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Drake White: Spark

"Spark" gehört zu den Top-Alben des Jahres. Ein "Muss" für alle Freunde moderner Countrymusik.

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Drake White - Spark Drake White, Spark - Bildrechte: Dot Records

In unserer Jahresvorschau hatten wir den Namen Drake White als einen der Top-Newcomer für 2016 auf dem Zettel. Mit der frischen, soulgetränkten Leadsingle „It Feels Good“ war der 33-jährige Alabama-Guy Anfang 2015 als Radioact aufgetaucht und ließ die Erwartungen auf den Longplayer entsprechend hochschnellen. Nun ist Spark erschienen und mit ihm die Bestätigung, dass moderner Country einen neuen Hoffnungsträger in seinen Reihen hat.

Im Vergleich zu anderen Nashville-Produktionen des laufenden Jahres fallen einige Dinge auf, die Whites „musikalischen Funken“ herausragend machen. Erstens besitzt der Mann aus der Kleinstadt Hokes Bluff eine naturgegebene Stimmfärbung, die alle Facetten des Südens von Soul, Gospel, Blues bis hin zu einem spielerischen Country-Twang in sich trägt. Dadurch ergibt sich eine stilistische Bandbreite, die ohne gezwungene Crossover-Soundexperimente auskommt. Zum anderen tritt Drake White auf 11 der 12 Albumtitel als ideengebender Co-Autor in Erscheinung, während die produzierenden Soundtüftler Ross Copperman und Jeremy Stover für die Endpolitur verantwortlich sind. Durch eingeschobene Sprechsequenzen von Whites Großvater wird das Persönlichkeitsprofil des Albums nochmals betont. Ergebnis ist das vielleicht spannendste und kreativste Newcomerprojekt, das Nashville in diesem Jahr hervorgebracht hat.

Kostproben davon gibt es auf „Spark“ reichlich. „Heartbeat“ ist der Typ Opener, der dem Zuhörer die volle Aufmerksamkeit abverlangt. Ein weckrufähnliches Pop-Folk-Intro mit einer mitreißenden Hook kennzeichnet den vielleicht kommerziellsten Song dieses Albums, bevor auf „Story“ jegliche Zweifel an der Countryprägung des Interpreten vom Tisch gefegt werden. Seit Darius Ruckers „Wagon Wheel“ hat kein zweiter Song in der Kombination aus Bluesgrass-Vibe und Modern-Country-Style so ansprechend geklungen. Damit könnte die kommende Radiosingle zum Eisbrecher für den fälligen Karrieredurchbruch werden.

Die pianogetriebene Ballade „Makin‘ Me Look Good Again“ ist ein musikalisches Schmuckstück und stellt den Singer-Songwriter Drake White mit stimmlicher Leidenschaft in den Vordergrund. Die aktuelle Radiosingle „Livin‘ The Dream“ trägt dagegen als Hitdesignprojekt der Profis Jaren Johnston, Tom Douglas und Luke Laird deutlich weniger Emotion in sich. Diese wird auf dem spirituell unterlegten „Back To Free“ umso deutlicher, bei dem Mentor und Tourpartner Zac Brown als Background-Vokalist und Einflussgeber durchscheint.

Was „Spark“ als Gesamtwerk so besonders macht, ist seine stilistische Vielfalt in Verbindung mit einer schon fast ungebremst wirkenden Spielfreude. „Equator“ überzeugt als funkiger Summerbreezer, der durch Bläsereinsätze gekonnt veredelt wird. „Live Some“ verkörpert mit seinem Folk-Spirit gute Laune pur und der rockige Footstomper „Elvis“ ist in Sachen Live-Dynamik kaum zu toppen.

Damit bliebe der vielleicht große Highlight-Song des Albums, der schon aufgrund seiner Reduziertheit als Radiosingle ungeeignet erscheint. Auf „Waitin‘ On The Whiskey To Work“ brilliert der Hutträger aus Alabama als bluesiger Troubadour und führt diese string- und harpveredelte Leidensgeschichte – Chris Stapleton lässt grüßen – auf ein besonderes Level. Spätestens hier wird deutlich, dass Drake White als ein mit allen musikalischen Wassern gewaschener Charaktersänger die Nashviller New-Country-Szene heute und in Zukunft bereichern könnte.

Fazit: Ob sich Drake Whites „Spark“ von einem bescheidenen Funken zu einem musikalischen Flächenbrand entwickeln kann, ist nicht zuletzt von dem Einfluss der Nashviller Hitpromotion abhängig. Nichtsdestotrotz darf man das Debütalbum des talentierten Singer-Songwriters aus Alabama zu den Top-Empfehlungen des Jahres für alle Freunde der modernen Countrymusik zählen.

Drake White – Spark: Das Album

Drake White - Spark

Titel: Spark
Künstler: Drake White
Veröffentlichungstermin: 19. August 2016
Label: Dot Records
Vertrieb: Universal Music
Laufzeit: 42:05 Min.
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 12
Genre: Modern Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Heartbeat
02. Story
03. Makin‘ Me Look Good Again
04. It Feels Good
05. Livin‘ The Dream
06. I Need Real
07. Back To Free
08. Equator
09. Live Some
10. Waitin‘ On The Whiskey To Work
11. Elvis
12. Take Me As I Am

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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