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Ralph Mooney ist tot

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Die Country Music trauert um einen ihrer Großen. Nur wenige Tage, nachdem mit Ferlin Husky ein großer Star früherer Tage diese Welt verlassen musste, starb am 20.03.2011 mit Ralph Mooney einer der wichtigsten und bekanntesten Musiker. Sein Instrument war die Steel Guitar, und mit seinem unverkennbaren Stil und Sound hat er die Country Music über Jahrzehnte geprägt.

Ralph Mooney wurde am 16. September 1928 in Duncan, Oklahoma geboren. Als Junge ging er nach Kalifornien und lebte mit dort bei einer seiner Schwestern. Er lernte Gitarre, Mandoline, Fiddle, benutzte ein Messer als Slide, und baute sich schließlich seine eigene Steel Guitar.

Seine Konstruktion beeinflusste maßgeblich auch die Steel Guitars, die Leo Fender in seiner Fabrik in Fullerton, Kalifornien herstellte. In den frühen 1950er Jahren traf Ralph Mooney auf Wynn Stewart. Der Sänger und Songwriter Stewart und der Steeler wurden schnell Freunde. Zusammen waren sie maßgeblich an der „Grundsteinlegung“ des berühmten Bakersfield Sound beteiligt. Hits wie „Big Big Love“, „Wishful Thinking“ und „Another Day, Another Dollar“ dokumentieren das bis heute. Ralph Mooney wurde dann Session Musiker für Capitol Records und ist auf vielen frühen Aufnahmen von Merle Haggard und Buck Owens zu hören. Auch deren Sound hat Ralph Mooney maßgeblich mit beeinflusst. Aus dem Jahr 1967 stammt das Album „Corn Pickin‘ And Slick Slidin'“, eine großartige Kooperation von Ralph Mooney und dem ebenso legendären Gitarristen James Burton.

1969 schließlich wurde Ralph Mooney der Steel Gitarrist in der Band von Waylon Jennings, den Waylors. Waylon war großer Fan von Wynn Stewart, und so war es logisch, daß es für ihn nur einen Steeler gab. Ralph Mooney beeinflusste nunmehr ein weiteres Mal die Geschichte und Entwicklung der Country Music. Bis 1989 blieb „Moon“, wie Waylon ihn nannte, in Waylons Band. Dann zog er sich in den Ruhestand zurück. Aber er blieb weiter aktiv und war ein häufiger Gast auf Steel Guitar Conventions in den ganzen USA. Und gerade im letzten Jahr, 2010, war Moon wieder zurück im Rampenlicht. Marty Stuart, ebenfalls ein großer Fan von Ralph Mooney, gab ihm auf seinem Album „Ghost Train – The Studio B Sessions“ ein letztes Mal eine Plattform, die Welt mit seiner Pedal Steel Guitar zu verzaubern. Ebenfalls auf dieser CD ist der größte Erfolg von Ralph Mooney als Songwriter zu hören. „Crazy Arms“, 1956 ein Riesenhit für Ray Price und heute einer der ganz großen Klassiker in der Country Music, stammt nämlich aus der Feder von Ralph Mooney. Er schrieb den Song zusammen mit Chuck Seals. 20 Wochen stand „Crazy Arms“ damals an der Spitze der Charts. Die Liste aller Künstler, auf deren Songs Ralph Mooney zu hören ist, oder die Liste nur der Nummer 1 Hits, auf denen er spielte, würde einen eigenen, langen Artikel erfordern.

Seit September letzten Jahres kämpfte Moon dann nur noch gegen seine Krebserkrankung, der er nun erlag. Die Country Music hat einen sehr großen Verlust erlitten. Ralph Mooneys Einfluss wird bleiben, ebenso wie seine Musik. Im vielzitierten Hillbilly Heaven aber wird man jetzt wohl wieder Waylons berühmten Satz hören, der in keinem Waylon Konzert fehlte: „Play it, Moon!“

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Über Bernd Wolf (138 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Johnny Cash, Singer & Songwriter. Rezensionen und Biografien.