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US-Countrykünstler machen einen Bogen um Deutschland

[10. März 2009 | 37 Kommentare | Von | Kategorie: Kolumnen & Reportagen]

Das alte Thema, aber zurzeit wieder aktuell in aller Munde. Sugarland, Martina McBride und Collin Raye touren durch Europa. Geben Konzerte, die meisten in Grossbritanien, aber auch Italien, Frankreich und die Schweiz stehen auf dem Tourplan. Der ein oder andere Künstler verläuft sich schon mal im Four Corners (bei Untermeitingen), aber ansonsten machen sie einen großen Bogen um Deutschland.

Gerne wird dem Fan schnell eingeredet; ja das liegt an dir, wenn du die CDs in Übersee orderst, dann werden hier keine Verkäufe generiert und dann denkt das Management und die Plattenfirma, dass es hier keine Fans gibt. Ist natürlich vollkommener Blödsinn und wird von einigen “Stimmungsmachern” gerne propagiert. Doch woran liegt’s wirklich? Kurz und knapp, an den Medien (Radio & TV).

Als es früher noch TV-Formate gab, die immer wieder Countrykünstler im Programm hatten, war die Popularität dieses Genre auch viel größer. In den 1970er bis in die späten 1980er Jahre gaben sich solche Superstars wie Johnny Cash, Waylon Jennings, Emmylou Harris, Bobby Bare, Kenny Rogers, Kris Kristofferson, Dolly Parton, Dave Dudley, Don Williams und Willie Nelson im TV sprichwörtlich die Klinke in die Hand. Die sind nach Deutschland gekommen, um ihr aktuelles Album (oder Single) zu promoten. Erst dann hatte der Fan die Möglichkeit den Tonträger zu ordern. Also Finger weg von der Argumentation, der Fan sei daran schuld, dass besagter Künstler nicht nach Deutschland kommt, weil er hier keine, oder zuwenig Tonträger verkauft.

Sicher ist auch die Auslandsteuer, die mit 25 Prozent nicht von der Hand zuweisen ist, ein Argument warum ein deutscher Veranstalter sich nicht traut einen US-Künstler zu buchen. Aber wenn der wiederum regelmäßig im TV präsent wäre, dann ist er populärer und es würden schlussendlich mehr Tickets verkauft. Das Konzert wäre profitabel und so findet sich sehr schnell ein Veranstalter.

Rekapitulieren wir: Ist ein Künstler in Deutschland populär, wird er auch regelmäßiger touren. Dadurch verkauft er noch mehr Tonträger und kommt noch öfter nach Deutschland. So geschieht es Tag für Tag mit Künstlern aus anderen Musikrichtungen. Daher lieber Fan, lasse dir nicht einreden es wäre deine Schuld, dass Countrykünstler einen Bogen um Deutschland machen. Solange sich die Medienlandschaft nicht grundlegend ändert und “Country” endlich seinen verdienten Stellenwert erhält, müssen die Fans (leider) ins Ausland fahren um ihre “Stars” hautnah zu erleben!

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37 Kommentare »

  • Marc Bates schreibt:

    Lieber Dirk,

    mich erinnert diese von dir angeleierte Diskussion an die Geschichte mit dem Huhn und dem Ei…. Die Medien sind Böse, die Fans unschuldig… der Künstler zu teuer, die Managements spinnen, alles ist da zu schwarz und weiss gemalt. Ich bin sicher, dass man nicht einem der Partner die Schuld geben kann. Es ist das Zusammenspiel aller…. Ich will mal ein paar Beispiele nehmen:

    - Es gibt sehr viele Medien, die sind an die Charts gesetzlich gefesselt.. die MÜSSEN im Radioprogramm spielen, was in den Charts ist. Nur wie kommt man in die Charts? Durch Verkäufe. Für die Verkäufe sind aber die Fans verantwortlich, WENN denn die CD hier erscheint. Sind die Fans schuldig?

    - Die Fans sagen: die CDs kommen aber nicht hier raus…oder erst Monate/Wochen später als in den USA und durch den Dollar ist die Bestellung in den USA billiger, als hier zu kaufen. Viele Fans würden die CDs in Deutschland kaufen, also auch den Künstler in den Charts pushen, wenn es die CD hier zeitgleich zu den USA gäbe, und dann eben zu einem vergleichbaren Preis. Schuld sind also die Plattenfirmen in Deutschland?
    An dieser Stelle noch einen Einwand zu den 80ern. Dirk, lieber Dirk, wir leben nicht in den 80ern. Also Vergleiche nicht. Es gibt das Internet, es gibt globalen Handel. Wenn ein Willie Nelson früher ne LP rausgebracht hat, dann auch erst in den USA, dann hat er da Promo gemacht… dann ist er nach Wochen auch mal nach Deutschland gekommen und hat Promo gemacht und die LP ist dann auch hier erschienen. Damals wusste der Fan aber oft nicht, dass die LP in den USA schon länger auf dem Markt ist. Woher sollte er das auch wissen ohne Internet? Und KEINER ist hingegangen und hat ne LP von Willie Nelson in den USA bestellt und sich importieren lassen. Das war höllisch teuer. Deswegen war der Markt in Deutschland auch für die Plattenfirmen sicher, denn sie konnten sich darauf verlassen, dass die LP da gekauft wird, wo sie erscheint. Heute ist das anders. Der Fan will seine Ware SOFORT! Und er kriegt sie, weil es inzwischen möglich ist.

    - Ich weiss zB. vom Falle der EMI/Capitol in Köln, dass die Verzögerung bei den neuen Platten von Keith Urban und Dierks Bentley gar nicht an den Kölnern liegt, sondern das ist eine Anweisung aus den USA. Das ein Trace Adkins hier nicht erscheint, oder viele andere, das liegt nicht, eigentlich NIE an den deutschen Plattenfirmen, sondern fast immer an der Orga in den USA. Sind also die Plattenfirmen/Manager in den USA schuldig?

    - Geld regiert die Welt… in den USA sind die Preise für CDs so im Keller, dass man daran kaum was verdient, ausser man verkauft Millionen von den Dingern. Promo ist teuer. Wenn ich als Manager die Auswahl habe, 5 Promotermine (Interviews, etc.) in den USA zu machen, um mehrere 100.000 CDs zu verkaufen, oder 5 Promotermine in Deutschland, um 1000 CDs zu verkaufen, dann ist die Entscheidung einfach, wo man die Priorität legt. Wer kann also diese Einstellung verändern, dass man ein wenig mehr an die Fans im Ausland denkt? Vielleicht der Künstler selbst? Ist der Schuld, weil er sich von seinem Management überreden lässt, Fans im Ausland auszugrenzen? Ist es soooo böse, dass man an den eigenen Lebensunterhalt denkt als Künstler? Ist der Künstler schuldig, weil er ökonomisch und nicht fanorientiert denkt? Wer ist denn für den Erfolg der Künstler direkt verantwortlich?

    Fakt ist, dass alles irgendwie wahr ist und all diese Zähnchen die Maschine bewegen, oder eben stocken lassen. Fans kann man nur durch die Medien gewinnen, richtig… aber auch die Medien richten sich an das, was die Fans wollen, wenn es denn genug sind. TV und Radioprogramme werden nicht einfach so gemacht, damit der Redakteur sich toll findet. Es ist so, dass man es macht, um die maximale Ausbeute an Einschaltquoten zu bekommen. Die Medien sind zumindest nicht alleine schuld, dass es keine Countrysendungen mehr gibt. Die Fans müssen sich auch vorwerfen lassen, den Medien nicht zu zeigen, dass es einen Bedarf gibt. Es ist Aufgabe der Fans, die Medien auf sich aufmerksam zu machen. Das kann aber nur passieren, wenn man seinen Platz kennt und nicht den Grössenwahn kriegt. Ein Countryfan in Deutschland wird NIE gleichberechtigt sein gegenüber einem Hiphopper oder einem Metalfan oder einem Volksmusikfan… Deutschland ist, und das muss man endlich einfach einmal akzeptieren, kein Countrymarkt!

