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Brantley Gilbert: The Devil Don’t Sleep

Der Outlaw-Rocker Brantley Gilbert präsentiert mit "The Devil Don't Sleep" ein grundsolides Album.

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Brantley Gilbert - The Devil Don't Sleep Brantley Gilbert - The Devil Don't Sleep. Bildrechte: The Valory Music

Das erste große New-Country-Release des Jahres 2017 gehört Brantley Gilbert. Seit seinem Durchbruch mit der Nr.1-Single „Country Must Be Country Wide“ im Jahr 2011 ist es dem New-Country-Outlaw aus Georgia gelungen, die Kombination aus Southern-Rock-Riffs und R&B-Flows zu einer eigenen Marke zu entwickeln. Kein anderer Sänger der Szene bedient diesen Cross-Over-Style authentischer als das selbsternannte „Bad Ass“ aus der Kleinstadt Jefferson. Nach zwei platindekorierten Alben und der Erfolgssingle „Bottoms Up“ ist nun nach fast drei Jahren Wartezeit der neue Longplayer erschienen.

Auch auf dem vierten Album The Devil Don’t Sleep denkt Brantley Gilbert nicht im Ansatz daran, von seinem bisherigen Erfolgsrezept abzuweichen. Mit 16 fulminanten Tracks gibt es für alle soundverwöhnten BG-Follower wie gewohnt satt auf die Ohren. Das songtypische Wechselspiel aus leisem Akustikintro, muskulösen Riffs, reduzierten Strophen und Powerchorus hat System und könnte von einigen zähen Kritikern als Einfallslosigkeit ausgelegt werden.

In der Tat dürften sich hier die Geister scheiden. Wer mit der Outlaw-Rock-R&B-Mischung Gilberts bislang ein Problem hatte, wird auch dem aktuellen Powerpack wenig Positives abgewinnen können. Der Vielzahl an Sympathisanten sei jedoch gesagt: Brantley Gilbert ist sich treu geblieben, hat auf allen Tracks seine Stärken als Songwriter eingebracht und die ein oder andere neue Facette hinzugewonnen. Tauchen wir also ein!

Bereits der Opener „Rockin‘ Chairs“ ist so eine Gilbert-typische Power-Hymne, die neben feisten Riffs auch der verletzlichen Seite des Tattoo-Guys genügend Raum lässt. Ein Prinzip das auch auf dem Melodic-Rocker „The Ones That Like Me“ funktioniert und einen sicheren Radiohitkandidaten hinterlässt. Als Leadsingle hat sich Brantley Gilbert für „The Weekend“ entschieden, einen rowdy-rockenden Bro-Tune, dessen simpler Message ein wenig der besondere Spirit abgeht. Nach dem soliden Womanizer „You Could Be That Girl“ und dem im Chorus etwas flach wirkenden „Smokin‘ Gun“ startet BG das erste kleine Experiment. „Bro Code“ verbindet schräge Country-Rock-Elemente mit Hip-Hop-Phrasierungen und macht aus diesem stilistischen No-Go einen hörenswerten Albumexoten.

Eine große Stärke von Brantley Gilbert ist, dass er zwischen den stilistischen Extremen aus Rock und R&B immer wieder seine Mitte findet und weder in die eine noch die andere Richtung zu hart pusht. An zwei Stellen des Albums wird diese Grenze dann doch spürbar überschritten. Das im Chorus brachiale „It’s About To Get Dirty“ und die kernigen Riffs auf „Bullet In A Bonfire“ lassen die Countryseele gefrieren und eher an die shockrockende Monstershow eines Alice Cooper erinnern. Überhaupt ist im Mittelteil eine gewisse Verflachung spürbar, aus der das gefühlvolle, von kalten Riffs befreite „In My Head“ positiv herausragt.

Auf der Zielgeraden hinterlässt der „Bottoms-Up-Sänger“ dann noch mal bleibende Eindrücke. „Outlaw In Me“ präsentiert sich trotz der pathetischen Message als tiefgehendes, musikalisches Persönlichkeitsprofil. Auch der Albumtitelsong „The Devil Don’t Sleep“ stammt komplett aus Gilberts eigener Feder und stellt die perfekte Umsetzung zeitgemäßen Countryrocks dar. Es wäre schon fast fahrlässig, diesen in sich stimmigen Track dem Country-Radio als kommende Single vorzuenthalten.

Der finale Abschluss zeigt den ungezähmten Outlaw-Rocker noch mal von einer neuen Seite. Auf „Three Feet Of Water“ offenbart sich Gilbert als geläuterter Bekenner, der sich von den quälenden Sünden der Vergangenheit reinzuwaschen versucht. Dieser stille und mit einem leisen Piano unterlegte Ausklang deutet an, dass der gesettelte Outlaw Brantley Gilbert musikalisch noch eine Menge mehr zu geben hat.

Top-Tracks: „Rockin‘ Chairs“, „In My Head“, „The Devil Don’t Sleep“, „Three Feet Of Water“.

Fazit: Mit „The Devil Don’t Sleep“ untermauert Brantley Gilbert seine Führungsrolle als Outlaw-Rocker in der nach Orientierung suchenden New-Country-Szene. Dass das 60-Minuten-Epos durch einige Füller im Mittelteil ein wenig aufgeblasen wirkt, lässt an der Qualität der Gesamtproduktion mit einigen Songhighlights keinen Zweifel. Hardcore-BG-Fans werden sich ohnehin nur mit der 26-teiligen Deluxe-Version zufrieden geben.

Brantley Gilbert – The Devil Don’t Sleep: Das Album

Brantley Gilbert - The Devil Don't Sleep

Titel: The Devil Don’t Sleep (Deluxe-Version)
Künstler: Brantley Gilbert
Veröffentlichungstermin: 10. Februar 2017
Label: The Valory Music
Vertrieb: Universal Music
Laufzeit: 109:21 Min.
Format: Doppel-CD & Digital
Tracks: 26
Genre: New Country, Outlaw Rock
Bewertung: 3,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste: (The Devil Don’t Sleep – CD 1)

01. Rockin‘ Chairs
02. The Ones That Like Me
03. The Weekend
04. You Could Be That Girl
05. Smokin‘ Gun
06. Bro Code
07. It’s About To Get Dirty
08. Tried To Tell Ya
09. In My Head
10. Way Back
11. Baby Be Crazy
12. Outlaw In Me
13. Bullet In A Bonfire
14. The Devil Don’t Sleep
15. We’re Gonna Ride Again
16. Three Feet Of Water

Trackliste: (The Devil Don’t Sleep – CD 2)

01. At Least We Thought It Was (Demo)
02. I’ve Been There Before (Demo)
03. Against The World (Demo)
04. Closer Than We’ve Ever Been (Demo)
05. You Promised (Demo)
06. Read Me My Rights (Live At Red Rocks)
07. Hell On Wheels (Live At Red Rocks)
08. Grown Ass Man (Live At Red Rocks)
09. Outlaw Women (Live At Red Rocks)
10. Kick It In The Stick (Live At Red Rocks)

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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