Stars nehmen Abschied von Dolly Parton: „Wir werden dich immer lieben“
Die Anteilnahme am Tod der Königin der Countrymusik ist hoch!
Abschied von Dolly Parton. Collage Country.de // Photo by Jeremy Westby (2911 Media)
Nach dem Tod von Dolly Parton nimmt die Musikwelt Abschied von einer ihrer größten Persönlichkeiten. Weggefährten, Freunde und Kollegen erinnern sich an die Legende – nicht nur an die Sängerin und Songwriterin, sondern vor allem an den Menschen Dolly Parton.
Die Anteilnahme reicht längst weit über Nashville hinaus. Doch gerade die persönlichen Erinnerungen aus der Country-Familie zeigen, welche Spuren Dolly Parton bei den Menschen hinterlassen hat, die ihr über Jahrzehnte begegneten.
Das Wichtigste in Kürze
• Zahlreiche Stars und Weggefährten erinnern an Dolly Parton.
• Don McLean vergleicht die Dimension ihres Todes mit dem Tod von Elvis Presley.
• Rhonda Vincent berichtet von einem sehr persönlichen Besuch Dollys während einer lebensbedrohlichen Erkrankung.
• Lee Greenwood würdigt neben ihrem Talent vor allem Dollys Menschlichkeit und Großzügigkeit.
• Mitglieder der Oak Ridge Boys erinnern sich an gemeinsame Auftritte und Begegnungen, die Jahrzehnte zurückreichen.
Don McLean: Ein Verlust von der Dimension Elvis Presleys
Don McLean findet für die Bedeutung von Dolly Partons Tod einen außergewöhnlichen Vergleich. Für den „American Pie“-Sänger ist der Verlust so einschneidend wie einst der Tod von Elvis Presley. Dollys Tod erschüttere nicht nur die Countrymusik, sondern die ganze Welt.
Bemerkenswert ist, dass William Lee Golden von den Oak Ridge Boys unabhängig davon eine ganz ähnliche Erinnerung äußert. Zuletzt habe er eine derartige Fassungslosigkeit empfunden, als Elvis Presley starb. Golden kannte Dolly Parton seit ihren frühen Jahren. Die Oak Ridge Boys waren Gäste der „Porter Wagoner Show“, als sie ihr erstmals begegneten. Schon damals, erinnert sich Golden, habe sie mit ihrer Stimme und ihrer besonderen Ausstrahlung die Menschen für sich eingenommen.
Rhonda Vincent: Dolly kam persönlich, um nach ihr zu sehen
Eine der bewegendsten Erinnerungen stammt von Rhonda Vincent. Die Bluegrass-Sängerin bezeichnet Dolly nicht nur als Freundin, sondern auch als Mentorin. Als Vincent lebensbedrohlich erkrankt war, beließ Dolly es demnach nicht bei einem Telefonat oder guten Wünschen. Sie machte sich von Nashville auf den Weg nach Greentop im Bundesstaat Missouri, um ihre Freundin persönlich zu besuchen.
Dolly habe sich selbst davon überzeugen wollen, dass es ihr gutgehe, erinnert sich Vincent. Es ist eine kleine Geschichte im Vergleich zu einer jahrzehntelangen Weltkarriere – und vielleicht gerade deshalb eine, die viel über Dolly Parton erzählt.
Lee Greenwood erinnert an Dollys größtes Vermächtnis
Auch Lee Greenwood würdigt die außergewöhnliche Karriere der Sängerin. Ihr größtes Vermächtnis sieht er jedoch nicht allein in ihrer Stimme, ihren Songs oder ihren Erfolgen. Es sei vor allem ihr Herz gewesen: ihr Glaube, ihre Freundlichkeit, ihre Arbeitsmoral und ihre Großzügigkeit. Dolly habe die seltene Fähigkeit besessen, anderen Menschen das Gefühl zu vermitteln, dass sie wichtig seien.
