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Cody Jinks: Change The Game

Jinks veröffentlicht mit „Change The Game“ ein sehr persönliches und selbstreflektierendes Album.

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Cody Jinks – Change The Game Cody Jinks – Change The Game. Bildrechte: Late August Records

Unter Fans und Fachleuten zählen die „Adobe Sessions“ aus dem Jahr 2015 zu den besten Texas-Alben der 2010er Jahre. Mit Songs wie „Loud And Heavy“ und „Cast No Stones“ hatte Cody Jinks den Dunstkreis der Texas-Country-Szene verlassen und bei den Nashviller Music Scouts erste Aufmerksamkeit erzeugt. Das Folge-Release „I’m Not The Devil“ konnte im Jahr 2016 erstmalig eine Top-Platzierung in den Billboard-Album-Charts erreichen. Damit schienen für die musikalische Zukunft des Ex-Thrash-Metallers alle Tore geöffnet.

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Sieben Jahre und vier Alben später hat sich die Karriere des Cody Jinks gewissermaßen seitwärts entwickelt. Dem im Jahr 2018 unter dem Nashviller Label Rounder Records veröffentlichten Album „Lifers“ und der Single „Must Be The Whiskey folgten weitere Releases unter eigenem Label, ohne die Erfolgsspur fortsetzen zu können. Der Outlaw mit dem Rauschebart hatte den Resetknopf gedrückt, das Management und die Vermarktung kurzerhand selbst übernommen. Befreit von jeglicher Fremdbestimmung ist nun unter der Eigenmarke Late August Records das neue Album „Change The Game“ erschienen. Wird sich das ehrgeizige Selfmade-Projekt für seinen Interpreten als Game-Changer erweisen?

Auch persönlich hat der Mann aus dem Dallas-Vorort Haltom City einiges verändert. Der jahrelange Whiskey-Konsum gehört der Vergangenheit an. Anstelle der wilden Rowdy-Days hat das Familienleben wieder Priorität gewonnen. Einflüsse, die sich im Sound des neuen Longplayers bemerkbar machen sollten. Das Produzenten-Duo Joshua Thompson und Ryan Hewitt (Red Hot Chili Peppers u.a.) hat einen Rahmen abgesteckt, innerhalb dessen der Singer-Songwriter die mitunter düstere Vergangenheit verarbeitet und dem Neuanfang musikalischen Raum gewährt.

12 Songs sind es, die die Runderneuerung des Outlaws mit dem prägnanten Bariton dokumentieren sollen. Während der Jinks-Sound der vergangenen Alben häufig in Selbstbedauern und seelischer Ausweglosigkeit verharrte, steht Change The Game für die Überwindung jener Geister und Dämonen. Die vorab erschienene Leadsingle „Outlaws & Mustangs“ gibt jenen optimistischen Sound vor, der sich wie ein roter Faden durch den „neuen Jinks“ zieht. Stimmlich gelöst, melodisch frei und traditionell instrumentiert hat sich der Singlevorbote bereits in die Spitzenregionen der Texas-Radio-Charts bewegt.

Zu Beginn kommt der Game-Changer des Cody Jinks ohne düsteren Rückblick dann doch nicht ganz aus. „Sober Thing“ eröffnet den Reigen als klagende Bekennerballade, mit der die Macht der Flasche zwischen Alpträumen und Hangovers beschrieben wird. Der Titelsong „Change The Game“ ist ein schmucker Western-Upbeat, der sich mit den persönlichen und beruflichen Widerständen des Country-Outlaws jenseits des Mainstreams beschäftigt. „I Can’t Complain“ kommt als geradliniger Country-Rocker über die innere Zerrissenheit einer Trennung daher; eine Stimmungslage, die durch das Faith-No-More-Cover „Take This Bottle“ an der Seite der großartigen Meatloaf-Tochter Pearl Aday perfekt aufgenommen wird. Sei es der knackige Honkytonk auf „Deceiver’s Blues“, das leicht funkige „A Few More Ghosts“ oder der im besten „Sunday Morning Coming Down“-Stil performte Regretter „Wasted“, Cody Jinks lässt keinen Zweifel, dass der Weg der Vergangenheitsbewältigung zwar begonnen hat, die Absturzgefahr jedoch keineswegs gebannt ist.

„I Would“ zeigt sich als emotionale Lovestory im Renegade-Stil, die durch eine packende Rhythmik angetrieben wird. Das von einem simplen Akustikset begleitete „The Working Man“ zielt auf die Wahrhaftigkeit der inneren Werte ab, die die Flüchtigkeit des äußeren Scheins überdauern. Mit der überragenden Piano-Ballade „What You Love“ zieht der geläuterte Texas-Outlaw sinngemäß Resümee: „Es lohnt sich, zu kämpfen, anstatt in Träumen zu verharren; denn ein Leben, in dem man auf Sicherheit spielt, bleibt letztlich ungelebt.“ Diese aus dem tiefsten Innern stammenden, wahrhaftigen Erkenntnisse stehen für den neuen Cody Jinks – persönlich wie musikalisch.

Top-Tracks: „Outlaws & Mustangs“, „Take This Bottle“, „I Would“, „What You Love“

Fazit: Auf „Change The Game“ schlägt Cody Jinks gesetztere Töne an, die die innere Wandlung des Outlaws mit der Metal-Vergangenheit widerspiegeln. Mit einer nicht zu überhörenden Zuversicht ist hier eines der persönlichsten Countrywerke des laufenden Jahres entstanden.

Cody Jinks – Change The Game: Das 2024er Album

Cody Jinks – Change The Game

Künstler: Cody Jinks
Album: Change The Game
Veröffentlichung: 22. März 2024
Label: Late August Records
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 12
Genre: Outlaw Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten

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Trackliste: (Change The Game)

01. Sober Thing
02. Outlaws And Mustangs
03. I Can’t Complain
04. Take This Bottle – mit Pearl Aday
05. Deceiver’s Blues
06. A Few More Ghosts
07. Change The Game
08. I Would
09. The Working Man
10. Wasted
11. Always Running
12. What You Love

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Über Bernd Wenserski (602 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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