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Sunny Sweeney: Trophy

"Trophy" ist in musikalischer Seelenstriptease und packt Tabuthemen an, die bisweilen tief unter die Haut gehen.

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Sunny Sweeney - Trophy Sunny Sweeney - Trophy. Bildrechte: Aunt Daddy Records

Sunny Sweeney kennt beide Welten. Den Glamour Music-Citys und die Bodenständigkeit ihrer texanischen Heimat. Nach jahrelanger Tingelei durch die lokale Clubszene hatte sich der Republic-Nashville-Deal mit dem Album „Concrete“ und der Top-10-Single „From A Table Away“ im Jahr 2011 zunächst wie ein Durchbruch angefühlt. Doch im Anschluss gelang es der aus Houston stammenden Sängerin nicht mehr, sich den Gegebenheiten der auf einfachere Textbotschaften reduzierten New-Country-Szene anzupassen.

Die Rückkehr nach Texas im Jahr 2013 mit dem Album „Provoked“ wurde von ihrem Heimatpublikum positiv aufgenommen und entlud sich in den Nr.1-Hits „Bad Girl Phase“ und „My Bed“, einem berührenden Duett an der Seite von Will Hoge. Mit dem nun erschienenen vierten Studioalbum Trophy scheint die musikalische Heimkehr auch emotional abgeschlossen.

Die Ballade „Nothing Wrong With Texas“ bringt dieses Gefühl auf den Punkt und klingt wie eine reumütige Liebeserklärung an die Grundwerte ihres Lone-Star-States. Nach dem zarten Fiddle-Intro hat Starsongwriterin Lori McKenna („Girl Crush“, „Humble And Kind“) mal wieder eine brilliante Melodie aus dem Hut gezaubert. Im Gesamteindruck präsentiert sich Sunny Sweeney auf dem von Dave Brainard produzierten 10-Teiler als gereifte, ausdruckstarke Interpretin, die ihr Seelenleben ohne Maskerade nach außen kehrt. Sowohl die melancholische Barroom-Ballade „Pass The Pain“, das tiefschürfende Bekenntnis des unerfüllten Kinderwunsches auf „Bottle By My Bed“ oder die zärtliche Totenklage auf dem finalen „Unsaid“ zeigen die 40-jährige South-Texas-Lady von ihrer verletzlichen Seite.

Die dunklen Wolken der musikalischen Midlifecrisis dominieren den Gesamteindruck von „Trophy“ und können nur an wenigen Stellen wie auf dem schwungvollen Upbeat von „Better Bad Idea“ oder dem bluesig angerockten „Why People Change“ vertrieben werden. „I Feel Like Hank Williams Tonight“, ein Song den Chris Wall für Jerry Jeff Walker geschrieben hat, lässt keinen Zweifel daran, dass sich Sunny Sweeney in einer Lebensphase befindet, in der sie dieses lyrisch hervorstechende Album aus einem inneren Gefühl heraus einfach machen musste und den Easy-Going-Part lieber anderen überlässt. Die texanische Homebase dürfte ihr dieses Maß an Aufrichtigkeit hoch anrechnen.

Top-Tracks: „Better Bad Idea“, „Nothing Wrong With Texas“, „Bottle By My Bed“.

Fazit: Sunny Sweeney vollzieht auf „Trophy“ mit fachkundiger Hilfe einen musikalischen Seelenstriptease und packt Tabuthemen an, die bisweilen tief unter die Haut gehen. Ein Album für leise, melancholische Stunden einer selbstbewussten, in sich gereiften Country-Lady.

Sunny Sweeney – Trophy: Das Album

Sunny Sweeney - Trophy

Titel: Trophy
Künstler: Sunny Sweeney
Veröffentlichungstermin: 10. März 2017
Label: Aunt Daddy Records
Laufzeit: 39:53 Min.
Format: CD & Digital
Tracks: 15
Genre: Country
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste: (Sunny Sweeney – Trophy)

01. Pass The Pain
02. Better Bad Idea
03. Nothing Wrong With Texas
04. Pills
05. Bottle By My Bed
06. Why People Change
07. I Feel Like Hank Williams Tonight
08. Grow Old With Me
09. Trophy
10. Unsaid

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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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