    Die Frage ist also nicht, den Medien die Schuld zu geben und zu jammern, wie Dirk es in seinem Artikel macht. Die Frage ist, was man dagegen machen kann. Wenn Euch als Fan diese Sache wirklich wichtig ist, dann muss man dagegen auch etwas tun, JEDER muss was tun. Nicht “mach Du mal” oder so. Aber dieses “mach du mal” ist modern bei uns… leider.

    In meinem Keith Urban Fan Board starte ich gerade den Aufruf, die Sender SWR3, WDR2, BR und HR und alle anderen öffentlich rechtlichen Sender mit Emails zu bombadieren. Alle 2-3 Tage eine Email, immer mit anderem Text, den jeder selbst schreibt, mit dem Musikwunsch, doch mal “Sweet Thing” von Keith Urban zu spielen. Alle 2 Tage so ein paar Emails ist nicht viel. Aber wenn 50 Leute mitmachen, dann sind das 50 Emails jeden Tag pro Sender und an einigen dieser Emails hängt der Song sogar als MP3 an, damit der Redakteur vielleicht mal hinhört. Zeigt, das ihr da seid als Fans… und jammert nicht nur!

    Achja… bitte keine Diskussion, ob Keith Urban nun Country ist oder nicht… er ist zumindest von seiner Musikrichtung am nahesten an dem, was sonst in den Sendern läuft….

    herzlichst,
    Marc

  • Dirk Neuhaus schreibt:

    @ Marc

    Du hast sehr viel geschrieben, daher versuche ich’s kurz zu machen. Denn sonst schreibe ich zur Kolumne, ‘ne Kolumne!

    Du schreibst wir leben nicht mehr in den 80er. Klar, aber das ändert nichts am Grundsatz meiner Ausage. Wir brauchen eine Medienpräsenz. Das TV ist da am effektivsten. Würde “Country Music” regelmäßig im TV gesendet – und zwar nicht nur in solchen wie Videosendungen wie “Country Roads”, sondern große Stars würden bei RTL, ARD, ZDF, Sat1 usw., in großen Shows auftreten, dann würde ein Aha-Effekt durch die deutschen Wohnstuben gehen – 100%.

    Warum? Ein Erfahrungswert! Konfrontierst du einen normalen Musikfan in Deutschland mit gutgemachter Country Music, kommt immer: “Das ist ja irre, DAS ist Country. Warum höre ich sowas nie?” Das bedeutet – Deutschland ist wohl ein Countryland. Warum haben die Menschen heute noch Songs von Rogers, Cash und Nelson, Dudley und Kristofferson im Ohr. Weil die 30 Jahre im TV präsent waren …

    Zu deinen Ausführen bezüglich der CDs. Meinst du wirklich, dass die paar hundert CDs, die von Fans im Jahr in den USA geordert werden, machen hier noch den Affen fett, bzw. die Label dazu bringen mehr für Country zu machen. Nein, nein mein Freund. Da musst du mit ganz anderen Zahlen kommen!

    Selbst als Texas Lightning Gold für’s Album bekam, war man überzeugt, dass Country nicht läuft. Das Fans aber grundsätzlich viel aufgeschlossener sind, als von denen vermutet, wollten (wollen) sie nicht glauben.

    Zu deinem “… es ist Aufgabe der Fans auf sich aufmerksam zu machen …” ist doch auch wieder so eine Floskel. Der Fan liebt die Musik, kriegt er sie nicht hier, holt er sie sich woanders. ABER um die Fans geht’s doch gar nicht. Es geht um die, die jetzt noch gar nicht wissen, dass sie “Country” mögen. Die Dunkelziffer liegt da unter Garantie höher, als so mancher glaubt.

    Eins noch: Ich jammer nicht – ich stelle fest. Ich tue was … und zwar Tag für Tag. Ich setze mich dafür ein, dass immer mehr Leute an diesem Musikgenre gefallen finden … bei Kollegen, Freunden und unseren Lesern!

  • Rainer Zellner schreibt:

    Es kommen schon ‘ne Menge USA Künstler der ersten Liga – allerdings aus dem Akustik Bereich – nach Deutschland. Die Tonträgerindustrie ist praktisch tot, und die Plattenfirmen wollen nun die etablierten Künstler zwingen sich per Beteligung an Live Shows an ihren Investitionen beteiligen, ebenso wie die aufzubauenden neuen Acts natürlich auch. Und es ist ja klar dass bei den Besucherzahlen und dem hohen Anteil an Abschöpfenden wenig zu verdienen ist in Deustchland. Deswegen bleiben sie daheim. Oder spielen anderswo als im deutschen Billiglohnland.

    Ganz anders die Akustik-Szene (Bluegrass, Oldtime, Americana), geringe Produktionskosten, vieles aus einer Hand und vor allem Enthusiasmus, hoher künstlerischer Anspruch und Authenzität. Dafür gibt es deutliche Steigerung bei den Besucherzahlen und Medienpräsenz in Feuilletons statt Hofberichterstattung in der Country Nischenpresse. Die neuen “social networks” wie myspace, facebook, internetportale usw… stehen zudem sehr auf Inhalten und Empfehlungen unter Gleichgesinnten und schaffen Popularität auf “grassroots” Ebene und stützen auf ihre Weise diese Welle wunderbarer, neuer Musik die da gerade aus USA heranrollt…

  • Marc Bates schreibt:

    Rainer, ich denke, dass Du schon recht hast, aber das ist nicht das Thema… Du redest von einer Nische, die selbst den durchschnittlichen Countryfan nicht interessiert. Hier geht es um die Countrymusik, die in den USA in den Countrycharts eine Rolle spielt. Und das ist eigentlich gute, moderne Musik, mit der man auch Popfans überzeugen kann. Die Bluegrassschiene verschreckt den “Normalbürger” in Deutschland eher.

    Die Frage stellt sich also nicht “grassig”, sondern eben nach Sugarland, Collin Raye, Rascal Flatts, Martina McBride , Dierks Bentley, usw usw…. die alle im Umland waren oder noch hin kommen. Andererseits gibt es in Deutschland dieses Jahr auch Kenny Rogers, Willie Nelson und Lyle Lovett zu sehen und das eben nicht im 4Corners. Also das die Künstler so komplett gar nicht kommen, das ist auch falsch.

    Dirk, Du willst die Diskussion auf die Medien reduzieren…. die Medien wollen aber Geld machen, nein, sie MÜSSEN, denn ohne die Werbegelder gäbe es kaum die aktuelle Sendervielfalt. Die Medien beliefern aber nur das, was die Zuschauer und Hörer hören und sehen wollen. Einschaltquoten ist das Hauptthema. Was nützt eine Countrysendung, wenn kaum einer hinschaut und man mit der 786512349621sten Wiederholung von “Hausmeister Krause” mehr Quote macht und damit mehr Geld?

    Da ist ein Teufelskreis…. Du sagst, die Medien müssen den ersten Schritt machen… ich sage, die Fans müssen den ersten Schritt machen und die Medien zwingen, auf die zu hören. Die Probleme liegen aber auf beiden Seiten. Bei den Medien in Deutschland gibt es fast keinen Experten, der sich auskennt und der keine Vorurteile hat. Wenn man Banausen ran lässt, dann kriegt man ne Sendung a la Balder oder sonst eine Veräppelung. Früher gab es einen v. d.Lippe oder einen Raab, der auch mal Country getestet hat. Heute ist der Druck der Senderbosse anders und kein Platz für Experimente. Es gibt eben keinen “Experimentesender” mehr in Deutschland, der auch mal Risiko geht, dass nur wenige zuschauen.

