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Waymore’s Outlaws – Keeping The Spirit Alive

Waymore's Outlaws liefern mit "Keeping The Spirit Alive" ein großartiges Album ab, das einen packt und mitreißt.

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Waymore's Outlaws (Keeping The Spirit Alive) Waymore's Outlaws, Keeping The Spirit Alive - Bildrechte: Waymore 4 Records

Es ist Mai 2016. George Jones Tod jährt sich zum dritten Mal, Merle Haggard ist seit vier Wochen tot. Johnny Cash und Waylon Jennings fehlen der Welt der Country Music bereits weit über zehn Jahre. Und Tribute Bands sind seit einigen Jahren in, so scheint es. Ich selbst habe mit meiner eigenen Band Johnny Cash-Tributekonzerte gespielt. Das Ziel, zumindest bei mir, ist es immer, die Musik des „Be-tributeten“ – sagen wir besser gefeierten, Künstlers so authentisch wie möglich zu präsentieren, ohne dabei zu kopieren oder gar zu imitieren.

Und damit sind wir bei Waymore’s Outlaws und diesem Album, Keeping The Spirit Alive, über das ich kürzlich stolperte. Der Name verrät es, hier geht es – natürlich – um Waylon Jennings. Wer ist nun diese Band? Wie kommen sie zu Waylon Jennings? Nun, sie sind derzeit mit Waylons jüngstem Sohn Shooter auf Tour, sind aber eigentlich nicht seine Begleitband. Wäre ich etwas mutig oder auch ganz korrekt, dann müsste ich sagen, dass es sich hier um die Waylors handelt, Waylon Jennings‘ alte Begleitband. Aber das wäre auch nicht die ganze Wahrheit.

Tommy Townsend, Sänger und Gitarrist, könnte man als Protegé von Waylon bezeichnen. Er verrichtet einen großartigen Job, sowohl stimmlich als auch an der Gitarre. Fred Newell, der in der Hauptsache Pedal Steel spielt, aber auch E-Gitarre und Mundharmonika bedient, ist ein bekannter Mann. Er war früher Gitarrist in der Hausband der TV-Sendung „Nashville Now“ auf TNN, ist aber auch als großartiger Studiomusiker bekannt. Nach dem Ausscheiden von Ralph Mooney bei Waylon füllte er kurzzeitig diese Lücke. Er schafft es, dass man zwischenzeitlich denkt, „Moon!“, so nah kommt er Waylons langjährigem Steeler Ralph Mooney.

Womit wir zu Bass and Drums kämen. Jerry „Jigger“ Bridger, langjähriger Bassist der Waylors, zeitweise sogar Gitarrist, ebenso Bassist der letzten Band des großen Outlaws, „Waymore’s Blues Band“. Tourmanager war er zeitweise auch. Er ist DER Bassist von Waylon Jennings. Wer passt dazu besser als DER Drummer von Waylon Jennings? Und so sitzt bei Waymore’s Outlaws folgerichtig Richie Albright an den Drums. Das allein ist aber noch keine Garantie für Qualität, wie Johnny Cashs letzte Band leider auf CD bewiesen hat, was mir persönlich sehr weh getan hat.

Nun, in diesem Fall ist es das aber doch! Am Ende einer Rezension sind Sie, unsere Leser, es mittlerweile gewöhnt, eine Punktbewertung zu sehen, „x Punkte von fünf möglichen Punkten“. Sie kennen das. Nun, ich nehme das hier vorweg. Sechs von fünf möglichen Punkten vergebe ich hier. Womit? Mit vollem Recht! Während diese CD läuft, sitze ich hier mit Tränen in den Augen, so sehr nimmt mich diese Musik mit! Nein, Tommy Townsend klingt stimmlich nicht wie Waylon Jennings. Das ist gut so, und ich glaube, er möchte das auch gar nicht. Nein, es werden auch die Songs nicht 1:1 kopiert. Aber, und jetzt kommt’s: Man denkt die ganze CD hindurch, „Das ist doch Waylon!“ Diese Band erzeugt dieses Gefühl mit Leichtigkeit! Und das finde ich großartig!

Ein eigener Song („Lesson In Loneliness“, Jerry Bridges & Danny Epps) ist unter den insgesamt elf Songs auf dieser CD, deren vordere Oberfläche übrigens im Vinyllook daherkommt. Der Rest sind Songs aus dem Repertoire des Meisters. Das letzte, moderne „Flying W“ Logo darf auch nicht fehlen, und man weiß sofort, wo man hier ist. Bei zwei Titeln insgesamt unterstützt von Barny Robertson (Keyboards, „Whistlers And Jugglers“) und Carter Robertson (Background Vocals, „Lonesome, On’ry And Mean“), einem Ehepaar, das sowohl bei den Waylors als auch bei Waymore’s Blues Band dabei war, ist den älteren, aber offenbar topfitten Herren ein wirklich mehr als hörenswertes Album gelungen, das bei mir reichlich läuft.

Lassen Sie sich doch auch zurückbringen in die Zeiten von Waylon Jennings. Dieses nicht mehr ganz neue Album von 2015 ist wirklich jeden einzelnen Cent wert, auch im simplen Pappschuber und ohne Booklet.

Waymore’s Outlaws – Keeping The Spirit Alive: Das Album

Waymore's Outlaws – Keeping The Spirit Alive

Titel: Keeping The Spirit Alive
Künstler: Waymore’s Outlaws
Veröffentlichungstermin: 12. Juni 2015
Label: Waymore 4 Records
Format: CD & Digital
Laufzeit: 37:31 Min.
Tracks: 11
Genre: Country
Bewertung: 6 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Reds, White Crosses And The Blues
02. Nashville Bum
03. Laid Back Country Picker
04. Ladies Love Outlaws
05. Women Do Know How To Carry On
06. Lesson In Loneliness
07. I Can Get Off On You
08. Whistlers And Jugglers
09. Lonesome, On’ry And Mean
10. This Train (Russell’s Song)
11. Where Do We Go From Here

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Über Bernd Wolf (138 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Johnny Cash, Singer & Songwriter. Rezensionen und Biografien.