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Bastard Sons Of Johnny Cash: Road To Texacali

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Nein, nein, so schlimm wie der Name vermuten lässt, ist es doch nicht, was den ahnungslosen Hörer erwartet. Im Gegenteil – eine richtig reizvolle Mischung aus verschiedenen Stilrichtungen und musikalischen Auffassungen. Es begegnen sich zwei Welten, die sehr viel besser miteinander harmonieren als erwartet. Drei Alben haben die Bastard Sons Of Johnny Cash bereits auf der Habenseite, dazu zwei Tourneen durch Europa. Und dennoch ist diese Scheibe das Album-Debüt für die Gruppe in Europa. Es sind größtenteils Aufnahmen von den vorherigen Alben – also eine Art „Best of“.

Natürlich muss man etwas über diese Gruppe berichten, deren Name allein schon die Neugier weckt. Der Kopf hinter der Band heißt Mark Stuart und kommt aus dem Punkrock in Kalifornien. Wer sich näher mit Johnny Cash befasst hat, der weiß, dass er nie Berührungsängste zu derartigen Musikrichtungen hatte. Gerade in den letzten Jahren seiner Karriere fand seine Musik fast schon enthusiastische Zustimmung in der alternativen Musik-Szene. Mark Stuart seinerseits erkannte irgendwann, dass Cash und seine Musik sich durchaus mit seiner eigenen Auffassung von Musik deckten. Also suchte er sich gleichgesinnte Musiker und startete eine eigene Art von Musik, für die er keinen Namen hatte. Ebensowenig für die Band. Und dann fiel ihm bei einem seiner Tagträume die Bezeichnung Bastard Sons Of Johnny Cash ein. Die Genehmigung der Legende Cash bekamen sie dann etwas später sogar dazu.

Zunächst aber hielt Connuie Nelson, damalige Ehefrau von Willie Nelson, die Steigbügel. Ihr gefiel diese frische, freche, originelle Musik und verhalf ihnen zu Auftritten. Als dann ein Band mit der Musik der Jungs bei Johnny Cash landete, zeigte der sich sehr angetan und erteilte der Gruppen samt dem ungewöhnlichen Namen seinen Segen. Und das Märchen geht weiter. John Carter Cash, selbst ein Musiker, der ungewöhnliche Wege geht, produzierte das erste Album der Bastard Sons Of Johnny Cash, das unter dem Titel „Walk Alone“ veröffentlicht wurde. Damit war der Start für eine rasante Karriere gelungen. Die Alben „Distance Between“ und „Mile Markers“ folgten, deutlich über 200 Auftritte pro Jahr ließen keine Langeweile aufkommen. Wie schon gesagt, zwei Tourneen führten die Bastard Sons Of Johnny Cash auch nach Europa. Und sie kommen im September wieder.

Dazu dann dieses famose Album, dessen Sound man nicht beschreiben sollte, man muß es einfach hören. Viele Original-Songs, eine Menge davon aus dem Road-Milieu. Richtig fetzige Stücke aber auch besinnliche, gar traurige Lieder. Man hört mehr Steel Guitar als bei mancher Nashville-Top-Ten Produktion. Die Gruppe wird in kein Korsett gezwungen, sie darf ihren Emotionen freien Lauf lassen – und das nutzt man. Mit zumeist auch noch eigenen Songs. So bringen die Bastard Sons Of Johnny Cash frischen Wind, den die Country Music so gut gebrauchen kann.

Fazit: Hier wird nicht versucht, über den prominenten Namen Karriere zu machen, sondern etwas Ureigenes zum Erfolg zu führen, etwas, das auf Talent, Können und Selbstbewusstsein aufgebaut ist. Mit der Veröffentlichung dieses Albums präsentiert sich die Gruppe erfreulicherweise auch live in unseren Breitengraden. Diese Gelegenheit sollte man nicht ungenutzt lassen.

   
Road To Texacali
CD: „Road To Texacali“
Erscheinungsdatum: 2007
Label: Paul (Rough Trade)

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Trackliste:

01. Texas Sun
02. Blade
03. The Road To Bakersfield
04. 440 Horses
05. Long Black Veil
06. 1970 Monte Carlo
07. Interstate Cannonball
08. California Sky
09. Borderline Of The Heart
10. Memphis Woman
11. Hard Times
12. King Of The World
13. No Easy Road
14. Lonely Tonight
15. Damage Is Done
16. Burn Down
17. Austin Night
18. Cryin‘ Over You
19. Distance Between Radio Girl

Bonus Track: Viva Las Vegas (live)

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!