Überraschung und unterstreicht mit einem wohltuenden Easy-Touch gerade in der ersten Albumhälfte auf Songs wie „Light Me Up“ oder „Southern Gravity“, dass er auch ohne die Stimmdominanz einer weiblichen Duopartnerin bestens auskommen kann.

Kristian Bush - Southern Gravity

Titel: Southern Gravity
Künstler: Kristian Bush
Veröffentlichungstermin: 7. April 2015
Label: Streamsound Records
Vertrieb: Universal Music
Format: CD & Digital
Tracks: 12
Genre: Country
Bewertung: 3,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Make Another Memory
02. Light Me Up
03. Trailer Hitch
04. Southern Gravity
05. Flip Flops
06. Giving It Up
07. Feeling Fine California
08. Waiting On An Angel
09. Walk Tall
10. Sending You A Sunset
11. Sweet Love
12. House On A Beach

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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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