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10 City Run: Somethin‘ Else

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„This little San Antonio band cooks!“, sagt John Beland, Ex-Mitglied der legendären Flying Burrito Brothers und Produzent des Debütalbums von 10 City Run. Und der gute Mann hat Recht, aber so was von! Mit einer explosiven Mischung aus Truck-Driving-Country und würzigen TexMex-Klängen präsentieren sich die Newcomer auf ihrer gerade mal knapp 35minütigen CD. Ein bisschen kurz zwar, aber dafür immerhin ein durchgehend starkes Album ohne Durststrecken, in das man sich schnell einfindet und das auch zum Ende hin qualitativ nicht abfällt.

Ebenso ausgewogen wie die musikalischen Zutaten ist auch die Verteilung von Eigenkompositionen und Coverversionen. Und so sehr man vielleicht auch genervt die Augen verdrehen mag, wenn man entdeckt, dass sich der unverwüstliche Klopfer „Stay All Night, Stay A Little Longer“ auf dem Album befindet, umso mehr ist man dann positiv überrascht, wenn man hört, was 10 City Run daraus gemacht haben. Eine erfrischende und dem 21. Jahrhundert angemessene Überarbeitung nämlich. Glänzen kann die Band auch bei Warren Zevons „Carmelita“ und bei Doug Sahms „Juan Mendoza“. Zwei Tex Mex-Perlen sondergleichen, bei denen einen das South-of-the-Border-Feeling unweigerlich in seinen Bann zieht. Die Bezeichnung Coverversion wird den beiden Songs allerdings nicht im Geringsten gerecht. Während „Carmelita“ mit einem Akkordeon unterlegt wurde, hat die Band bei „Juan Mendoza“ kurzerhand den Text geändert. Da heißt es jetzt: „Terrorism’s in the news / George W’s got the blues, who cares?“, wogegen es in der Originalversion noch um Richard Nixon und die Watergate-Affäre geht. Zeiten ändern sich …

Mit dem Titelsong des Albums wird Rock’n’Roll-Legende Eddie Cochran Tribut gezollt, der seine größten Erfolge in den späten 1950er Jahren mit Hits wie „C’mon Everybody“, „Summertime Blues“ und eben „Somethin‘ Else“ feiern konnte. Angesichts so vieler Coverversionen könnte man fast meinen, die Band hätte nicht genügend hörenswertes eigenes Material, aber weit gefehlt! Vor allem „Memories“ aus der Feder von Frontmann Hans Frank hat großes Hitpotenzial, auch wenn man sowohl die Melodie als auch den Text schon etliche Male gehört zu haben scheint. Kurioserweise heißt es dann auch im Refrain: „Lord, I’d love to sing about something new / but I’ve got my memories, he’s got you“. Ein ähnliches Déjà-Vu-Erlebnis hat man beim letzten Song des Albums, „Congratulations (You Finally Broke My Heart)“. Das gab es textlich gesehen schon mal von den Traveling Wilburys, wenn auch vor einer wesentlich anderen musikalischen Kulisse. 10 City Run setzen auf Nostalgie und überraschen bei diesem Song mit dem guten, alten, klimpernden Honky Tonk-Piano, wie man es aus den großen Countrysongs der 1960er Jahre kennt. Einen schöneren Abschluss für dieses Album hätte die Band aus Texas nicht finden können.

Famous last words: Fiesta statt Siesta scheint das Motto des Debütalbums von 10 City Run zu sein. Angesichts des doch sehr deutsch klingenden Namens des Leadsängers, Hans Frank, hätte man eigentlich nicht mit einer derart vitalen und sonnigen Platte gerechnet. Wer also immer noch auf der Suche nach dem ultimativen Sommer-Soundtrack ist, sollte hier zuschlagen.

   
Somethin' Else
CD: „Somethin‘ Else“
Erscheinungsdatum: 2006
Label: Universal

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Trackliste:

01. Intro
02. City Of Angels
03. Stay All Night
04. Carmelita
05. Camino
06. Somethin‘ Else
07. Goodnight Moon
08. Mama Died
09. Memories
10. Juan Mendoza
11. In It To Win It
12. Congratulations

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