Greenwood erinnert dabei auch an Dollys Imagination Library, die seit ihrer Gründung Millionen Kindern Bücher zugänglich gemacht hat. Eine angemessene Form, ihr Vermächtnis weiterzutragen, sei es, selbst ein wenig von jenem Licht weiterzugeben, das Dolly anderen Menschen geschenkt habe.
Die Oak Ridge Boys erinnern sich an gemeinsame Jahrzehnte
Duane Allen von den Oak Ridge Boys blickt weit zurück. Er erinnert sich noch daran, wie Dolly Parton zur „Porter Wagoner Show“ kam und man sich damals sogar eine Garderobe teilte. Später nahmen die Oak Ridge Boys Dollys „Coat of Many Colors“ auf. Allen bezeichnet „I Will Always Love You“ als einen der größten Songs, die je geschrieben wurden. Zu seinen persönlichen Karrierehöhepunkten gehört zudem die Eröffnung von Dollys Theater in Pigeon Forge – gemeinsam mit Dolly Parton, den Oak Ridge Boys und Entertainer Bob Hope.
Nancy Jones erinnert an Dolly und George Jones
Auch Nancy Jones, die Witwe von George Jones, erinnert an eine lange Verbindung. Dolly und George seien gemeinsam in der Grand Ole Opry groß geworden und hätten beide zur Geschichte Nashvilles und der Countrymusik gehört.
Dolly Parton bezeichnete George Jones zu Lebzeiten immer wieder als einen ihrer Lieblingssänger. Gemeinsam standen sie schließlich auch für die „Bradley Barn Sessions“ im Studio. Für Nancy Jones steht fest: Die Countrymusik werde Dolly immer lieben.
Crystal Gayle: Schon als Kind fasziniert von Dolly
Crystal Gayle erinnert sich daran, wie sie als Kind in Wabash, Indiana, vor dem Fernseher saß und auf die „Porter Wagoner Show“ wartete – vor allem, um Dolly singen zu hören. Sie liebte ihre Stimme, ihre Songs und ihre Erscheinung. Als Kind habe sie Dolly für einen Engel gehalten. Als sie ihr später tatsächlich begegnete, habe sich dieses Gefühl für sie bestätigt.
Erinnerungen an Freundin, Kollegin und außergewöhnlichen Menschen
Auch Janie Fricke spricht von einer engen Freundin und erinnert an Dollys Humor, ihre Freundlichkeit und ihre Fähigkeit, alltägliche Dinge außergewöhnlich erscheinen zu lassen. T. Graham Brown blickt besonders auf gemeinsame Zeiten mit Dolly Parton und Kenny Rogers zurück. Dolly habe eine Bühne zum Leuchten gebracht und ihr Publikum immer wieder begeistert. Und Kid Rock fasst seine Erinnerung deutlich knapper zusammen: Für ihn war Dolly Parton schlicht „The G.O.A.T.“ – die Größte aller Zeiten.
Eine ganze Welt nimmt Abschied
Die Erinnerungen aus der Country-Szene sind nur ein Teil einer weltweiten Welle der Anteilnahme. Musiker unterschiedlichster Genres, Schauspieler, Politiker und Fans haben Dolly Parton gewürdigt. In London spielte die Band der King’s Guard vor dem Buckingham Palace „9 to 5“, während das Empire State Building in New York zu ihren Ehren pink erleuchtet wurde.
Doch vielleicht erzählen gerade die kleinen Geschichten ihrer Weggefährten am meisten über Dolly Parton.
Eine Weltkarriere lässt sich in Verkaufszahlen, Auszeichnungen und Nummer-1-Hits bemessen. Dass eine Weltberühmtheit jedoch von Nashville nach Missouri fährt, weil eine Freundin schwer krank ist und sie mit eigenen Augen sehen möchte, dass es ihr besser geht, steht in keiner Chartstatistik.
Genau solche Erinnerungen bleiben. Vielleicht erklärt auch genau das, warum nach Dolly Partons Tod ein Satz immer wieder auftaucht, der längst weit mehr geworden ist als der Titel eines ihrer berühmtesten Songs: „We will always love you, Dolly.“





