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Randall King live in Köln

Der texanische Sänger begeistert Publikum im Club Volta!

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Randall King - Live in Köln Randall King - Live in Köln. Bildrechte: Bernd Wenserski (Country.de)

Texas Country in Deutschland? Nur wenige Interpreten aus dem Lone Star State haben in der Vergangenheit den Sprung über den großen Teich gewagt. Dabei erlebt der traditionelle Country in den USA zur Zeit ein einzigartiges Revival, das seine Interpreten bis in die oberen Regionen der Billboard Charts bewegt. Neben Cody Johnson gehört Randall King zu den neuen Neotraditionalisten, die als texanische Musikbotschafter den Einfluss des großen George Strait in die Gegenwart tragen.

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Mit seiner im Jahr 2016 erschienenen EP „Another Bullet“ war der smarte Cowboy aus der Kleinstadt Hereford erstmalig aufgefallen. Jetzt, sieben Jahre später, zeigt sich Randall King, inzwischen bei Warner Music Nashville unter Vertrag, dem europäischen Publikum. Schnell waren die kleinen Musikclubs in Köln, Hamburg, Berlin und München ausgebucht, so dass man auf größere Locations ausweichen musste. Wurde der Stellenwert des „Texas-infused-country“ in Deutschland doch etwas unterschätzt? Heute ist Tourauftakt der deutschen Konzertserie in Köln. Der Club Volta, in einem ehemaligen Gewerbegebiet im Stadtteil Mülheim gelegen, fasst rund 450 Besucher und ist nach Aussage des Veranstalters ausverkauft. Eine coole Location, die sich als Mehrzweckhalle für Festivitäten verschiedener Art anbietet. Die bunten Wandornamente verleihen dem Ort etwas Sakrales. Randall King, dem smarten Troubadour aus dem texanischen Panhandle, ist es gelungen, ein hauptsächlich junges Publikum anzuziehen. Ein Großteil der Besucher ist weiblich. Stetsonträgerinnen inklusive. Hier ist kaum jemand zufällig anwesend. Die größtenteils waschechten Countryfans warten auf das Startsignal, um den Interpreten textsicher durch den Abend zu begleiten.

Zunächst ein Wort zu dem Opener. Reid Haughton, aus dem Norden des Bundesstaates Alabama stammend, ist einer aus dem unerschöpflichen Pool von Talenten, die in Nashville Fuß gefasst haben. Nur mit Akustikgitarre bewaffnet präsentiert er Songs aus seinem eigenen Repertoire, von denen „Can’t Please Em All“ und „She Is“ besonders im Gedächtnis bleiben. Die Mischung aus New Country mit einer Prise Southern Rock und Blues weiß zu gefallen und macht den Sympathieträger aus dem 4.000 Seelendorf Haleyville zu einem perfekten Wegbereiter für den Top-Act des Abends.

Um kurz nach 21 Uhr ist es dann soweit. Randall King betritt begleitet von seiner vierköpfigen Band die Bühne. Sofort wird klar, vor uns steht ein Star, dessen Bühnenpräsenz das erwartungsvolle Publikum sofort gefangen nimmt. Die Anwesenheit einer Steel Guitar verspricht unter den versierten Händen von Matthew Harber Authentizität, ohne die der charakteristische Randall King-Sound schlichtweg nicht darstellbar wäre. Der Frontman selbst setzt mit der Dynamik seiner Songs „Tonk Til I Die“, „Baby Do“ oder „Dent In It“ sofort ein Zeichen. Der Club wird schnell zum Powerhouse, bevor mit dem Single-Hit „When My Baby‘s In Boots“ etwas Tempo rausgenommen wird. Randall King, der in der Buddy-Holly-Town Lubbock studiert und seine ersten musikalischen Sporen verdient hat, trägt das Erbe der großen Neotraditionalisten, allen voran Texas-Legende George Strait, in einer Mischung aus Crooner und Entertainer mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein in die Menge. Insbesondere das Dreierset „Mirror, Mirror“, „Hard To Be Humble“ und „Tuggin‘ On My Heartstrings“ führt zu Begeisterung, bevor sich die Band mit dem eher unbekannten Alan-Jackson-Cover „The One You’re Waiting On“ geerdet präsentiert.

Randall King und seine Jungs haben ganz offensichtlich Spaß und erwähnen mehrfach, dass ihr erster Deutschland-Aufenthalt für sie etwas Besonderes ist. Nach dem Titelsong seiner Debüt-EP „Another Bullet“ geben die Texas-Boys mit einem Rock-Instrumental-Medley richtig Gas, bei dem insbesondere Gitarrist Logan Broadus sein Können aufblitzen lässt. Wer jetzt noch Zweifel an der neotraditionellen Basis des Mannes aus den Texas Plains hegt, wird im letzten Drittel des Auftritts endgültig abgeholt. Zwischen den „crowd-pleasing“ Hits „You In A Honky Tonk“ und „Hey Cowgirl“ wird das Kölner Publikum einem 90er-Jahre-Standard-Test unterzogen. Evergreens wie „John Deere Green“, „Should’ve Been A Cowboy“, „Check Yes Or No“, „I Like It, I Love It“ oder Garth Brooks‘ unvermeidliche Hymne „Friends In Low Places“ werden von den Fans textsicher retourniert und nötigen dem Interpreten sichtbaren Respekt ab. Am Ende eines durchweg begeisternden Abends gibt es nur Gewinner, in dem Publikum und Band beseelt ihrer getrennten Wege gehen.

“This kid is what country music is all about.” Mit diesem musikalischen Ritterschlag aus dem Munde von Megastar Garth Brooks ist eigentlich alles gesagt. Randall King ist einer der Vorreiter der neuen Generation des neotraditionellen Country, der alle Anlagen eines kommenden Superstars mitbringt. Während in Texas mit Sängern wie Robert Ray, Jake Worthington, William Beckmann oder Triston Marez weitere Talente in den Startlöchern stehen, hat Randall King durch sein Engagement bei Warner Music Nashville bereits den nächsten Karriereschritt vollzogen. Es bleibt zu hoffen, dass der Sänger aus dem Panhandle den kommerziellen Anforderungen der Szene auch in Zukunft widerstehen kann.

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Über Bernd Wenserski (602 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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