    Bei den Fans ist das identisch. Wir sind nach aussen nicht “Country”… s. Rainer oben, der Bluegrass und Akkustik toll findet. Ich eher einen Keith Urban. Wir haben kein Sprachrohr, nicht EINE Stimme. Das geht auch nicht, denn dazu ist Country zu vielseitig. Schade ist dann nur, dass den Medien gegenüber einige “Countryexperten” so tun, als seien sie das Sprachrohr der Szene und einen Kack erzählen, dass es nur so stinkt…. oder sie wollen Profit machen für ihr Heftchen oder ihre Webseite. Solche Leute denken, sie sind toll, aber sie machen die Szene nach aussen kaputt, denn einige wenige in unserer Szene sind echte Spinner, aber leider laute Spinner, die draussen jeder hört und wo dann der “Normalo” wieder denkt, dass die Countryfans alle so am Rad drehen.

    Ich seh keine echte Lösung. Ich mag nur nicht darauf warten, dass sich in den Medien von alleine etwas ändert… wenn wir wollen, dass die Medien sich ändern, dann muss man als Fan aktiv werden. DAS meine ich mit “Schluss mit Jammern, endlich handeln.”

    Marc

  • Michael schreibt:

    Hallo Dirk,

    du hast einmal in einem früheren Kommentar richtigerweise angemerkt, daß Medien keine Musik machen und keine Veranstaltungen abhalten oder absagen – sie berichten lediglich darüber. Bezogen auf die Countrymusik heißt das, sie bilden die aktuelle Situation so ab, wie sie sich ihnen darstellt.

    Amerikanische Topkünstler machen einen Bogen um Deutschland, weil die Medien ihnen die notwendige Aufmerksamkeit verweigern,während der deutsche Countryfan sehnsüchtigst auf auf sie wartet – ist das tatsächlich so?

    Was ich damit meine, möchte ich an einem Beispiel darlegen:

    2007 ging Dolly Parton nach langer Unterbrechung wieder auf Welttournee und wie nicht anders zu erwarten war, wies der Tourplan einen großen weißen Fleck auf – Deutschland. Also machte ich mich mit einigen Freunden auf ins holländische Zwolle, das ca. eine 3/4 Autostunde von der deutschen Grenze entfernt liegt. So günstig nahe kriegen wir es schließlich nicht wieder, dachten wir und waren logischerweise überzeugt, dort jede Menge nach Topacts dürstender Landsleute vorzufinden. In der Praxis fanden wir auf dem riesigen Parkplatz der Messehallen Zwolle ein einziges Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen. Mein Kumpel sprach eine junge Frau, die am Eingang Tourbooks verkaufte, auf deutsch an, weil er sie für eine Holländerin hielt. Sie gehörte aber zu Dollys Tourcrew, war völlig von den Socken und vergewisserte sich noch x-mal, ob wir tatsächlich “really from Germany” rübergekommen waren, um Dolly zu erleben.

    Fassen wir also zusammen: Ein US – Topact in Steinwurfweite zu Deutschlands größten Bevölkerungsballungszentren wird vom deutschen Couryfan faktisch ignoriert, dagegen sind Reisen über hunderte von Kilometern nach Geiselwind oder zu irgendwelchen Messen mit (maximal) nationalen B -Acts etwas völlig Normales. Warum sollte das Management eines Künstlers oder ein Konzertveranstalter in einen solchen Markt investieren – die Köln-Arena buchen und mit fliegenden Fahnen untergehen?

    Zurück zu den Medien: Sie berichten (wie oben gesagt) über das, was sie sehen – solange sie mit “Country” wehende Südstaatenflaggen, Stände mit Indianerutensilien und stilecht verkleidete Linedancer assoziieren, werden sie kaum auf die Idee kommen, daß der hiesige Fan auf Keith Urban o. Taylor Swift wartet.

    Leider Gottes muß man (aus meiner Sicht) beim Thema “Einstellung der Medien zur Countrymusik” auch einmal einen Punkt ansprechen, der in dieser Art Diskussion entweder schamvoll ausgeblendet oder bewußt verschwiegen wird – den in Deutschland latent immer vorhandenenen Antiamerikanismus.

    Beinahe jede Zeitung in diesem Land setzt oben auf die Titelseite den Slogan “Unabhängig & überparteilich”, in der Praxis jedoch handeln sie alle nach der Maxime ” Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing’”, d.h. sie schreiben das, was ihre Kundschaft lesen will (gleiches gilt für die elektronischen Massenmedien).

    Vor einigen Jahren hatte ich ein persönliches Gespräch mit einem sehr bekannten Countrysänger aus dem deutschsprachigen Raum. Er hatte auf seiner damals aktuellen CD einen Song veröffentlicht, in dem er seine Gedanken zum 11. September reflektierte. Ich hatte mich darüber gewundert, daß dieses Lied nie im Radio zu hören und auch nicht in seinem aktuellen Tourprogramm zu finden war und sprach ihn deshalb direkt darauf an: Sein Management u. seine Plattenfirma hatten von diversen (öff. – rechtlichen) deutschen Rundfunkanstalten auf die gleiche Frage folgendes zu hören bekommen: “Wir können so etwas hier nicht bringen – das ist zu promerikanisch”.

    Mit den besten Grüßen

    Michael

  • Marc Bates schreibt:

    Naja… sorry, wenn ich mich da schon wieder einmische, aber von “Antiamerikanismus” will ich aktuell nicht mehr sprechen… es gab die letzten Jahre einen ziemlichen “Anti-Bushismus” in Deutschland, aber seit Obama hat sich das glaube ich sehr gewandelt.

    Was das Interesse der Medien angeht… Du hast recht, sie berichten nur das, was man ihnen als Veranstalter liefert…. das ist das, was ich meine. Es schlafen die Managements. Mein fast aktuelles Lieblingsbeispiel ist die Anwesenheit von Taylor Swift bei der Echo-Verleihung… klar, dass sie als Unbekannte in Deutschland nicht auf der Bühne auftritt, aber ihre Anwesenheit sollte sie in den Medien bekannt machen. Zum Zeitpunkt der Verleihung war Taylor Swift nicht nur Nummer 1 in den US Countrycharts, sondern auch Nummer 1 in den allgemeinen Billboard 200. Sozusagen die “Beste” in den USA. Hast Du aber nach dem Echo in irgendeiner deutschen Zeitung oder im TV auch nur ein Wort gehört? Nein. Nur auf einer US Internetseite hab ich ein paar Bilder gefunden. Da ist also der Topstar der USA unter den Gästen auf der Bühne und keiner redet darüber… fragt sich, wer da gepennt hat? Die Medien? Oder war das Management nicht offensiv genug? In meinen Augen hat das Management in dem Falle versagt, denn aus dem “bekannt machen” ist nix geworden und besser werden die Platzierungen in den USA sicher nicht.

    Marc

  • Maiko schreibt:

    Hallo Dirk Neuhaus!

    Ein interessanter Artikel, den die deutschen Country-Fans schon seit langen die Gemüter erhitzen lässt, und immer wieder Diskussionen darüber aufkommen. Was ich besonders gut finde ist die anschließende Diskussion, da mich das Thema auch schon seit längeren sehr stark bewegt.

    Maiko

  • Michael schreibt:

    @ Marc,

    obwohl das jetzt ein bissel ins “Offtopic” geht, aber ich muß dir jetzt mal kurz & entschieden widersprechen:

    Nein, der Antiamerikanismus als Grundgeisteshaltung ist in Deutschland mindestens seit dem Vietnamkrieg gesellschaftsfähig. Richtig ist allerdings, daß er – abhängig von den politischen Machtverhaltnissen in den USA – mal mehr ( Reagan), mal weniger ( Clinton) öffentlich zutage tritt. Auf keinen Fall aber ist er erst mit Bush jr. gekommen und schon gar nicht wird er mit Young – Strahlemann wieder verschwinden.

