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Freddie Hart

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Wir schreiben das Jahr 1974, es ist irgendwann im Spätsommer, ich sitze dem Mann gegenüber (noch dazu in unmittelbarer Nähe meiner Arbeitsstätte in Köln), der einen sensationellen Erfolg feiern konnte. Sein „Easy Loving“ brach alle Rekorde. Das Lied war von der Country Music Association 1971 und 1972 als Song des Jahres ausgezeichnet worden. Das hatte es zuvor und das hat es danach nicht wieder gegeben.

Freddie Hart ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere und erweist sich als ein völlig normaler, liebenswerter und bescheidener Mensch, der sich allerdings eine gewisse Bauernschläue behalten hat, wie sich im Gespräch erweisen sollte.

Freddie HartGeboren wurde er als eines von 15 Kindern einer bitterarmen Familie, mit bürgerlichem Namen heißt er Frederick Segrest. Über das genaue Geburtsdatum und den Geburtsort gibt es keine eindeutigen Fakten. Wahrscheinlich wurde er am 21. Dezember 1926 in Loachapoka, Louisiana geboren, mir gegenüber nannte er Phoenix City, Alabama als seine Heimat. Einen Schulabschluss erwarb Hart nie, er riss wiederholt als Kind von zu Hause aus und war zeitweise in einem Erziehungsheim. Mit 14 schaffte er es irgendwie, in die Marine aufgenommen zu werden. Dort erlebte er den 2. Weltkrieg, u.a. war Hart in Guam und auf Iwo Jima im Einsatz.

Nach dem Krieg strebte er einen Job als Countrysänger an und ging nach Nashville, wo er sich mit Hank Williams anfreundete. Von ihm lernte er Songs zu schreiben. Noch aber war die Zeit nicht reif für ihn, er ging nach Phoenix, wo er tagsüber in der Ölindustrie arbeitete und abends als Musiker in diversen Clubs. Es war Lefty Frizzell, der den entscheidenden Impuls gab, denn er nahm ihn mit auf Tournee.

Mit Frizzell ging er 1953 nach Kalifornien und nahm nun für seine ersten Plattenaufnahmen (Capitol Records) den Künstlernamen Freddie Hart an. Mit bescheidenem Erfolg, sowohl als Sänger wie als Songschreiber. Hart wechselte zu Columbia und tauchte 1959 erstmals in den Charts auf. Ein echter Hit war noch nicht dabei. Das änderte sich auch bei Kapp Records nicht. Erst als Hart 1970 zu Capitol zurückkehrte war ihm das Glück hold. „Easy Lovin'“ setzte Freddie Hart endgültig auf die Landkarte, danach erlebte er einen wahren Höhenflug. Weitere Nr.1 Hits: „My Hang-up Is You“, „Bless Your Heart“, „Got The All Overs For You“, „Super Kind Of Woman“, „Trip To Heaven“.

Hart erzählte mir damals in Köln, er habe „Easy Lovin'“ für und über seine Frau geschrieben, ohne sie hätte er die schweren Jahre nicht überstanden. Auch mit dem plötzlichen Wohlstand konnte er gut umgehen. So erzählte er mir von verschiedenen Rinder-Ranches, die er in drei Bundesstaaten hatte. So könne er im Falle einer Epidemie nicht seinen ganzen Viehbestand verlieren. Hart war ein erfolgreicher Geschäftsmann in ganz unterschiedlichen Bereichen angefangen von einer Blindenschule bis zu einem Transportunternehmen. Er lege sein Geld so an, dass er abgesichert sei, wenn der Erfolg als Sänger einmal ausbliebe, was mit Sicherheit der Fall sein werde. Und so kam es dann auch. In den 80er Jahren ging der Erfolg nach und nach zurück, seit 1988 sucht man den Namen Freddie Hart vergebens in den Charts. Doch darauf war er vorbereitet.

Mit zunehmendem Alter schraubte er seine Aktivitäten zurück, ohne jedoch in Pension zu gehen. Hart wandte sich der Gospel Music zu und veröffentlichte einige Alben in diesem Genre. Seine Leidenschaft, auf einer Bühne zu stehen und zu singen, hält ihn in gewisser Weise fit. Davon konnte ich mich Jahre nach unserer ersten Begegnung überzeugen als ich Freddie Hart in Branson, Missouri live erlebte. Auch heute noch gibt „Mr. Easy Lovin'“ gelegentlich Konzerte. „Gott hat mir mein Talent gegeben und mir meine Stimme erhalten. Love Songs singen und Lieder schreiben kann man auch in meinem Alter noch“, zwinkert er mir mit seinem unverkennbaren Lächeln zu. Seine freie Zeit verbringt er gern im Kreise der Familie entweder in Nashville oder im kalifornischen Burbank, wo er jeweils ein Haus besitzt.

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