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Maxine Brown: Looking Back To See – A Country Music Memoir

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Bücher aus dem Bereich Country Music habe ich viele gelesen, insbesondere Biografien. Selten wurde ich so gefesselt wie hier, ich habe es wie einen spannenden Krimi verschlungen.

Der Name der Autorin Maxine Brown wird vermutlich nur wenigen Insidern geläufig sein. Sie war ein Drittel des berühmten Trios The Browns, das in den 1950er und 1960er Jahren mit einem samtweichen Harmonie-Gesang die Musikwelt eroberte. Wir alle kennen z.B. „The Three Bells“, das immer noch auf zahlreichen Oldies-Samplern zu finden ist. Als Maxine Brown ihre Erinnerungen zu Papier brachte, war die heute 80-jährige Künstlerin 74 Jahre alt. Herausgekommen ist mehr als eine Biografie, wie es der Untertitel andeutet.

Maxine Brown konnte sich sehr zur Freude des Lesers an erstaunlich viele Details, Episoden, Begebenheiten erinnern. Dabei verwendet sie eine deutliche Sprache und hält mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg, so wie es zu ihrer aktiven Zeit schon der Fall war. Das hat ihr und den Browns mitunter nachhaltig geschadet, wie sie freimütig bekundet. Das Buch ist in englischer Sprache, der Leser sollte dieser Sprache einigermaßen mächtig sein, um die vielen Pointen nicht zu verpassen.

Natürlich beschreibt die Autorin den Aufstieg des Trios aus den „ärmsten Verhältnissen im ärmsten Bundesstaat“ zu einer der erfolgreichsten Gruppen ihrer Epoche mit etlichen Millionsellern und ausverkauften Hallen. Aber – und da wird es besonders interessant – die Nackenschläge, die sie auch aufgrund eigener Unzulänglichkeiten hinnehmen mussten, fehlen nicht. Sie zeichnet ein plastisches Bild der brutalen Seite des Music Business, wo die Künstler vor allem anfangs zu naiv sind und gnadenlos über den Tisch gezogen werden. So entsteht ein plastisches Bild des Music Business in den 1950er und 1960er Jahren aber auch darüber hinaus. In vielen Passagen wird aber auch deutlich, dass man sich als Country-Künstler in einer großen Familie befand, wo man sich gegenseitig unterstützte, wenn Hilfe vonnöten war. Dem interessierten Leser werden viele Namen begegnen, die man kennt aber so nicht kennengelernt hat wie Maxine Brown sie beschreibt. Elvis Presley, Jim Reeves, Conway Twitty, George Jones, Chet Atkins, Bobby Bare, Webb Pierce, um nur einige ganz wenige zu nennen. Man erffährt aus erster Hand von den Gefahren, denen ein Künstler damals und in anderer Form auch heute ausgesetzt war und ist. Von Unfällen mit Todesfolge bis hin zu Alkohol und zerbrochenen Ehen.

Brown beschreibt die Scheinwelt, die ein „Star“ aufbauen muss, um den Schein zu wahren obwohl man es sich finanziell nicht leisten kann. Herrlich wie sie die ihrer Meinung nach „schwarzen Schafe“ attackiert, man spürt förmlich, dass der Zorn nach all den Jahren noch nicht verraucht ist. Da muss man gelegentlich ein gutes Wörterbuch zu Rate ziehen – es lohnt sich.

Dann ist da noch die private Seite, die Maxine Brown erfreulicherweise ständig einfließen lässt. Wie schwierig der Spagat zwischen Gesangsstar und Normalbürger doch ist, zwischen Tourneeleben und dem der Ehefrau und Mutter. Maxine Brown lässt den Leser teilhaben an ihren persönlichen Krisen und Highlights, Niederlagen und Triumpfen. Der Leser fühlt mit bei der inneren Zerrissenheit, der Maxine Brown all die Jahre im Show Business ausgesetzt war.

Sie vermittelt zugleich einen anschaulichen Eindruck vom Leben der Menschen am Existenzminimum. Die gleichwohl und trotz aller Schicksalsschläge nicht unglücklich sind oder verzweifeln. Das kann man am Beispiel des Restaurants ableiten, das die Familie Brown in der Heimat betrieben hat. Mehrmals durch Feuer verwüstet, wurde es immer wieder neu und besser aufgebaut und zu einem Treffpunkt für alle Country-Künstler, die in der Gegend unterwegs waren.

Fazit: „Looking Back To See“ ist ein faszinierendes, unterhaltsames Buch – bestens geeignet, den Leser zurück zu versetzen in die Kindertage der kommerziellen Country Music. Auch diejenigen, die diese Zeit selbst bewusst erlebt haben, werden solch tiefe Einblicke nicht gehabt haben. Umso schöner, dass Maxine Brown uns daran teilhaben lässt.

Looking Back To See: A Country Music Memoir
Titel: Maxine Brown – Looking Back To See
Untertitel: A Country Music Memoir
Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe: 348 Seiten
Veröffentlichungstermin: 4. Januar 2010
Format: Taschenbuch
Maße: 226 mm x 152 mm
Gewicht: 691 g
Verlag: University Of Arkansas Press

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>