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Is Anybody Goin‘ To San Antone: Glenn Martin und Dave Kirby

Gesungen von Charley Pride!

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Charley Pride

Wir haben es mit einem der beliebtesten Country-Songs überhaupt zu tun. Charley Pride besetzte damit Mitte April 1970 zwei Wochen die Spitze der Charts – es war seine 3. Single, die ganz oben landete. Eine ganze Reihe weiterer sollten noch folgen. Der Song entstand aus einer eigentlich nichtssagenden Floskel unter Studiomusikern. Da verabschiedete sich einer der Musikanten mit dieser Frage, ob irgendjemand nach San Antonio fahren würde und meinte damit, ob Jemand noch etwas vorhabe, um sich ihm ggf. anschließen zu können.

Die beiden Songschreiber Glenn Martin und Dave Kirby hörten diesen Spruch und behielten ihn im Hinterkopf. Daraus, so meinten sie, müsse sich doch ein Song basteln lassen. Wie es dann oft ist, man hat zwar die Idee, kommt aber nicht wirklich weiter damit. Dann legt man sie am Besten erst mal zur Seite. Im Fall von Martin und Kirby lief es ähnlich ab. Erst als sie eine ganze Weile später auf einer gemeinsamen Dienstreise waren, kramten sie den Titel hervor und tatsächlich – auf dieser Reise konnten sie den Song vollenden.

Is Anybody Goin‘ To San Antone? beschreibt einen desillusionierten Lover, der sich praktisch auf der Flucht vor der Ex-Freundin befindet, die ihn bitter enttäuscht hat. Im Refrain lautet es: Fährt irgendjemand nach San Antone oder Phoenix, Arizona? Jeder Ort ist okay, solange er mir hilft zu vergessen, dass ich sie jemals gekannt habe. Das Motto lautet also: Nur weg von ihr und zwar möglichst weit! Die Autoren kleiden die Story in Bilder eines Mannes, der in Regen und Kälte umherirrt, im Park unter einem Tisch pennt, weil es dort immer noch wärmer ist als es im gemeinsamen Bett der Fall war. Lieber kämpft er gegen Wind und Wetter als die Kämpfe, die sie daheim ausgetragen haben. Auch wenn sie ihn vielleicht bald zurück haben möchte, er wird weg sein und bleiben.

Ein leider immer aktuelles Thema, eines, das zum Alltag gehört und deshalb von vielen Leuten nachvollzogen werden kann. Das, sowie eine eingängige Melodie und der prägnante Gesang von Charley Pride waren die Garanten für den Erfolg dieses Songs, der auch mehr als 40 Jahre später weiterhin sehr beliebt bleibt.

Eine Episode freilich gibt es noch zu diesem Hit und zwar zu dessen Veröffentlichung. Charley Pride bekam das Lied erst unmittelbar vor der Aufnahme-Session, die Autoren versprachen ihm das Exklusivrecht. Pride staunte nicht schlecht als er dann Bake Turner, einen New Yorker Football-Spieler, genau diesen Song im Fernsehen singen sah. Was war passiert? Der Musikverlag wurde gerade von einem anderen Verlag gekauft. Einer wusste nicht, was der andere tat und so landete der Song entgegen der Absprache beim Footballspieler. Die beiden Autoren hatten von den Vorgängen keine Ahnung. Pride war zwar sauer, doch da er zu der Zeit keinen besseren Song hatte, veröffentlichte man „Is Anybody Goin‘ To San Antone?“ dennoch als Single. Man sollte es nicht bereuen, denn Charley Pride landete damit einen seiner größten Hits, während von der Turner-Version kaum Notiz genommen wurde.

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Über Manfred Vogel (632 Artikel)
<p>Manfred Vogel gehört zur Stammbesetzung von Country.de und ist seit über 40 Jahren als Fach-Journalist und Kenner in Sachen Country Music gefragt.</p>