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Cody Jinks: After The Fire & The Wanting

Cody Jinks veröffentlich zwei Alben parallel - "After The Fire" und "The Wanting".

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Cody Jinks - After The Fire & The Wanting Cody Jinks - After The Fire & The Wanting. Bildrechte: Late August Records

Wohl kein zweiter Countryinterpret lässt tiefere Blicke in sein Seelenleben zu als Cody Jinks. Der Singer & Songwriter aus Fort Worth hatte in den Jahren 2015 bis 2017 mit den Independent-Alben „Adobe Sessions“ und „I’m Not The Devil“ eindrucksvolle Psychogramme abgeliefert und sich allmählich aus dem engen Fokus der Texas-Szene herausgespielt.

Mit dem 2018er Release „Lifers“ sollte unter dem Nashviller-Kultlabel Rounder Records der entscheidende Karriereschritt nach vorne stattfinden. Doch trotz eines respektablen Charteinstiegs (Platz 2 in den Country-Album-Charts, Platz 11 in den Billboard 200) blieb die nachhaltige Wirkung des Albumprojektes aus. Gerade mal ein Jahr später erfolgt nun die Kurskorrektur, die musikalische Rolle rückwärts und dies in zweifacher Ausführung.

Nach dem „Lifers“-Sidestep ist Cody Jinks mit eigenem Label künstlerisch wieder für sich selbst verantwortlich und hat begonnen, die aus seiner Sicht wenig erfreuliche Nashville-Erfahrung musikalisch aufzuarbeiten. Ergebnis ist ein Doppelrelease, mit dem der bärtige Texaner die Szene binnen einer Woche in seinen Bann gezogen hat. „After The Fire“ und „The Wanting“ heißen die Alben, die als stilistisch eigenständige Reflektionen den hohen Anspruch eines authentischen Singer-Songwriters überzeugend wiedergeben.

After The Fire, der erste Teil von Jinks musikalischer Rückkehr, steht unter dem Motto Vergangenheitsbewältigung. Mit gebremster Energie und hoher textlicher Ausdruckskraft resümiert der Geläuterte über sein Scheitern und die damit verbundene Erkenntnis, zu sich selbst zurückgefunden zu haben. Mit Josh Morningstar, Tennessee Jet und Paul Cauthen sind einige der profiliertesten Independent-Songwriter mit am Werk. Der eröffnende Titelsong und das darauffolgende „Ain’t A Train“ zeigen als ausdrucksstarke Seelenspiegel mit einer dezenten Portion Optimismus den Weg aus der Krise auf.

Auf „Someone To You“ verbindet der Interpret die Einsicht, das Erfolg nicht alles ist, mit einem tiefen Bekenntnis zu seiner Ehefrau Rebecca. Stichwort Rebecca Jinks. Die im Schatten des Outlaws stehende bessere Hälfte hat auf der berührenden Granny-Ballade „William And Wanda“ brilliante Zuarbeit geleistet: Gemeinsam mit dem im Kristofferson-Stil angelegten Love-Song „Yesterday Again“ das wohl emotionale Highlight des 10-Teilers. In Gänze liefert „After The Fire“ ein in sich ruhendes Selbstbekenntnis, das die erzählerische Stärke des Cody Jinks mit stilechter Instrumentierung an die Oberfläche bringt.

Wer sich hier bereits in Zufriedenheit wähnt, wird bei dem eine Woche danach erschienenen Folgealbum The Wanting möglicherweise seine Erfüllung finden. Mit wiedergewonnener Spielfreude und ungebremster Musikalität läuft der Texas-Outlaw zu alter Höchstform auf. Plötzlich flackern sie wieder auf, die inneren Grabenkämpfe zwischen Gut und Böse, die dunklen Gedanken und Selbstzweifel, die in Momenten der Einsamkeit ihren Weg nach außen finden. Selten wurde dies musikalisch treffender inszeniert als auf den Balladen „Never Alone Always Lonely“ (ein weiteres Rebecca-Jinks-Co-Write) und dem an Hermann Hesses „Steppenwolf-Story“ angelehnten „Which One I Feed“.

Schlussendlich erlebt auch der Whiskey als therapeutische Allzweckwaffe sein Revival. Sowohl auf der auf der gleichnamigen, grandiosen Casper McWade/Jamie Richards-Komposition als auch auf der aktuellen Single „Same Kind Of Crazy As Me“ spielt die „goldene Medizin aus den Bergen Tennessees“ eine tragende Rolle. Nimmt man die ergreifende Trennungsballade „It Don’t Rain In California“ und den schwungvollen Gospel-Groove auf „The Raven And The Dove“ hinzu, bleibt ein faszinierendes Country-Album, das sich mit den Top-Releases des Jahres in jeder Hinsicht messen kann.

Top-Tracks: „Yesterday Again“, „William And Wanda“ – (After The Fire) und „Never Alone Always Lonely“, „Whiskey“, „It Don’t Rain In California“, „The Raven And The Dove“ – (The Wanting)

Fazit: Mit seinem Doppel-Release ist es Cody Jinks gelungen, binnen einer Woche zwei Mal die Spitze der Country-Album-Charts zu erreichen. Ein Qualitätssiegel mit tiefgehender Ausdruckskraft, das den Texaner als den wohl talentiertesten Outlawinterpreten seit Jamey Johnson wiederholt bestätigt. Eine Top-Empfehlung!

Cody Jinks – After The Fire: Das Album

Cody Jinks - After The Fire

Titel: After The Fire
Künstler: Cody Jinks
Veröffentlichungstermin: 25. Oktober 2019
Label: Late August Records
Vertrieb: Membran (D)
Formate: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 32:14 Min.
Tracks: 10
Genre: Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten

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Trackliste: (After The Fire)

01. After the Fire
02. Ain’t a Train
03. Yesterday Again
04. Tell’em What It’s Like
05. Think Like You Think
06. William and Wanda
07. One Good Decision
08. Dreamed With One
09. Someone To You
10. Tonedeaf Boogie

Cody Jinks – The Wanting: Das Album

Cody Jinks - The Wanting

Titel: The Wanting
Künstler: Cody Jinks
Veröffentlichungstermin: 25. Oktober 2019
Label: Late August Records
Vertrieb: Membran (D)
Formate: CD
Laufzeit: 44:32 Min.
Tracks: 12
Genre: Country
Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten

Zum Bestellen bitte auf die Buttons klicken! Cody Jinks - The Wanting: Bei Amazon bestellen Cody Jinks - The Wanting: Bei JPC bestellen

Trackliste: (The Wanting)

01. The Wanting
02. Same Kind Of Crazy As Me
03. Never Alone Always Lonely
04. Whiskey
05. Where Even Angels Fear to Fly
06. Which One I Feed
07. A Bite Of Something Sweet
08. The Plea
09. It Don’t Rain In California
10. Wounded Mind
11. Ramble
12. The Raven And The Dove

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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