    Bezogen auf die Countrymusik merkt man es immer dann, wenn sich ” normale” Medien ( will heißen: keine Musikfachorgane, sondern Tagespresse oder das GEZ – Fernsehen) dazu herablassen, über Country Music zu Berichten. Dann bekommst du sämtliche dümmlich – arroganten Klischees über die tumben, kulturlosen & ungebildeten Amis auf dreißig Zeilen Druck bzw. zehn Minuten Sendezeit komprimiert – und der Herr Redakteur kann sich des Schenkelklopfens am Stammtisch sicher sein.
    Solange Politiker ( wie unser Herr Exkanzler) auf solchen Geisteshaltungen ihr Süppchen kochen, wird sich daran auch nichts entscheidendes ändern.

    Letzendlich hat selbst die Musikindustrie stillschweigend ihre Konsequenzen gezogen und läßt das “Unwort mit dem C” stillschweigend in der Schublade – oder wurden Ms. Twain o. Mr. Urban hier als Countryacts verkauft?

    Mit besten Grüßen

    Michael

  • Karl Heinz Siber schreibt:

    Ich gebe Michael rechht, Antiamerikanismus (oder deutscher Überlegenheitsdünkel) spielt eine Rolle. Manchmal explizit, oft nur unterschwellig, aber die Leser/Zuschauer wissen schon, was gemeint ist. Es gibt natürlich Ausnahmen: Wenn amerikanische Musik von Schwarzen gemacht wird und aus New Orleans oder Chicago kommt, ist sie absolut salonfähig. Auch Johnny Cash hat eine bemerkenswerte Image-Karriere gemacht – bis zu den frühen 1990er Jahren verspottet und runtergemacht, dann auf einmal zur Kultfigur geworden.
    Ich möchte den deutschen Country-Fans nicht zu nahe treten, aber die meisten von ihnen scheinen mir sehr oberflächlich zu sein. In anderen Genres – Blues, Jazz, Rock – gibt es jede Menge Leute, die sich mit der betreffenden Musik seriös auseinandersetzen, sie gezielt sammeln, die ne Menge Wissen darüber haben, auch unbekanntere Namen und deren Werke kennen. Viele deutsche Country-Fans kennen nur ein paar große Namen aus den letzten 10, 15 Jahren oder aus den aktuellen Charts, und genau diese Stars wollen sie live sehen und sind enttäuscht, wenn die nicht nach Deutschland kommen. Wenn ein Künstler aus der zweiten oder dritten Reihe kommt, interessiert das die deutschen Country-Fans nicht. Beispiel: Gail Davies hatte in den 1980er Jahren über mehrere Jahre hinweg eine Serie von Top 10 und Top 20 Hits, darunter etliche selbst geschriebene Titel. Letzten Sommer tourte sie in Deutschland und Österreich und spielte mehrere kleine Auftritte z.B. in Böblingen und Marbach (beide Region Stuttgart). Es kamen jeweils ca. 100-150 Zuhörer, aber das waren zu 90% “Bildungsbürger”, die aus Neugier eben auch mal Country-Musik hören wollten. Leute, die erkennbar aus der Country-Szene kamen, traf ich in Marbach vielleicht 5, in Böblingen vielleicht 10. Der am schlechtesten besuchte Auftritt von ihr war im Rattlesnake Saloon in München. Das ist ein Laden, wo “Bildungsbürger” nicht hingehen, sondern wirklich nur Country-Fans. Es waren genau 9 zahlende Zuschauer da, um eine Country-Sängerin zu hören, die in den 80er Jahren eine der erfolgreichsten Frauen des Genres war. Wie die Country-Fans ticken, lässt sich erahnen, wenn man dies mit einem Konzert vergleicht, das ich vor einigen Jahren im gleichen Rattlesnake Saloon erlebt habe: rappelvolles Haus bei einer Künstlerin namens Linda Gail Lewis. Etwa im selben Alter wie Gail Davies, nur dass die gute Linda Gail Lewis in ihrem ganzen Künstlerleben weder einen bemerkenswerten Song geschrieben noch einen Top-20-Hit gehabt hat. Aber sie ist die Schwester von Jerry Lee Lewis (was bei der Werbung für ihre Auftritte groß herausgestellt wird). Da rennt der deutsche Country-Fan dann hin, denn den Namen Jerry Lee Lewis hat er schon mal gehört.

    So ist’s halt leider.

  • Marc Bates schreibt:

    Ich finde, die Diskussion driftet ein wenig ab. Zum einen finde ich das Argument mit dem Antiamerikanismus wirklich daneben, denn es gibt in den deutschen Charts und bei den grossen Sendern genug Musik aus USA. Wenn überhaupt, dann richten sich die Vorurteile der Redakteure und Medien nicht gegen die USA, sondern gegen die Countryklischees.

    Ansonsten sagt doch keiner, dass nie ein Countrykünstler nach Deutschland kommt… das wird glaube ich nicht mal von Dirk bestritten. Das ist nicht das Thema. Klaro kann man hier und da dritt und viertklassige Künstler sehen… oder Leute, die vor 1-2 Generationen mal irgendwie “gross” waren. Ich will eine Gail Davies nicht schlecht machen, aber wieso soll ich als Countryfan da hingehen? Da sind wir nämlich beim Hauptthema:

    Countrymusik ist bunt und vielfältig. Country ist nicht gleich Country. Es gibt über 60 verschiedene Richtungen der Musik, die unter “Country” versammelt sind. Wenn ich zB. eher einen Garth Brooks, Brad Paisley oder Keith Urban mag, was soll ich dann auf einem Konzert von Gail wieauchimmer? Wieso sollte ich zu Kenny Rogers gehen oder Lyle Lovett, wenn ich diese Künstler nicht so sehr mag, dass mir das Geld es wert wäre? Ich renn auch schreiend weg, wenn ich Linda Feller oder ähnliche Künstler sehe. Und in einem anderen Forum hab ich mal gesagt, dass ich nicht mal zum Bluegrass-Festival nach Bühl gehen würde, wenn ich im Ort wohnen würde. Das ist nicht meine Musik? Ich mag mehr Countryrock… oder sehr moderne Country. Und ich will kein Geld ausgeben für Sachen, die ich nicht so sehr mag, weil es im Moment schwer genug ist, Kohle zu haben und das spare ich mir für Topacts und hoffe, dass diese auch mal kommen…. oder ich fahr eben ins Ausland, wenn sie nicht kommen.

    Solange viele Leute in der Szene denken, dass Country gleich Country ist, werden wir uns nicht einig. Schlimm, gar abartig ist es dann, wenn man zu einem Verräter an der Szene gestempelt wird, wenn man nicht zu einem Countrykonzert geht. Hey, ich mag Countrymusik… hab ich damit irgendwo einen Vertrag unterschieben, dass ich mir ALLES ansehen MUSS? Das Argument “Wieso sollten die grossen Künstler kommen, wenn selbst zu den kleinen Künstlern keiner geht!” ist der grösste Bullshit seit meiner letzten MagenDarmGrippe. Auch dieses “Die kleinen Künstler sind Vorboten der Grossen Künstler… wenn die Kleinen Erfolg haben, dann kommen die Grossen auch!” ist nur zu 5% eine wahre Aussage. Künstler der gleichen Grössenordnung kennen sich in den USA, die reden miteinander. Aber glaubt ihr, dass ein George Strait nächstes Jahr nach D kommt, weil ein Tracy Byrd nun hier ist? Das sind unterschiedliche Niveaus.

    Vielleicht kriegen wir den Schwenk zurück zum Thema von Dirk… der fragt in seiner Kolumne eben nicht nach Gail Davies, sondern nach Martina McBride… oder Sugarland…. aktuelle Fälle aus den Charts.

    Marc

  • Ann schreibt:

    Von Anti-Amerikanismus zu reden halte ich mit Blick auf die deutschen Charts für ein recht lächerliches Argument.

