US-Countrykünstler machen einen Bogen um Deutschland
Als es früher noch TV-Formate gab, die immer wieder Countrykünstler im Programm hatten, war die Popularität dieses Genre auch viel größer. In den 1970er bis in die späten 1980er Jahre gaben sich solche Superstars wie Johnny Cash, Waylon Jennings, Emmylou Harris, Bobby Bare, Kenny Rogers, Kris Kristofferson, Dolly Parton, Dave Dudley, Don Williams und Willie Nelson im TV sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Die sind nach Deutschland gekommen, um ihr aktuelles Album (oder Single) zu promoten. Erst dann hatte der Fan die Möglichkeit den Tonträger zu ordern. Also Finger weg von der Argumentation, der Fan sei daran schuld, dass besagter Künstler nicht nach Deutschland kommt, weil er hier keine, oder zuwenig Tonträger verkauft.
Sicher ist auch die Auslandsteuer, die mit 25 Prozent nicht von der Hand zuweisen ist, ein Argument warum ein deutscher Veranstalter sich nicht traut einen US-Künstler zu buchen. Aber wenn der wiederum regelmäßig im TV präsent wäre, dann ist er populärer und es würden schlussendlich mehr Tickets verkauft. Das Konzert wäre profitabel und so findet sich sehr schnell ein Veranstalter.
Rekapitulieren wir: Ist ein Künstler in Deutschland populär, wird er auch regelmäßiger touren. Dadurch verkauft er noch mehr Tonträger und kommt noch öfter nach Deutschland. So geschieht es Tag für Tag mit Künstlern aus anderen Musikrichtungen. Daher lieber Fan, lasse dir nicht einreden es wäre deine Schuld, dass Countrykünstler einen Bogen um Deutschland machen. Solange sich die Medienlandschaft nicht grundlegend ändert und „Country“ endlich seinen verdienten Stellenwert erhält, müssen die Fans (leider) ins Ausland fahren um ihre „Stars“ hautnah zu erleben!

