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Cody Jinks: I’m Not The Devil

Cody Jinks liefert mit "I'm Not The Devil" womöglich das beste Album dieses Jahres ab.

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Cody Jinks - I'm Not The Devil Cody Jinks, I'm Not The Devil - Bildrechte: Cody Jinks Music

Vor Jahren noch wurde er teilweise belächelt, als er hier in Deutschland auf der Bühne stand. Andere wiederum fanden ihn großartig. Ich lernte damals einen sympathischen jungen Künstler kennen, dessen Performance mich zu packen wusste. Inzwischen ist Cody Jinks gereift und hat zugelegt, musikalisch wie auch persönlich. Die, die ihn seinerzeit belächelten, haben nun keinen Grund mehr dazu. Die, die ihn großartig fanden, die begeistert er nun völlig. Und das ist nachvollziehbar!

Vor wenigen Wochen erst erreichte sein großartiger Song „Cast No Stones“ die Spitzenposition der Texas Music Charts, inzwischen hat er mit „I’m Not The Devil“ den Nachfolger zu seinem mehr als erfolgreichen Album „Adobe Sessions“ vorgelegt. Und, was soll ich sagen, es ist erneut ein Kracher!

Dreizehn Songs enthält der Longplayer, und die haben es in sich! Cody Jinks macht exakt da weiter, wo er mit den „Adobe Sessions“ aufgehört hat. Der Opener „The Same“ weist die Richtung nicht nur dieses Albums, sondern dieses Künstlers. Wer an der aktuellen Ausrichtung der Musik aus Nashville mehr oder weniger auszusetzen hat, der findet hier Country Music … nein, nicht traditioneller Ausrichtung, sondern eher „waylonscher“ Ausrichtung vor. Der Titelsong klingt musikalisch wie die Fortsetzung des o.g. Hits „Cast No Stones“, und doch ist er anders großartig, individuell, verschieden. Abwechslungsreich innerhalb der gewählten Stilistik windet sich der musikalische Weg und nimmt den Hörer mit auf eine Reise durch die Welt des Cody Jinks. „No Words“ klingt wie ein erster Rückblick und zeigt geänderte Ansichten über das Leben und die Welt auf. Nach „She’s All Mine“, einem weiteren Highlight dieses Albums, kommt die tiefe Verneigung vor einem der Größten, den diese Musik je hatte und der diese Welt im April verlassen hat.

Zugegeben, „The Way I Am“ ist vielleicht mein Lieblingssong von Merle Haggard, aber das lasse ich hier mal außen vor, soweit es möglich ist. Cody Jinks singt ihn wie – Cody Jinks, und das ist die beste Nachricht für einen Künstler! Mit „Chase That Song“ packt er einen Uptempo Rocker à la „Ain’t Living Long Like This“ aus, der mitreisst und mit krachenden Telecastern gewürzt ist. Gut so! Direkt danach folgt mit „Heavy Load“ ein echter schwermütiger Hammer, Bibelzitat inklusive. „Der Zug ist schon vor einiger Zeit entgleist, Du kannst die schwere Ladung nicht verankern. Ab jetzt geht es nur noch bergab, wir müssen den Wegezoll bezahlen, aber der Zug ist schon vor einiger Zeit entgleist.“ Mitten im Song folgt das Bibelzitat, das erst zum zweiten Mal Bestandteil eines Songs ist. Es ist ein Zitat aus dem Neuen Testament, aus der Offenbarung des Johannes. Der Erste, der diese Bibelstelle zitierte, war Johnny Cash, für seinen Song „The Man Comes Around“.

Mit „Grey“ folgt ein akustischer Titel, bevor mit „Church At Gaylor Creek“ ein weiterer Song im Dreivierteltakt folgt. Typisch für dieses Album und wohl auch diesen Künstler, der mit „Vampires“ da weitermacht, wo er mit „Heavy Load“ aufgehört hat. „Hand Me Down“ ist ein finaler, kritischer Rundumschlag mit unserer Zeit: Nachrichten am Abend, Meinungen, um die man nicht gebeten hat, das Gejammer der Reichen, Politiker … man kann sich in dieser Zeit, in der elektronische Medien die Menschheit täglich erschlagen, nicht mehr vor ungewolltem Nachrichten- und Meinungskonsum schützen. Dazu stampft ein Rhythmus, der im Zusammenwirken mit den anderen Instrumenten erneut eine Brücke zu Johnny Cash schlägt: „God’s Gonna Cut You Down“, von „American 5“.

Cody Jinks ist erwachsen geworden, und während ich bei „Adobe Sessions“ noch überrascht war, bin ich es nun nicht mehr. Eigentlich wollte ich das genannte Vorgängeralbum erneut adeln und „I’m Not The Devil“ mit 4,5 Punkten und somit einen halben Punkt tiefer bewerten, weil dem Album im Vergleich die fetzigen Highlights fehlen. Im Zeitalter der Partyalben in der Country Music jedoch kann man ein Album wie das hier Vorliegende nicht genug loben, und somit gibt es auch hier die volle Punktzahl! Für mich ist dies das beste Album dieses Jahres bisher!

Cody Jinks – I’m Not The Devil: Das Album

Cody Jinks - I'm Not The Devil

Titel: I’m Not The Devil
Künstler: Cody Jinks
Veröffentlichungstermin: 16. September 2016
Label: Cody Jinks Music
Vertrieb: Alive
Laufzeit: 49:57 Min.
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 13
Genre: Country, Outlaw
Bewertung: 5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. The Same
02. I’m Not The Devil
03. No Guarantees
04. No Words
05. Give All You Can
06. She’s All Mine
07. The Way I Am
08. Chase That Song
09. Heavy Load
10. Grey
11. Church At Gaylor Creek
12. Vampires
13. Hand Me Down

Truck Stop 2019
Über Bernd Wolf (138 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Johnny Cash, Singer & Songwriter. Rezensionen und Biografien.