    Ich denke das Problem liegt schon auch an der deutschen Musik-fangemeinde.
    Wenn es denn mal ein Konzert eines Topacts gibt, sieht es ungefähr so aus:
    Es wird erst gemeckert, dass es zu wenig Promo gibt.
    Dann wird gemeckert, dass das Konzert nicht im eigenen Vorgarten stattfindet und man 100 km fahren müsste.
    Und als nächstes wird gemeckert, dass die Konzertkarte mehr kostet als die normale Kinokarte.
    usw. usw.
    Die Meckerbereitschaft ist hoch – die tatsächliche Bereitschaft ein Konzert zu besuchen dann aber nicht.
    Wieviele würden in Deutschland zu einem Sugarlandkonzert fahren, wenn es nicht im eigenen Dorf stattfindet und mehr als 30 Euro Eintritt kostet?

    Wieviele deutschen Fans waren in Paris (das für manche Regionen Deutschlands einfacher zu erreichen ist, als das Four Corners zum Beispiel?

  • Karl Heinz Siber schreibt:

    Zum Thema Antiamerikanismus: Country wird von deutschen Journalisten gern als eine “typisch amerikanische Musik” bezeichnet, auch über Bluegrass wird ähnliches oft gesagt. Dagegen wird bei Rock und Blues immer suggeriert, dass das rebellische Musikgenres sind, also quasi auch gegen das “typische Amerika” gerichtet. Da werden schon interessante Unterschiede gemacht. In der Phantasie deutscher Musikredakteure gibt es eben “gute” und “schlechte” Amerikaner. Die Schlechten sind die “typischen” Amerikaner, die gerne einen Cowboyhut tragen zum Beispiel, die “guten” sind z.B. Schwarze und Indianer, die ja bekanntlich unterdrückte Minderheiten und damit eben keine “typischen” Amerikaner sind. Nichts ist für einen deutschen Musikredakteur so verunsichernd wie ein schwarzer Musiker mit Cowboyhut (da versteht er die Welt nicht mehr) oder auch eine Country-Band wie die Dixie Chicks, die sich kritisch über Präsident Bush äußert (denn nach seiner Meinung sind Country-Künstler ja grundsätzlich rechtskonservativ eingestellt).

    Marc, du besitzt eine gesunde Ignoranz. Du weißt nichts über Gail Davies gehen, kennst ihre Musik nicht, bist dir aber trotzdem sicher, dass du da nichts versäumt hast. Gratuliere zu so viel spießiger Selbstzufriedenheit.

    Karl Heinz Siber

  • Markus schreibt:

    Mit Verlaub, Herr Siber (Gail Davies’ Booking Agent für Europa),

    aber der ausbleibende Erfolg Ihres Zöglings scheint ja gewaltig an Ihrem Ego zu nagen, beschwerten Sie sich doch erst im Juli 2008 über die, für Sie persönlich, unbefriedigenden Zuschauerzahlen.

    Nach einem 3/4 Jahr des Selbstmitleides, aufgrund der Erfolgslosigkeit Ihres Unterfangens, sollten Sie jetzt nicht den Country-Fan vom “Bildungsbürger” unterscheiden, sondern Ihre eigenen Fehler hinterfragen , vielleicht sind Sie ja gar nicht so unschuldig an der letztjährigen Misere.

    Oder aber sie schreiben weiterhin so herablassend über Ihre angestrebte Klientel, damit “der deutsche Country-Fan” sich bei der nächsten Tournee auch ganz sicher an den Namen Gail Davis erinnert…-)

    So ungern ich mich hier eingeloggt habe, aber das musste ich Ihnen unbedingt mal als Denkanstoss mit auf den Weg geben, da Ihre Pauschalisierungen doch etwas überhand nehmen.

    Freundlichst
    Markus

    County-Fan, trotzdem “seriös, gezielt sammelnd, mit Wissen, auch über unbekanntere Namen und deren Werke”….. DAS hätten Sie jetzt nicht erwartet, stimmt´s ?

  • Karl Heinz Siber schreibt:

    Lieber Markus,

    wo hab ich mich je beschwert oder in Selbstmitleid gemacht? Darf man einen Reinfall wie den von Gail Davies im Rattlesnake nicht einmal mehr bekanntgeben, ohne dass einem gleich Jammern oder dergl. unterstellt wird? Dieser Reinfall hat micih durchaus nicht persönlich gekränkt oder mein Ego beschädgit, wie kommen Sie darauf? Für eine Künstlerin, gleich welchen Ranges, ist ein leeres Haus natürlich immer eine Enttäuschung, aber auch Gail hat es mit Fassung getragen. Zumal alle ihre anderen Auftritte gut besucht waren (z.B. auch der bei den Country-Friends Kötz in Langenau). Insgesamt waren wir mit der Tournee recht zufrieden. Das nur, damit Sie sich ini Zukunft keine Sorgen mehr um meinen Gemütszustand mehr machen müssen.

    Dass es unter den vielen bilnden Country-Fans auch Einäugige gibt, wusste ich schon vorher. Und natürlich gibt es einige Leute, die eine Menge über die Geschichte der Country-Musik wissen und mehr Country-Musik gehört haben, als ich es in 100 Jahren tun würde. Diese Leute sind aber dünn gesät, und sie würden sich einen Auftritt von Gail Davies in ihrer Nähe vermutlich nicht entgehen lassen.

    Die deutschen Countryfans, so wie ich sie bisher kennen gelernt habe (bei großen Festivals wie Nürburgring, Bad Ischl, Albisgüetli), betrachte ich durchaus nicht als meine Klientel, ich kann es mir also leisten, herablassend über sie zu schreiben, denn zu den Gruppen, die ich auf Tour bringe, kommen sie eh nicht, zumindest nicht in nennenswerter Zahl, also ist es mir völlig egal, was sie über mich denken.

    Ich glaube übrigens nicht, dass sich der durchschnittlich Country-Fan vom durchschnittlichen Rockfan wesentlich unterscheidet. Es gibt aber im Rock (und Pop)-Bereich wesentlich mehr mediale Vermittler, Multiplikatoren und rührige örtliche Veranstalter, die durch Publicity dafür sorgen, dass mehr Leute den Weg zu lohnenden Konzerten finden. Der Country-Szene fehlt eine solche “Infrastruktur” fast zur Gänze, ihre Events finden praktisch unter Ausschluss der Medienöffentlichkeit statt. Das liegt zum Teil an eingewurzelten Vorurteilen vieler Medienleute gegen alles, was sich “Country” nennt, aber vielleicht auch am nicht so dollen Niveau der Masse der deutschen Country-Fans.

    Karl Heinz Siber

  • Markus schreibt:

    “Das liegt zum Teil an eingewurzelten Vorurteilen vieler Medienleute gegen alles, was sich “Country” nennt”

    Diese, von Ihnen genannten Vorurteile, schüren Sie in Ihren Beiträgen doch selbst, Herr Siber !
    Eben indem Sie sich generell negativ über den “deutschen Countryfan” auslassen.
    So geschehen vor wenigen Minuten in Ihrem Beitrag, an dessen Ende Sie sich auch noch über die existierenden Vorurteile brüskieren.

    Da beißt sich die Katze in den Schwanz, Herr Siber, um es mal salopp zu sagen.

    Freundlichst
    Markus

  • Marc Bates schreibt:

    Ich finde es schon eine Dreistigkeit, dass man als Musikfan hier als Ignorant beschimpft wird, nur weil man einen Künstler nicht kennt, der eh einer anderen Generation angehört. Ist man unwürdig in dieser Welt, wenn man Gail wieauchimmer nicht kennt? Lieber Herr Siber, ich bin sicher, dass ich einen ganzen Karton an genialen Künstlern und Songwritern kenne, teilweise sogar persönlich kenne, von denen haben sie noch nie etwas gehört. Niemand kann alles kennen und alles wissen.

    Sehen wir die Sache doch einmal von einer anderen Seite aus: Wenn diese Gail Wieauchimmer letztes Jahr auf Tour war… wo hätte ich das erfahren sollen? Ich bin Stammleser von CMN und Country.de. Ich hab bei beiden Webseiten keine Werbebanner gesehen. Ich hab bei beiden Webseiten keinen Hinweis vor der Tour, noch einen Veranstaltungsbericht nach der Tour gesehen. Ich sehe bei beiden Marktführern keine Biografie der Lady, also kann sie nicht so wichtig sein.

    Ist es denn Aufgabe eines Fans, jeden Künstler oder jede Info selbst zusammen zu tragen? Ist es nicht viel mehr die Aufgabe des Veranstalters, auf seine Künstler aufmerksam zu machen? Wo keine Werbung, da kommt keiner. Das SIE, lieber Siber, offensichtlich in der Countryszene keine Werbung machen wollen, weil wir ihnen zu primitiv sind, das haben wir kapiert. Aber dann bitte auch nicht rummaulen, sondern einfach Fresse halten, wenn man mit uns eh nix zu tun haben will. Dann bin ich halt Ignorant…. ich sage, SIE sind ein Versager in ihrem Job, denn SIE haben es nicht geschafft, mich als gut informierten Countryfan und Stammleser der beiden Marktführer im Internet mit ihrem Konzerthinweis zu erreichen!

    Ich hoffe, dass wir wirklich vielleicht wieder weg kommen vom Thema dahergelaufener Altstars, die in D Kohle machen wollen, weil sie in den USA keiner mehr mit dem Hintern ansieht…. kommen wir doch zu dem Thema, was Dirk eigentlich angesprochen hat: Wieso kommen die aktuellen Stars aus den Charts in die Nachbarländer und wer ist schuld, und…. sorry, wenn ich immer so verbissen konstruktiv sein will: Was kann man als Fan machen, um die Sache zu ändern, denn aussitzen funktioniert ja offensichtlich nicht.

    Marc

  • Michael schreibt:

    Ich hab ja schon viele (mehr oder weniger) originelle Definitionen erlebt, was denn nun einen ” Countrystar” ausmacht – aber ´ne Biografie bei Deutschlands führenden Onlinemagazinen als ” must have” d a s ist doch wirklich mal eine innovativ neue Idee … LOL:))
    Spaß beiseite, aber ich bin schon der Auffassung, daß uns die ( nicht vorhandenen) Besucher beim Konzert von Ms. Davies der Klärung der Grundfrage dieses Kommentares ein Stück weit näher bringt.

    Wenn ich die Sache mal vom Standpunkt eines Veranstalters o. Agenten betrachte, der amerikanische Künstler nach Deutschland bringen will, so dürfte eines klar sein: Will er mit Alan, Brad & Co. hier Geld verdienen, muß er die ganz großen Arenen nicht nur spielen sondern auch füllen. Es ist sicher nicht einfach, im Vorfeld abzuschätzen, ob ein Markt das hergibt, aber zumindest müßten dann Künstler aus der 2. oder 3. Reihe in der Lage sein, wenigstens Säle vom Kaliber Kurhaus o.Stadthalle zu vollkriegen.

    Davon abgesehen dürfte der deutsche Countryfan als solcher auch ein schwierig kalkulierbares Risiko darstellen. Jammern auf hohem Niveau wird hierzulande mittlerweile als Volkssport betrieben, aber wenn´s drum geht Veranstaltungen zu besuchen ( oder eben nicht) ist der hiesige Countryliebhaber in dieser Disziplin schwer zu toppen: Wahnsinn diese Eintrittspreise, so weit weg von mir zuhaus – bei den Spritpreisen, und übernachten müßt´ ich ja auch noch … ´heul … ´schluchz … ´jammer …
    Man schaue sich dazu auf Seiten wie z. B . topticket.us an, was Künstler der Kat.A kosten und schlage im Geiste die deutsche Ausländersteuer drauf ( viele wissen gar nicht, daß es sowas gibt).

    Reine Konzerttouren von Top – US-Künstlern aus dem Countrybereich sind für mich illusorisch. Die einzige Chance, etwas dauerhaftes zu etablieren wäre m.E. das ” Konzept Gstaad”, ein Festival der Art ” Nürburgring für Amikünstler”. Vor Jahren ist sowas mal versucht worden – in Northeim- was aber leider als gigantischer Reinfall endete.
    Manche Kommentatoren waren damals der Meinung, Northeim sei gescheitert, weil man nicht die ganz großen Namen rangeholt hat ( sicher aus nachvollziehbaren wirtschaftlichen Gründen). Es käme auf einen Versuch an , die Richtigkeit dieser These zu überprüfen aber dann stünde der Veranstalter wieder vor der oben beschriebenen Hürde der ” human resources” :
    Man kann ja über den hiesigen Countryfan sagen was man will, in einem hat er schon lange Weltniveau – im Anspruchsdenken, wie uns ein kurzer Rundblick durch die einschlägigen Foren lehrt. Da wird ein Festivalprogramm mit Lady Antebellum u. Kenny Rogers als Headliner schon mal kurz und knackig als “Scheiß-Lineup” qualifiziert mit dem ” der Veranstalter uns mal sonstwo kann”.
    Na denn, liebe VeranstalterInnen – keiner auf den Geschmack gekommen? Es gibt viel zu tun …::))

    Um am Ende noch auf eines kurz hinzuweisen: Mein oben beschriebenes Konzerterlebnis bei Dolly Parton( eigentlich zwei – letztes Jahr nochmal in Rotterdam) hätte ich nie gehabt, wäre ich mit der Einstellung rangegangen ” Was nicht bei country.de oder cmn.de als Werbebanner blinkert, das gibts auch nicht”. Auch im Zeitalter des World Wide Web geht es leider nicht völlig ohne Eigeninitiative.

    Michael

  • Markus schreibt:

    Wenn der Fan auf sein Geld achtet, nennst du es “heul….schluchz…jammer”.

    Macht es ein Veranstalter (siehe Northeim), umschreibst du es mit “nachvollziehbare wirtschaftliche Gründe”….-)

    Gruß
    Markus
    ….der aus nachvollziehbaren, wirtschaftlichen Gründen nicht zu jedem Konzert rennt, nur weil auf dem Banner bzw. Plakat irgendwo das Wort “Country” auftaucht….

  • Michael schreibt:

    Das sind zwei völlig verschiedene Paare Schuhe: Der Veranstalter investiert jede Menge Geld im Vorab und muß sehen, daß er das wieder reinkriegt, der Fan (in dem Fall du) kann selber entscheiden, wieviel er für sein Hobby ausgeben kann & will.

    Es führt aber nun mal kein Weg an der simplen Erkenntnis vorbei: Dort, wo kein Geld verdient werden kann, passiert auch nichts. Der kleine Bäckermeister, der mit dem Verkaufswagen über’s Land schippert, wird da, wo er zweimal nix verkauft hat nicht zum drittenmal halten.

    Michael

  • Markus schreibt:

    Michael, Recht haben wir doch Alle … halt nur andere Sichtweisen!

    Bäcker-Verkaufswagen …. klasse Beispiel, denn wohne auf dem Land und hier kommt regelmäßig der Verkaufswagen vorgefahren und ich kaufe dort nicht ein!! Warum?? Weil er viel zu teuer ist und ich, wie fast jeder Familienvater, mit meinem Geld haushalten muß.

    Und aus dem selbigen Grunde kann ich halt nicht durch ganz Deutschland reisen und jedes Festival oder/und Konzert besuchen, was vielleicht meinen Geschmack treffen könnte.

    Aber deswegen lasse ich mir nicht einreden, Schuld an der Misere zu sein …. genauso wie bei den CD-Käufen …. da wollte mir vor 2 Jahren ein selbsternannter “Medien-Mogul” erzählen, Kris Kristofferson würde nicht in Deutschland auftreten, weil wir seine CD’s nicht vor Ort kaufen …. “hat Kris mir selbst am Telefon gesagt” …. Blödsinn, wenige Monate später habe ich KK in Hamburg bewundern können, obwohl ich sein neustes Album in Ami-Land bestellt hatte …!

    Edit: Ich lasse mir in keinster Weise ein schlechtes Gewissen einreden, nur weil ich bei der Ausgabe meines Gehaltes Prioritäten setze. Und kein Konzert in diesem unseren Lande ist es mir wert, die Hilfe von Peter Zwegat in Anspruch zu nehmen!

    Gruß
    Markus

  • Dirk Neuhaus schreibt:

    Zitat von Markus: “…. da wollte mir vor 2 Jahren ein selbsternannter “Medien-Mogul” erzählen, Kris Kristofferson würde nicht in Deutschland auftreten, weil wir seine CD’s nicht vor Ort kaufen …. “hat Kris mir selbst am Telefon gesagt” …. Blödsinn, wenige Monate später habe ich KK in Hamburg bewundern können, obwohl ich sein neustes Album in Ami-Land bestellt hatte …!”

    Dazu meine Anmerkung: Die “This Old Road-Tour 2006″ – genau, die bis ins Jahr 2008 reichte. Promo für seine aktuelle CD. Deswegen ging er auf Tour … um sich wieder ins Gespräch zu bringen. So gewinnt man neue Fans und die Nähe zu den “alten” Fans wird gesucht! DAS nennt man Marketing!! Dadurch steigert man seinen Marktwert.

    Und zu diesem Spruch den Kristofferson angeblich geäussert haben soll … manche Leute erzählen viel wenn der Tag lang ist …

  • Countrywayne schreibt:

    Hi Michael !

    Das mit dem ” Scheiß line-up ” war ich und dazu stehe ich auch !

    Denn dieses Wochenende hätte mich / uns locker 1000 Euro gekostet und das für ein Programm, bei dem uns nicht ein Künstler zu 100% richtig gefällt, es tut mir leid, aber ich muss für meine Kohle zu hart arbeiten, das tue ich mir nicht an.

    Ich / wir sind wirklich keine Geizhälse oder Reisemuffel, waren in der Vergangenheit weltweit in Sachen countrymusic unterwegs, aber alles geht halt nicht immer und zu jeder Zeit, nur weil ein Künstler das label country trägt, so muss er uns noch lange nicht gefallen, siehe Lady Antebellum, für mich billigster Nashvillepop der schlimmsten Sorte und der Gute Kenny Rogers hat seine besten Zeiten auch schon lange hinter sich und kommt nur noch zum Abzocken nach Europa, deswegen kommen dieses Jahr auch nur drei Künstler nach Gstaadt und nicht wie sonst vier, weil der gute Mann sich fürstlich entlohnen lässt, clever ist er ja, grins.

    Ich habe mir 2006 Kris Kristofferson angetan, fürchterlich, ein Haufen Geld bezahlt und was habe ich dafür bekommen, einen alten, gebrechlichen Mann, mit dünner Stimme, der kaum noch in der Lage war, seine Mundharmonika im Mund zu behalten, das war wirklich grausam, kurz vor Leichenschändung, ehrlich !

    Schade finde ich, das Northeim so schnell aufgegeben wurde, die Veranstalter waren schon auf dem richtigen Weg, bis auf ein paar wenige Fehler war das Konzept schon gut, aber es fehlt leider der lange Atem.
    Meiner Meinung nach muss man so ein Festival langsam aufgebaut werden und nicht huschti huschti, raff raff, das ist hier in Deutschland das riesen Problem, die Veranstalter, die meisten jedenfalls in der Countryszene, wollen immer nur die schnelle Kohle machen, denen geht es gar nicht um die Countrymukke an sich, die wollen nur möglichst schnell, möglichst viel Kohle machen, alles andere ist nur falsches Getue, bis hin zur Heuchelei !

    Deswegen und auch wegen der naiven und einfallslosen Musikredakteure in der Deutschen Radio. u. Fernsehlandschaft, für die das Wort Countrymusic gleichzusetzen ist , mit schlimmsten Zahnschmerzen, genau deswegen wird sich in den nächsten Jahren hier bei uns im Lande Country mäßig nicht viel tun, es sei den, die großen amerikanischen Verlage buttern hier jede Menge Kohle rein, aber warum sollten sie das tun, denn der amerikanische Markt ist doch groß genug und bei der momentanen Finanzkrise würde ich auch nichts riskieren.

    Also bleibt alles wie es ist und wir countryfans müssen uns mit den Happen zu frieden geben, die uns ab und an mal vor die Füsse geworfen werden, that’s life !

    Countrywayne

  • Markus schreibt:

    @CW

    Solltest dich in Zukunft vor dem Besuch eines Konzertes mal mit dem auftretenen Künstler etwas beschäftigen.
    Dann kannst du dir nämlich einen Batzen deiner hart erarbeiteten Kohle sparen !

    Nur mal so ein Tipp und jetzt weiter im Thema…..

  • Countrywayne schreibt:

    Hey Du Schlaumeyer !

    ICH habe mich vorher mit den Künstlern beschäftigt, deswegen spare ich mir ja Gstaadt und Kristofferson kannte ich vorher auch, soll man gar nicht glauben, ne?
    ABER live hatte ich ihn noch nie gesehen und werde es bestimmt auch nie wieder antun !!!

    Danke für Deinen wirklich tollen Vorschlag, bist schon ein guter .

    Countrywayne

  • Markus schreibt:

    Meine Antowrt würde zu sehr vom Thema abschweifen und ich denke mal,
    dass gehört sich nicht in einem Blog wie diesem….-)

  • Countrywayne schreibt:

    Ach was bist Du doch für ein edler Mensch, ziehe meinen Hut vor Dir, gaaaanz ehrlich !

    Countrywayne

  • Andrea schreibt:

    Hier wird den Veranstaltern vorgeworfen, sie wollten nur Kohle machen?
    Nun ja, seltsam, dass das ist ihr Job – mit Veranstaltungen Geld zu verdienen. Für sich und dem Erhalt ihrer Firmen und somit auch für den Erhalt einiger Arbeitsplätze.
    Ein Veranstalter ist keine vom Staat gesponsorte Kulturorganisation – sondern es geht darum Geld zu verdienen.
    Es gibt Genre, mit denen ist man dabei auf der sicheren Seite, weil es ein breites Publikum in Deutschland trifft. Es gibt Genre, die tun sich schwerer – und das ist längst nicht nur Country.
    Aber ich kenne kein Genre in dem immer wieder versucht wird mit “Genre-”Solidarität Konzerte zu verkaufen und in dem gleich eine ganze Fangemeinde eines gesamten Genres beschimpft wird, weil sich ein Konzert nicht verkauft.
    Zumindest habe ich nicht erlebt, dass wenn eine Rocktour mal ins Wasser fiel mangels Ticketverkäufe, dass sich alle Rockfans anderer Bands gleich gegenseitig bespuckt und beschimpft hätten.

    Vielleicht sollte man mal weg gehen vom Genredenken:
    Ich fange inzwischen längst an mich nicht mehr als Countryfan zu bezeichnen. Ich bin Fan einzelner Musiker und Bands, die sich, wie es der Zufall so will in den USA alle in den Billboard Country Charts wiederfinden.
    Wenn solche Bands nach Europa kommen, gehe ich hin. Wenn andere Bands, die sich im gleichen Genre tummeln, die mich aber nicht interessieren, gehe ich nicht hin.
    So einfach ist das. Ich lasse mir da keine mangelnde Solidarität vorwerfen und lasse mich nicht für meinen beschränkten Horizont beschimpfen.
    Nur weil ich Bon Jovi mag, werde ich mir kein Metallica Konzert anschauen. Eine ähnliche Genre-Solidarität wird aber im Country immer wieder eingefordert und das Fehlen kritisiert. Lächerlich!
    Ich gehe zu Konzerten, wo der Musiker mich interessiert – nicht das Genre. Und ich steige dafür auch in einen Billigflieger nach London, wenn nötig. Was soll das jammern, dass Sugarland nicht in Deutschland waren, wenn sie in den Niederlanden und in Frankreich gespielt haben? Wer wirklich wollte, konnte sie sehen. Jemand, der nicht für eine Zugkarte nach Paris bezahlt, würde das vermutlich auch nicht tun, wenn es am anderen Ende Deutschlands wäre. Und mit Konzerten in jeder mittelgroßen Stadt kann ein Veranstalter kein Geld verdienen – und das will er, wie oben schon erwähnt.

    Und ansonsten würde ich auch den konstruktiven Ansatz vorziehen: die Künstler, die euch interessieren, supporten in dem man sich als deutscher Fan zu erkennen gibt, z.b. in den Fanclubs. So weiß der Künstler und sein Management schon mal: hey, da sind welche…
    Und dann: Radiosender anschreiben, die Moderatoren der Radiosendungen kontakten, die passen und sie aufmerksam machen auf eine neue Platte usw. SWR3 z.b. hat vorletztes Jahr immer wieder Big&Rich gespielt, obwohl das neue Album nicht in Deutschland erschienen ist – sie haben es gespielt, weil einer darauf aufmerksam wurde und es ihm gefallen hat. Das war ein Ansatz. Das ist nicht die Lösung, aber ein Anfang. Ein Musikmoderator mehr hat kapiert, dass Country mehr ist, wie Cowboys und Hüte und Heuballen…

    Aber es ist einfach zu meckern und gleich mal alle Fans eines viel zu breit gefächerten Genres zu beschimpfen, als zu versuchen, Aufmerksamkeit auf einzelne Künstler zu bekommen.

  • Markus schreibt:

    Andrea : 12 Points !

  • Markus schreibt:

    Vor einigen Jahren telefonierte ich mal mit einem Veranstalter, der auf die Fertigstellung der Commerzbank-Arena (ehemals Frankfurter Waldstadion) wartete, weil er eine Vison hatte :

    George Strait >live< im neuen Waldstadion !!!

    Der Herr ist leider vor zwei Jahren verstorben und so werde ich nie erfahren, ob das nur “Gequatsche” war….aber ich bin mir sicher, sogar ein Mister Strait hätte sich in Deutschland mit einer halb gefüllten Arena zufrieden geben müßen und der Veranstalter wäre auf die Nase gefallen.

    Frankfurt ist nicht Texas, Germany nicht Amerika….ist halt so, finden wir uns einfach damit ab !

    R.I.P. Roger !

  • Michael schreibt:

    Kleiner Nachtrag zu meinem obigen Posting betr. Klischees & Vorurteile:

    Die Sicht eines ganz normalen Vertreters der schreibenden Zunft (in diesem Falle aus unserem südlichen Nachbarland)

    Link: Die gefaehrlichste Musik der Welt

  • Markus schreibt:

    Der Herr wollte einen interessanten Bericht über die 16-jährige, schwangere Spears-Schwester schreiben….leider ist das unmöglich, deswegen hat er sich in ein anderes Thema. (über das er offensichtlich ebenso wenig Bescheid weiß) verlaufen und diesen beeindruckende Bericht geschrieben !

    Immerhin wissen wir jetzt von Willies, Johnnys und Tammys Scheidungen…ein absolutes Novum im weltweiten Showbusiness !!
    Ebenso der von Watergate-Oliver aufgedeckte Drogenmissbrauch, der ausschliesslich bei den “hochgefährdeten” Country-Künstler in Erscheinung tritt.

    Eine journalistische Meisterleistung, Herr Baroni, absolut beeindruckend !

  • Andrea schreibt:

    Wenn man den Bericht nicht gar zu verbissen ernst liest, kann man sich darüber sogar prächtig amüsieren.
    Ich finde es mal erfrischend anders, wie hier über Country berichtet wird.
    Und wie anders als mit Humor kann man es verkraften, dass so ein mittelmässig begabtes Popstern-Schwesterchen, die durch eine verfrühte Schwangerschaft Berühmtheit erlangt hat, nun meint, sie sei der der nächste Country Superstar?

    Nehmt nicht alles so ernst! ;-)

  • Markus schreibt:

    Hast ja Recht, Andrea, aber mir offenbart sich einfach der Grund des Berichtes nicht…. nur weil das Blag vom alten Spears ebenso daneben geraten ist wie ihre große Schwester, muß O.B. ´ne Breitseite gegen das Genre “Country” fahren ??
    Also ich finds absolut unpassend, zumal die Gute ja erst versaut wurde und dann zur Countrymusic wechseln will….nicht umgekehrt….-)

    Aber naja, halten wir dem Schreiberling einfach sein Unwissen zugute und denken uns lächelnd unseren Teil….

  • Thorsten schreibt:

    Halli, Hallo!

    So ganz unschuldig sind die Fans auch nicht. Mittlerweile hat sich Deutschland geteilt. Nicht durch eine Mauer, sondern durch unterschiedliche Interessen und Vorstellungen an Country Music.
    WIr haben in Deutschland die Fans, die sich oft an den aktuellen und modernen Stil halten.
    Andererseits haben wir die Nostalgiger, die nichts anderes hören wollen als Dave Dudley, Dolly Parton, Wailon Jennings usw.
    Was wird in Deutschland, von Bands auf Veranstaltungen, am häufigsten gecovert?
    Country Music aus den 70ern und 80ern.
    Die Bands, die sich die Mühe machen, auch oder ausschließlich die aktuellen Songs zu covern, sind in Deutschland ziemlich rar. Sie bekleiden die Minderheit.
    Unsere Country Music Szene liegt in ihren letzten Atemzüge und macht noch ein paar Herzschläge bevor sie absolut den Löffel abgibt.

    Die Hauptschuld liegt, wie der Themeneröffner schon bereits erwähnt hat, an den Medien.
    Wetten dass…? oder auch Stefan Raab brachten häufig Country Music in ihren Shows. Nur wurde es
    Im Fernsehen nicht als das was sie sind vorgestellt, sondern es wurde als Popmusik verkauft.
    Man will ja nicht für die Zukunft das Publikum vergraulen.

    Thorsten
    Maniac Cowboy

  • wolfgang schreibt:

    na ich kann euch da was erzählen. ich fahre nach graz in den media markt, frage nach einer cd von taylor swift. aha, sagt er, was ist der familienname? na bravo, ich sage, taylor alison swift. naja kennt er nicht, schaut im computer nach, sagt hamma ned. ok.
    so ist es dann auch leider, muss mir alle supersachen von limewire runterholen: miranda lambert, taylor swift, kasey chambers, sarah buxton und wie sie alle heissen … so schauts aus!

  • Oliver schreibt:

    Ich persönlich glaube das die meisten Deutschen einfach einen schlechten Musikgeschmack haben. Es geht hier wirklich nicht um die Medien oder Antiamerikanismus oder ähnliches Hippiegelaber. Nein, der Durchschnittdeutsche ist ist tief in seiner Seele ein Antimusiker und kann auch nur auf die Eins klatschen. Alles andere überfordert Ihn. Countrymusik ist was für Leute die Rythmus im Blut haben und Ihren Arsch bewegen können. Das spiegelt sich dann auch in der Musik die hier so gehört wird, klingt eher alles wie Marschmusik und swingt nicht. So, und deswegen werden auch weiterhin kein/e Countrymusiker/Innen nach Deutschland kommen, was wollen die in einem Land wo die Leute den ganzen Tag nur böse Gesichter ziehen und elektronische Musik hören.

  • Markus schreibt:

    Obwohl das Thema mich fürchterlich langweilt, hast du, Oliver, es geschafft, dass ich mich trotzdem nochmal dazu zu Wort melde!

    Denn ich möchte dir wenigstens mitteilen, das ich selten eine so dämliche Argumentation wie die deine gelesen habe!

    Sollte das wirklich deine Meinung wiederspiegeln, dann behalte sie in Zukunft lieber für dich.

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